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Motornachrichten

Wenn 49 E-Autos gleichzeitig laden

Von Carsten Hebestreit  14. März 2020 00:04 Uhr

Wenn 49 E-Autos gleichzeitig laden
Projektleiter für den Demo-Versuch in der Siedlung am Theresia-Brandl-Weg in Linz: Gerald Mayrhofer von der Linz AG.

Projekt Urcharge: 49 Haushalte einer Linzer Siedlung werden mit ebenso vielen E-Autos ausgestattet – Vor dem Start haben die E-Mobilisten noch viele Fragen.

Das einzigartige Projekt heißt "Urcharge": 49 Haushalte der Siedlung am Linzer Theresia-Brandl-Weg geben Mitte April ihre Verbrenner-Autos ab und erhalten als Ersatz E-Autos: 40 Renault Zoe sowie neun Nissan Leaf. In den nächsten Tagen werden Wallboxen an den Tiefgaragenplätzen der künftigen E-Mobilisten installiert. "Die Demo-Phase wird ein halbes Jahr dauern", sagt Gerald Mayrhofer von der Linz AG, der mit der TU Wien das Projekt Urcharge initiierte.

"Der Klima- und Energiefonds hat 2018 das Forschungsprojekt ,Zero Emission Mobility’ ausgeschrieben", sagt Mayrhofer. Im Mittelpunkt: E-Mobilität. "Da hat bestens die Fragestellung gepasst, wie 2030 die Ladeinfrastruktur aussehen wird." Denn zu dieser Zeit werde der E-Auto-Anteil rund 30 Prozent betragen, so die Annahme.

1,3 Mio. Euro Projektkosten

"Unsere Ladeinfrastruktur ist aktuell auf maximal 16 Wallboxen ausgelegt", sagt Gerald Mayrhofer. Was aber passiert, wenn mehr E-Autos gleichzeitig geladen werden sollen? Um diese Frage beantworten zu können, holte der 56-jährige Linzer die TU Wien, die Keba, die Neue Heimat sowie ETA Umweltmanagement mit ins Boot.

Eine Million Euro kostet das Forschungsprojekt, wobei der Klima- und Energiefonds maximal 420.000 Euro beisteuert. Die Differenz begleichen die fünf Projektpartner.

Das Demo-Projekt mit der Anmietung der Renault Zoe und der Nissan Leaf plus die Installation der Keba-Wallboxen verschlingt noch einmal 300.000 Euro. Doch die Erkenntnisse, die aus dem Forschungsprojekt gezogen werden, seien viel mehr wert, sind sich die Projektpartner sicher.

"Die Frage ist: Ist’s besser, wenn jeder einen eigenen Stromanschluss für seine Wallbox hat oder die Ladestationen gemeinsam gesteuert werden?", fragt Prof. Reinhard Haas von der TU Wien.

Mit Haas arbeiten noch Jasmine Ramsebner und Albert Hiesl im Team der TU Wien mit. "Wir haben im Februar mit einem Modellversuch mit 100 Haushalten begonnen", sagt Ramsebner. Wie viel Strom verbrauchen die Haushalte wann? Und was passiert, wenn zusätzlich Elektroautos am Netz hängen?

80 Prozent Kostenreduktion

"Die Grunderkenntnis ist: Für so einen Fall braucht man unbedingt ein Lademanagement", sagt die Projektmanagerin. Und Haas assistiert: "Wird das Laden zentral gesteuert, lassen sich 80 Prozent der Infrastrukturkosten beispielsweise für die Wallboxen und deren Anschlüsse einsparen." Denn die Stromleitungen müssten nicht derart leistungsstark wie bei Einzelanschlüssen ausgelegt werden.

Die künftigen E-Mobilisten fiebern dem Feldversuch entgegen. "Ein paar Bewohner haben schon gefragt, ob sie ihre E-Autos früher abholen können", erzählt Mayrhofer. Weitere Fragen: Wie werden die Verbrenner-Pkw der Bewohner abgestellt? Darf man für Urlaubsfahrten die eigenen Benziner verwenden? Bleiben die Wallboxen nach Ende des Versuchs in der Tiefgarage? Wie viel kostet das Laden eines Zoe? "Die Leute sind sehr engagiert", sagt der 56-Jährige, der aber noch nicht Antworten auf alle Fragen hat. Und nicht nur deswegen fiebern die Beteiligten dem einzigartigen Pilotprojekt entgegen.

Artikel von

Carsten Hebestreit

Redakteur Motor

Carsten Hebestreit
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