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Motornachrichten

Elektroautos und der Popcorn-Effekt: "Es wird ganz neue Automarken geben"

Von Dietmar Mascher   24. Januar 2014 00:04 Uhr

Elektroautos und der Popcorn-Effekt: "Es wird ganz neue Automarken geben"
Zukunftsforscher Lars Thomsen: 2016 hat jeder zehnte Neuwagen einen Elektroantrieb.

LINZ. Über "364 Wochen Zukunft" referierte der deutsche Zukunftsforscher Lars Thomsen bei der Auftaktveranstaltung "Innovatives Oberösterreich 2020" des Landes Oberösterreich diese Woche in Linz. Im Gespräch mit den OÖNachrichten erklärt er, warum es mit der Umstellung auf die Elektromobilität schneller gehen werde, als viele sagen.

OÖNachrichten: Herr Thomsen, Sie sind heute mit einem Tesla aus Deutschland gekommen. Wie weit kommen Sie da mit einem "Stromtank"?

Thomsen: Heute waren es 350 Kilometer.

Sie sagen, 2016 sei der Wendepunkt für die E-Mobilität. Was heißt das in Zahlen?

Mehr als zehn Prozent der Neuwagenanmeldungen werden hauptsächlich für elektrobetriebene Fahrzeuge sein.

Das sehen viele Experten anders. Schließlich wissen die Autohersteller schon, was sie 2016 auf den Markt bringen.

Für Newcomer ist es attraktiver, gleich in die E-Mobilität einzusteigen. Und die Akkus werden um zwölf bis 14 Prozent pro Jahr billiger. Irgendwann wird es billiger sein, im urbanen Bereich ein Elektroauto als ein Benzinauto zu fahren.

Sie vergleichen das mit der Popcorn-Produktion.

Ja, weil sich auch dort die Temperatur langsam erhöht, man investiert und irgendwann geht es sehr schnell. Innovationsprozesse verlaufen nicht linear. Das war bei der Dampfmaschine so, oder beim Umstieg von der elektrischen Schreibmaschine auf den Computer. Manche übersehen den Umstieg. Viele Schreibmaschinenhersteller gehören ja nicht zu den erfolgreichsten Computerfirmen.

Derzeit sind die Autos noch zu teuer. Wann sind sie so weit, dass die Masse diese Gefährte kaufen kann?

Das ist die Gretchenfrage. Tesla will in zwei Jahren einen Mittelklassewagen um 35.000 Dollar rausbringen. Akkus werden derzeit fast per Hand gefertigt. Wenn hier die Skaleneffekte in der Produktion greifen, werden auch die effizienten Akkus deutlich billiger.

Wie werden die etablierten Hersteller damit umgehen?

Für die ist es nicht einfach, den richtigen Umstellungszeitpunkt zu treffen. Schwenken sie früh um, kaufen die Leute keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr. Ändern sie zu spät ihre Strategie, laufen sie Gefahr, dass Firmen aus der Consumerelektronik ihnen den Rang ablaufen. Es wird ganz neue Automarken geben.

Sie sagen, Sie würden auf Grund zahlreicher Interviews bestimmte Trends voraussagen, seriöserweise nur für die nächsten Jahre. Wie fahren Sie 2024?

Ziemlich sicher in einem autonomen Fahrzeug, dem ich sage, wo ich hinwill und das selbst tanken fährt und den Parkplatz selbst sucht.

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