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Auto-Tests

Volvo S 60: Die Schutzengel sind serienmäßig

Von Christoph Zöpfl 21. Oktober 2019 00:04 Uhr

Die Schutzengel sind serienmäßig
Eine viertürige Limousine mit Kofferraum ist im SUV- und Kombi-Land Österreich in der Regel kein Objekt der Begierde – der S 60 könnte eine Ausnahme sein.

Der neue S 60 aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten geht auf Nummer sicher.

Auch wenn Volvo inzwischen einen chinesischen Eigentümer hat (Zhejiang Geely Holding) und dieses Modell im US-amerikanischen Charleston produziert wird – der neue S 60 trägt ganz deutlich die typische DNA des schwedischen Herstellers in sich. Das sieht man beim Design und erfährt es, wenn man hinter dem Lenkrad Platz nimmt. Sicherheit wird bei Volvo nach wie vor ganz groß geschrieben, der S 60 zeigt in dieser Hinsicht als Primus in seiner Klasse auf. Ein ganzes Geschwader an Schutzengeln in Form modernster Sicherheitssysteme ist nämlich serienmäßig mit an Bord.

Design: Klare Linien, kein Schnickschnack und eine zeitlose Eleganz – auch wenn klassische Limousinen hierzulande nicht die erste Wahl sind, ist der S 60 ein Objekt der Begierde. Aufgrund der neuen Plattform ist er in Richtung Oberklasse gewachsen, ein Eindruck, der sich mit einem "Upgrading" der Rad-Dimension verstärken lässt (18-Zoll ist serienmäßig). Die Heckansicht gibt mit den beiden Auspuffrohren einen Hinweis auf die Stärke des Motors, der in unserem Testauto 250 Pferde einspannt.

Die Schutzengel sind serienmäßig
Schöner wohnen im S 60: Sein Innendesign ist schwedisch aufgemöbelt.

Innenraum: Hier ist das Ambiente einer Oberklassen-Limousine spürbar. Auch in der zweiten Reihe sitzt man sehr komfortabel. Das Cockpit kennt man von den Geschwistern (V 60/XC 60) beziehungsweise dem großen Bruder (S 90/XC 90). Im Zentrum ist der 9,2 Zoll große Bildschirm, der wie ein Tablet funktioniert. Man kann auf verschiedene Menü-Ebenen "wischen" und hat gefühlt unbegrenzte Möglichkeiten zur passgenauen Konfiguration. Man sollte die Einstellungen auf dem Parkplatz vornehmen, denn das Herumwischen während der Fahrt wirkt sich negativ auf die Konzentration aus.

Fahrwerk: Man kann mit einem Drehregler verschiedene Abstimmungen wählen. Im Sportmodus ist der S 60 hart im Nehmen, im Komfort-Trimm wird er zur Sänfte für lange Distanzen. Die Aura des Schweden stiftet allerdings eher zum Gleiten als zum Hetzen an, was sich auch positiv auf den Treibstoffverbrauch und die Reichweite auswirkt.

Motor: Ein Grund, warum der S 60 in Österreich eher eine Rarität bleiben wird, ist neben der Karosserieform – da sind einfach SUV-Modelle beziehungsweise Kombis gefragter als ein Viertürer mit Kofferraum – die Motorisierung. Volvo verzichtet beim S 60 auf eine Dieselvariante. Im OÖN-Testauto machte der Vierzylinder-Benziner mit 250 Pferdestärken Tempo. Die geschmeidige Achtgang-Automatik verstärkte den Fahrkomfort. Der Testverbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer ist für ein Auto mit so viel Schmalz erstaunlich wenig. Auch das Motorengeräusch ist eher kultiviert als kernig.

Fazit: Der S 60 kann es locker mit seinen Konkurrenten aus der deutschen Top-Liga (Mercedes C-Klasse, Audi A4 oder BMW 3er) aufnehmen. Der in den USA produzierte Schwede glänzt nicht nur mit Komfort und Fahrdynamik, er geht auch Volvo-typisch mit vielen technischen Werkzeugen zur Unfallverhütung sehr konsequent auf Nummer sicher.

Volvo S 60 T5A R-Design

Preis: ab 43.000 Euro
OÖN-Testwagen 49.630 Euro

Motor: Vierzylinder-Benziner Direkteinspritzung
Hubraum 1969 ccm
Leistung 184 kW (250 PS) bei 5500 1/min
max. Drehmoment 350 Nm bei 1800-4800 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 8,7/5,2/6,5
OÖN-Test 6,5
Tank/Kraftstoffart 60 l/Super

Umwelt: Euro-6d Temp
CO2-Ausstoß 149 g/km

Antrieb: Front
Getriebe Achtgang-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 6,5 sec
Spitze 240 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4761/1850/1431 mm
Radstand 2872 mm
Leergewicht 1677 kg
Zuladung 513 kg
Kofferraum 442 Liter
Anhängelast gebr. 1800 kg
ungebremst 750 kg

Garantie: zwei Jahre (aufpreispflichtig erweiterbar)

Plus: zeitlos elegantes Design, Sicherheitsausstattung

Minus: Der Einstieg beginnt ab 190 PS.

Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl
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