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Auto-Tests

Sein Lächeln wird immer breiter

Von Christoph Zöpfl 14. Mai 2019 06:28 Uhr

Sein Lächeln wird immer breiter
Gewinnendes Wesen: Der Renault Kadjar überzeugt auch mit seiner dynamischen Linienführung und dem markanten Kühlergrill.

Der erneuerte Renault Kadjar ist Saubermann und Abenteurer zugleich.

Die SUV-Welle hat sich längst auch in der Renault-Modellfamilie bemerkbar gemacht. Besonders erfolgreich surft der Kadjar durch die Zulassungsstatistiken. Bei der Neuauflage des kompakten Allrounders hat man sich weniger um das Make-up gekümmert, sondern im Motorraum saubere Arbeit geleistet. Der neue 1,3-Liter-Turbo-Benziner erfüllt jetzt als Fast-Nichtraucher brav das aktuellste Gütesiegel in Sachen Abgasnorm, auch Euro 6d-TEMP genannt.

 

Design: Viel wollten die Franzosen nicht am ohnehin schon recht gewinnenden optischen Auftritt des Kadjar ändern. Das Lächeln ist breiter geworden – der Kühlergrill wurde stärker betont, auch die Scheinwerfer bekamen andere Lidstriche. Unser topausgestattetes Testauto (Black Edition) stand auf markanten 19-Zoll-Rädern, was gut zum ziemlich athletischen Körperbau des Kadjar passt.

Innenraum: Renaulttypisch gibt es einige schlaue Ablagefächer und eine gute Raumaufteilung. Man genießt die etwas erhöhte Sitzposition – das dürfte wohl der Hauptgrund für die Beliebtheit der SUV-Modelle sein –, die Sicht nach hinten ist allerdings etwas eingeschränkt. Egal, die Rückfahrkamera liefert ohnehin ein gestochen scharfes Bild auf dem in der Mitte positionierten Sieben-Zoll-Bildschirm. Vom Lenkrad aus lassen sich viele Funktionen steuern. Mit den an der Lenksäule positionierten Wippen für das Regeln der Lautstärke praktiziert Renault seit Jahren eine sehr schlaue Lösung für diese Anwendung. Auch wenn da und dort ein bisschen Chrom aufblitzt und rote Nähte so etwas wie Handarbeit im Innenraum vorgaukeln, recht wertig wirken die verwendeten Materialien im Innenraum nicht. Ist ja auch keine Luxuslimousine, der Kadjar.

Sein Lächeln wird immer breiter
Das Heck schluckt – bei umgelegten Rücksitzen – bis 1478 Liter.

Fahrwerk: Die Marketing-Mannschaft der Franzosen hat den Kadjar als Abenteurer positioniert. Der Aufforderung, gewohnte Pfade zu verlassen und in die Botanik abzubiegen, werden trotzdem die wenigsten nachkommen. Denn ein richtiger Geländewagen ist er nicht, zumal die meisten Kadjar-Modelle nur frontgetrieben sind (Allrad gibt es nur für den 150-PS-Diesel). Auf der Straße ist das Fahrverhalten tadellos, egal ob im Großstadt-Dschungel oder auf dem Highway. Zwei Kameras, zwölf Sensoren und ein Radar sind die Informanten der Assistenzsysteme, die dem Menschen hinter dem Lenkrad diskret, aber wirkungsvoll helfen.

Motor: Der Hubraum des Vierzylinders ist auf 1,3 Liter geschrumpft, die Leistung auf 160 PS gestiegen. In der Testversion entwickelte der Kadjar eine beachtliche Fahrdynamik, das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wirkte dabei allerdings nicht besonders harmonisch. Vor allem das Wegfahren aus dem Stand verlangte erstaunlich viel Feingefühl im Gasfuß. Der Verbrauch war mit 7,1 Litern okay.

Fazit: Der Kadjar wird als multitalentiertes Vielzweck-Auto mit einem gefälligen Look auch weiterhin viele Freunde finden. Das Gedränge in seinem Segment ist allerdings enorm. Alleinstellungsmerkmal hat er keines, einen Fehler leistet er sich aber auch nicht.

Sein Lächeln wird immer breiter
Das Cockpit ist gut aufgeräumt.

Renault Kadjar TCE160 EDC

Preis: 22.890 Euro
OÖN-Testwagen: 36.764 Euro

Motor: Reihen-Vierzylinder mit Turbolader
Hubraum: 1332 ccm
Leistung: 117 kW (160 PS) bei 5000 1/min
max. Drehmoment: 240 Nm bei 1750 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix: 7,0/5,3/5,9
OÖN-Test: 7,1
Tank/Kraftstoffart: 45 l/Super
Umwelt: Euro 6d-TEMP
CO2-Ausstoß: 137 g/km

Antrieb: Front

Getriebe: 7-Gang-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h: 9,3 sec
Spitze: 210 km/h

Abmessungen & Gewichte:
Länge/Breite/Höhe: 4489/1836/1613 mm
Radstand: 2646 mm
Leergewicht: 1471 kg
Zuladung: 447 kg
Kofferraum: 472–1478 Liter
Anhängelast geb.: 1500 kg
ungebremst: 715 kg

Garantie: bis zu vier Jahre (max. 100.000 Euro)

Plus: Allround-Qualität, erhöhte Sitzposition

Minus: Automatik wirkte manchmal „unrund“

Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl
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