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Auto-Tests

Jaguar XE P300: Die Katze lässt das Sausen nicht

Von Clemens Schuhmann 02. Oktober 2019 00:04 Uhr

Die Katze lässt das Sausen nicht
Mit der Auffrischung hat die Raubkatze einen großen Sprung nach vorne gemacht, der Jaguar XE ist eine interessante Alternative im Premiumsegment.

Der Jaguar XE wurde mit dem Facelift deutlich edler, digitaler und noch dynamischer.

Der SUV ist in aller Munde, die Zulassungszahlen dieser sportlichen Geländeautos steigen unaufhaltsam. Auch Jaguar profitiert davon. Dabei steht die britische Premiummarke doch eigentlich seit jeher für atemberaubend schöne Limousinen – denken wir doch nur an die wunderbaren XJ-Modelle. Dass die Briten noch immer aufregende Limousinen bauen können, zeigt der frisch überarbeitete Jaguar XE.

Design: Die kleinste Jaguar-Limousine ist mit den jüngsten optischen Nachschärfungen ein echtes Schmuckstück geworden. Die Proportionen stimmen – und speziell in der getesteten Version R-Dynamic HSE kommt die Raubkatze besonders sportlich daher. Man ertappt sich immer wieder dabei, dass man den Jaguar XE öfter betrachtet. Dazu kommt, dass Fahrer des Jaguar XE sehr kommunikativ sein sollten, denn sie werden recht häufig auf ihr Auto angesprochen – sei es auf dem Supermarkt-Parkplatz, vor dem Wirtshaus oder in der Tiefgarage.

Die Katze lässt das Sausen nicht
Hecklastig ausgelegter Allradantrieb

Innenraum: Ein Grund, warum Jaguar mit der im September 2014 präsentierten Limousine XE der Premium-Konkurrenz bis dato ein wenig hinterhergefahren ist, war, dass das Fahrzeug innen nicht zu 100 Prozent echten Briten-Charme versprüht hat. Das ist mit dem Facelift vorbei, nun gibt es kein Hartplastik mehr. Dazu kommen insgesamt edlere Materialien, neue Türverkleidungen mit größeren Ablagen und moderne Technologien. Neu ist zudem, dass der im Mitteltunnel ausfahrbare Drehregler der Automatik durch einen klassischen Schalthebel ersetzt wurde.

Eine Klasse für sich sind Innenraum-Optik und Bedienung: Sehr fein ist das "Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem", das wir aus dem Elektro-Jaguar I-Pace kennen, das gleich mit zwei Touchscreens aufwartet. Dazu kommt das volldigitale Cockpit mit 12,3-Zoll-Panel. Und wer dann noch einen "Bildschirm" verträgt, macht in der Aufpreisliste noch ein Hackerl beim Punkt "Head-up-Display".

Apropos Aufpreis: Als sehr praktisch erweist sich der digitale Rückspiegel, der auf Knopfdruck das Bildsignal der Dachantennenkamera darstellt. Das ist etwa dann sehr hilfreich, falls die Rückbank besetzt ist oder ein größerer Blickwinkel nach hinten gebraucht wird.

Die Katze lässt das Sausen nicht
Induktives Laden des Smartphones

Fahrwerk: So, wie es die Optik suggeriert: Der Jaguar XE schaut nicht nur dynamisch aus, er fährt sich auch so. Die Limousine ist sportlich-hart abgestimmt, bleibt dabei aber stets komfortabel. Im Kurvengewusel verhält sich das 4,7 Meter lange Fahrzeug stets geschmeidig. Perfekte Traktion garantiert der hecklastig ausgelegte Allradantrieb. Sehr gute Rückmeldung liefert die präzise Lenkung. Und im Fall der Fälle fangen die kräftig zupackenden, gut dosierbaren Bremsen die 1,7 Tonnen Gewicht mit Bestimmtheit ein.

Motor: Im Testfahrzeug versah der drehfreudige Vierzylinder-Benziner mit 300 PS seine Arbeit. Zurückhaltend ist der Motor nur bei der Geräuschentwicklung. Denn der Vortrieb ist gewaltig, der Sprint von null auf 100 km/h ist in weniger als sechs Sekunden erledigt. Und der unbändige Vortrieb endet erst bei Tempo 250. Diese Agilität macht sich beim Verbrauch bemerkbar, im OÖN-Test mit hohem Anteil an Stadtverkehr kamen wir unterm Strich auf 9,7 Liter, was nicht gerade wenig ist.

Die Katze lässt das Sausen nicht
Volldigitalisiertes Cockpit, das für die Passagiere edle Materialien bereithält.

Fazit: Mit der jüngsten Auffrischung hat die Raubkatze einen großen Sprung nach vorne gemacht. Vor allem innen wurde der Premium-Brite edler und komfortabler. Der Jaguar XE ist somit eine hochinteressante Alternative zu den üblichen Premium-Limousinen der deutschen Mitbewerber.

Jaguar XE P300 AWD R-Dynamic HSE

Preis: ab 46.500 Euro
OÖN-Testwagen 78.818 Euro

Motor: Vierzylinder-Benziner Benzin-Partikelfilter
Hubraum 1997 ccm
Leistung 221 kW (300 PS) bei 5500 1/min
max. Drehmoment 400 Nm bei 1500 bis 4500 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 9,2/6,3/7,5
OÖN-Test 9,7
Tank/Kraftstoffart 63 l/Benzin

Umwelt: Euro 6d-TEMP
CO2-Ausstoß 170 g/km

Antrieb: Allrad
Getriebe Achtgang-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 5,7 sec
Spitze 250 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4678/1967/1425 mm
Radstand 2835 mm
Leergewicht 1690 kg
Zuladung 520 kg
Kofferraum 343 bis 615 Liter
Anhängelast gebr. 1800 kg

Garantie: 3 Jahre/100.000 km

Plus: phantastische Fahrdynamik, edles Interieur mit viel Liebe zum Detail, exzellente Geräuschdämmung, drei Jahre Service inkl.

Minus: hoher Verbrauch, Sicht nach hinten eingeschränkt

Artikel von

Clemens Schuhmann

Redakteur Außenpolitik, Weltspiegel

Clemens Schuhmann
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