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Feinspitz unter den Kilometerfressern

Von Christoph Zöpfl   25.Mai 2019

Feinspitz unter den Kilometerfressern
Hier stimmt von vorne bis hinten einfach alles: Die Kombi-Variante des A6 überzeugt auch mit ihrer sportlich-dynamischen Optik.

Die Kombivariante des Audi A6 gilt seit Jahren als Statussymbol für den erfolgreichen Handlungsreisenden. Schritt für Schritt hat sich diese Modellreihe nach oben gearbeitet. Der neue A6 ist nach dem jüngsten Update in der Chefetage angekommen. Audi hat den sportlich-eleganten Kombi gleich neben seinem Flaggschiff A8 geparkt. Als Einsatzfahrzeug in der Flotte der Dienstautos ist er fast schon zu exklusiv, was sich zwangsläufig auch in der Preisliste niederschlägt. Der A6 ist teuer, aber sein Geld wert.

  • Design: Vom markanten Kühlergrill bis zurück zum dynamischen Heck mit den muskulösen Rad-Kästen – die Optik des A6 ist von vorne bis hinten stimmig und gelungen. Audi findet hier die richtige Mischung aus Emotion und Funktion. Auf Design-Experimente, die schnell vom Zeitgeist überholt werden könnten, wird verzichtet. Wer die Athletik des Kombis betonen möchte, muss zum Zubehör-Handel abbiegen.
  • Innenraum: Wenig überraschend spielt dieser Audi bei Komfort und Verarbeitung in der Champions League. Auch in Reihe zwei gibt es viel Platz – damit ist der A6 eine echte Alternative zum fahrbaren Jägerhochstand namens Q8. Lenkrad, Türgriffe oder Ablagefächer – alles greift sich gut an. Die Mittelkonsole wird von zwei Touchscreens dominiert, auf denen in kürzester Zeit fast mehr Fingerabdrücke als in der Datenbank der Kripo Linz zu finden sind. Was den Laderaum betrifft, ist der Kombi ein braver Schlucker, bei umgelegten Fondsitz-Lehnen passt auch sperriges Gepäck mit bis zu zwei Meter Länge hinein. Aber als Tragesel will man so ein edles Fahrzeug eigentlich gar nicht missbrauchen.
  • Fahrwerk: Unser Testauto erlaubte die Wahl verschiedener Abstimmungen. Meistens waren wir im Komfort-Modus unterwegs, der das hält, was er verspricht. Anders als bei den bereits erwähnten fahrbahren Jägerhochständen, ist der A6 Avant aufgrund des tieferen Schwerpunktes auch im Sport-Modus nicht wankelmütig, er carvt wie Mühlviertels Ski-Ass Vincent Kriechmayr durch die Kurven. In Sachen Traktion macht sich natürlich auch der Allrad-Bonus bemerkbar. Besonders originell: Leichte Vibrationen des Gaspedals erinnern einen vermeintlichen Bleifußindianer, dass er mehr Gleiten und weniger Hetzen soll.
  • Motor: Der Sechszylinder-Diesel leistet 238 PS und schiebt mit einem Drehmoment von 500 Newtonmeter ordentlich an. Beim Wegfahren nimmt sich die Achtgang-Automatik allerdings eine kurze Bedenkzeit, an die man sich erst gewöhnen muss. Im Test schluckte der A6 Avant 7,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Das ist für ein zwei Tonnen schweres Auto sehr okay.

Fazit

Der Audi A6 ist ein Perfektionist und Alleskönner. Kann man es wagen, so ein Auto als Dienstwagen einzufordern? Dafür braucht es Selbstvertrauen und ein gutes Standing in der Unternehmenshierarchie. Unser A6 kostete mit einigen Extras 101.542 Euro.

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16. Oktober 2019