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Auto-Tests

Ein Auto, das das Volk begehrt

Von Christoph Zöpfl 20. April 2019

Ein Auto, das das Volk begehrt
Kompakte Ausmaße, aber ein Raumriese drinnen: Zwischen 530 und 1395 Liter Ladung nimmt der tschechische Kombi auf.

Der Fabia Combi ist ein wahrer Volkswagen, auch wenn Skoda draufsteht.

Man nennt das selektive Wahrnehmung: Wenn man auf Krücken geht, sieht man lauter Krückengeher, eine schwangere Frau sieht viele werdende Mamas – und wenn man Skoda fährt, begegnet man an jeder Kreuzung vielen anderen Skoda-Fahrern. Beim Testen des neuen Fabia Combi bekommt man jedenfalls den Eindruck, dass die tschechische VW-Tochter inzwischen der wahre Volkswagen ist, was die Verbreitung und vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft. Beim Fabia Combi versteht man übrigens sehr schnell, warum das Volk auf so einen Skoda abfährt.

 

Design: Bei der optischen und technischen Runderneuerung haben die Designer das Profil des kleinen Kompakten geschärft. Der Fabia wirkt dynamischer, gleichzeitig ist er doch sehr konservativ geblieben. Verspieltheiten oder Design-Experimente entsprechen nicht dem Skoda-Naturell. Das ist gut so, denn so sehen die Vorgänger-Modelle des aktuellen Fabia lange nicht alt aus.

Ein Auto, das das Volk begehrt
Einstiegspreis: 14.240 Euro

 

Innenraum: Auch hier ist der Fabia nüchtern und sauber aufgeräumt wie der Schreibtisch eines umsichtigen Buchhalters. Die Menüführung auf dem Touchscreen ist leicht verständlich, auch vom Lenkrad aus lassen sich viele Funktionen einfach bedienen. Der Fabia kann sehr viel, was auch sein großer Bruder Octavia bietet. Das Audio-System brauchte bei tiefen Temperaturen eine längere Aufwärmphase, bis es seinen Dienst antreten konnte. Kein Problem, für so etwas hat man Verständnis. Der Sitzkomfort ist für die Kompaktklasse ausgezeichnet. Viele schlaue Lösungen bei den Ablagen bewähren sich im Alltag. Der Kofferraum hat einen doppelten Boden. Im "Untergeschoß" lassen sich beispielsweise verschmutzte Wanderschuhe sehr gut transportieren.

Ein Auto, das das Volk begehrt
Aufgeräumt und funktional

 

Fahrwerk: Skodas Erfahrungen vom härtesten Auto-Prüfstand der Welt, der Rallye-WM, fließen in den Serienbau ein. Auch der Fabia holt sich ein Sehr gut in der Disziplin Fahrdynamik ab. Der Komfort auf der Langstrecke kommt ebenfalls nicht unter die Räder. Die elektronischen Fahrstabilitätsprogramme arbeiten, wenn überhaupt nötig, sehr dezent im Hintergrund.

 

Motor: Das gebrannte VW-Kind scheut den Diesel-Motor, im Fabia gibt es nur noch die Benzin-Aggregate. Im Testauto war der weit verbreitete Dreizylinder beschäftigt, der aus einem Liter Hubraum 110 PS herausholt. Und das erstaunlich kultiviert. Die Zeiten, in denen Dreizylinder wie Blechdosen schepperten, sind vorbei. Die Siebengang-Automatik mit der Doppelkupplung erwies sich als sehr guter Getriebepartner des Motors, beim Anfahren gab es allerdings eine kleine Nachdenkpause. Beim Verbrauch hält auch dieser Dreizylinder nicht, was man sich von so kleinen Motoren versprechen würde. 6,3 Liter pro 100 Kilometer sind aber ganz okay.

 

Fazit: Der Fabia Combi ist ein echter Volkswagen, der preislich noch mehrheitsfähig ist. Er ist ein sehr gutes Beispiel, um die steigenden Absatzzahlen der tschechischen VW-Tochter plausibel zu machen.

 

Skoda Fabia Combi Style TSI DSG

Preis: ab 14.240 Euro
OÖN-Testwagen 23.350 Euro

Motor: Dreizylinder-Benziner
Direkteinspritzung
Hubraum 999 ccm
Leistung 81 kW (110 PS) bei 5000 1/min
max. Drehmoment 200 Nm bei 2000 - 3500 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 5,3/4,0/4,8
OÖN-Test 6,3

Tank/Kraftstoffart 45 l/Benzin
Umwelt: Euro-6d TEMP
CO2-Ausstoß 100 g/km

Antrieb: Front

Getriebe 7-Gang-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h 10,2 sec
Spitze 195 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4262/1732/1488 mm
Radstand 2470 mm
Leergewicht 1182 kg
Zuladung 425 kg
Kofferraum 530 - 1395 Liter
Anhängelast gebr. 1100 kg
ungebremst 570 kg

Garantie: zwei Jahre (aufpreispflichtig erweiterbar)

Plus: Preis-Leistungs-Verhältnis, kultivierter Dreizylinder

Minus: hoher Verbrauch für so einen kleinen Motor

Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl
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