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Schau aufs Land

Wenn Bienen durch die voest schwirren

Von Alfons Krieglsteiner 23. September 2019 00:04 Uhr

Wenn Bienen durch die voest schwirren
Das Projektteam (v. l.): Helmut König, Andreas Leitner, Johann Bauernberger, Josef Hochleitner und Adrian Rauch

LINZ. Vier Fußballfelder groß sind die neuen Blumenwiesen, mit denen der Linzer Konzern seit dem heurigen Frühjahr seine Industriebrachen in Lebensraum für Biene & Co. verwandelt.

Moderne Unternehmen im Einklang mit der Natur: Das hat man sich bei der voestalpine zu Herzen genommen. Mitarbeitern und Besuchern bietet sich seit dem Frühjahr entlang der Stahlstraße eine Augenweide: Auf 20.000 Quadratmetern (entspricht vier Fußballfeldern) grünt und blüht es bis in den Herbst hinein.

Im April hatte Werksgärtner Josef Hochleitner mit seinem Team das naturnahe Betriebsgelände vorbereitet: Mit Fräse und Walze nahmen sie sich eine Reihe nährstoffarmer Brachflächen vor. Hundert Kilo einer speziellen Saatgutmischung des Maschinenrings Oberösterreich wurden händisch und per Streuwagen ausgebracht.

Beraten wurden sie vom Naturschutzbund, dem Bienenzentrum an der Landwirtschaftskammer und Berufsimker Johann Mayr. Beginnend nach der Zufahrt bei der Shell-Tankstelle wurden sechs Blumenwiesen angelegt. Die größte misst 12.200 Quadratmeter.

Honig von der voestalpine

"Die Stahlstraße ist usere Hauptzufahrt, das garantiert dem Vorhaben Aufmerksamkeit", sagt der Projektverantwortliche Andreas Leitner, zuständig für das Verkehrsmanagement des Unternehmens. Auffällige Tafeln weisen darauf hin. "Zusätzlich zum Fokus auf die technologische Weiterentwicklung des Standortes Linz wollen wir mit Nachhaltigkeitsprojekten wie den Blumenwiesen neuen Lebensraum für die Tierwelt schaffen", sagt voestalpine-Vorstandsvorsitzender Herbert Eibensteiner. Auch die Umgebung der Mitarbeiter werde damit aufgewertet.

Wenn Bienen durch die voest schwirren
Insektenhotel nach dem Modell der voestalpine-Stahlwelt

Ab 2020 werden auf dem Werksgelände vier Hobbyimker vom Mitarbeiterstab der voestalpine zudem Bienenvölker ansiedeln, die zwischen den Produktionsanlagen schwirren und den ersten "werkseigenen" Honig erzeugen. "Wie wichtig der Schutz unserer Bienen ist, zeigte die OÖN-Aktion ‘Retten wir die Bienen’", sagt Andreas Leitner, der 2018 in Wilhering mit dem Imkern begonnen hat und dem vierköpfigen Imker-Team der voestalpine angehört.

Margeriten, Ringelblumen, Salbei

"Nach der Aussaat war es sehr warm und trocken, erst nach den Niederschlägen im Mai haben die Samen der 30 ein- und mehrjährigen Blumenarten zu keimen begonnen", berichtet er. Darunter Kornblumen, Margeriten, Ringelblumen, Salbei. Beikraut wird händisch entfernt, auf Düngung und Chemie verzichtet.

Zur Beregnung sammelt man Brunnenwasser in einem 9000 Liter fassenden Vakuumfass. "Im Sommer mussten wir fast täglich wässern", sagt Josef Hochleitner. Zweimal im Jahr werden die Blumenwiesen gemäht.

Herbstlicher Blütenteppich

Derzeit prangen sie in Gelb: Kronenwucherblumen verwandeln die Flächen entlang der Stahlstraße in einen herbstlichen Blütenteppich. Nicht nur Honigbienen profitieren davon: Im Auftrag der voestalpine hat die Außenstelle Marchtrenk des Instituts Hartheim neun Insektenhotels gebaut und mit Schilf und Ton befüllt.

Sie haben Lokalkolorit, denn die Unterkünfte für Wildbienen und andere Insekten sind maßstabsgetreue Nachbildungen von Gasometer, Stahlwelt und dem Betriebsgebäude 75, dem Sitz der Steel Division des Konzerns.

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Segelfalter: Denkt man an Schmetterlinge, kommen einem meist farbenfrohe, elegante Tagfalter in den Sinn. Wie dieser Segelfalter, der vor der Haustüre von Anton Hinterhölzl aus Garsten saß.

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Der Segelfalter, ein Tagfalter

Ampfer-Wurzelbohrer: Nur wenige denken dabei an die unscheinbaren Nachtfalter, die im Volksmund übrigens Motten genannt werden. Einer dieser nachtaktiven Falter flatterte Reinhard Biermair vor die Linse. Der kleine, recht häufige Ampfer-Wurzelbohrer lebt meist im Umfeld von Menschen.

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Ampfer-Wurzelbohrer, ein Nachtfalter

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Alfons Krieglsteiner

Redakteur Land und Leute

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