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Schau aufs Land

Viele Baustellen im Kampf gegen den Flächenfraß

Von Alfons Krieglsteiner, Roland Vielhaber und Markus Staudinger   10. Mai 2019 00:04 Uhr

Viele Baustellen im Kampf gegen den Flächenfraß
Der Gegensatz ist eklatant: Jeden Tag wird eine Fläche von 11,5 Hektar verbaut.

LINZ. Ausfransende Orte, zersiedelte Flächen: Unsere Landschaft schaut von oben aus wie ein Fleckerlteppich, Was tun gegen den "Flächenfraß" und die damit einhergehende Versiegelung der Böden, die großen Anteil am Schwund der Artenvielfalt hat?

Fachleute des Landes Oberösterreich arbeiten derzeit am Entwurf für eine Novelle der Raumordnung. Bis zum Sommer soll er fertig sein.

Experten hoffen auf einen mutigen Entwurf: "Man muss wieder besiedeln, was schon besiedelt ist – und darf nicht ständig neue Flächen verbrauchen", sagt Immobilienunternehmer Georg Spiegelfeld. Oder Ausgleichsmaßnahmen einfordern. "Wenn man in Sachsen-Anhalt Boden versiegelt oder eine Widmungsänderung beantragt, muss man dafür im Gegenzug anderswo Verbesserungsmaßnahmen wie eine Aufforstung vornehmen", sagt Spiegelfeld.

"Bis 2030 müsste bei uns gar nichts mehr neu zu Bauland gewidmet werden, weil es genug bestehende Bauflächen gibt, die wieder genutzt oder effizienter entwickelt werden sollten", sagt Heinz Plöderl, Sektionschef der Architekten in der Ziviltechnikerkammer Oberösterreich und Salzburg. Er plädiert für die Einrichtung örtlicher Kernzonen. Wenn in diesen eine neue Bauwidmung erfolge, müsse im Gegenzug eine alte Widmung außerhalb dieser Zonen wegfallen.

"Der Flächenverbrauch muss auf das notwendige Minimum beschränkt werden", sagt auch Hans Hingsamer, Präsident des oö. Gemeindebundes. Für die Gemeinden gelte: "Erst schauen, was man an Siedlungsraum schon hat." Er schränkt allerdings ein, dass Sanieren oft teurer sei als ein Neubau. Hinzu komme, dass man in Industriegebieten oder ausgewiesenen Geschäftsbereichen keine Wohnhäuser integrieren könne. Zudem seien Flächen, für die noch "Altwidmungen" gelten, oft nicht verfügbar, weil mit ihnen spekuliert werde. "Dann muss man eben Einschnitte machen und die Widmung von Bauland, das länger als zehn Jahre nicht genutzt wird, hinterfragen", sagt dazu Spiegelfeld.

Aufruf zum Bodenschutz

Hingsamer sieht bereits Fortschritte: "Seit 2012 ist der Flächenverbrauch bundesweit von 23 Hektar pro Tag auf 11,5 Hektar zurückgegangen." Doch auch das sei noch zu viel. Das sagt auch Kurt Weinberger, Vorstandschef der Hagelversicherung: "Tatsache ist aber, dass noch immer zu viel an Fläche neu verbaut wird. Wir müssen uns diesem Umweltproblem stellen und konsequent an einer Korrektur der Bodenpolitik arbeiten."

Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (VP) sagt: "Wir wollen Flächenverbrauch und Leerstände reduzieren und Ortskerne stärken, indem sich dort wieder der Handel ansiedelt." Details will er aber vor Fertigstellung des Entwurfs des neuen Raumordnungskonzepts nicht bekanntgeben.

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