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Schau aufs Land

Die Natur ist schon auf "Blümchensex" eingestellt

Von Alfons Krieglsteiner   19. März 2019 16:54 Uhr

Basiskurs für eine wesensgemäße Bienenhaltung
Das Volk steht im Mittelpunkt.

Es werde Licht in Feld, Wald und Garten: Im Naturkalender ist jetzt das Frühlingserwachen angesagt.

Der Vorfrühling geht zu Ende. Mit ihm hat wieder der Jahreslauf von Werden und Vergehen begonnen. An der sonnigen Südseite des Hauses machen sich jetzt die Fliegen breit, und unter dem abgestorbenen Laub krabbeln Marienkäfer. Die Natur ist auf "Blümchensex" eingestellt: Die ersten Hummeln, Bienen und Falter machen sich als bestäubende Liebesboten nützlich.

Am reizvollsten ist die Natur, wo man ihr Wildwuchs gestattet. Im Laubwald zum Beispiel: "Dort dringt jetzt noch genug Licht auf den Boden, Startsignal für die Frühblüher", sagt Naturvermittler Klaus Wanninger, der Initiator des Projekts "Naturkalender Oberösterreich". Sie haben unterirdische Vorratsbehälter – Zwiebeln oder Wurzelstöcke. So können sie sich gleich nach der Schneeschmelze entfalten.

Oberhalb von 800 Metern blüht das Schneeglöckchen in Auwald, Wiese und Garten erst richtig auf. In tieferen Lagen ist es hingegen schon verblüht. Traurig scheint es dann sein Köpfchen hängen zu lassen. Doch der Eindruck trügt: Es ist sein Überlebenstrick!

Aus der Blüte entwickelt sich bald die Fruchtkapsel, an deren Samen ein fleischiger Fruchtkörper angewachsen ist. Wenn der Stängel nach der Fruchtbildung schlaff zu Boden sinkt, können Ameisen an den Samen kommen und ihn zu ihrem Bau tragen. Unterwegs fressen sie den Nährkörper oft auf und lassen den eigentlichen Samen liegen. So kann sich die Pflanze ausbreiten.

Viele Vögel sind schon da

Im Garten des Gmundner Obstbauexperten Heinrich Metz blüht schon die frühe Marillensorte "Aurora". Entgegen kommt ihr die temperierende Wirkung des Traunsees, der die Nachtwerte um zwei Grad erhöht.

Ein Kichern liegt in der Luft. "Kickkick!" Die Balzrufe des Buntspechts, der jetzt als Lockvogel für die Weibchen sein Revier abfliegt. Von exponierten Baumwipfeln flötet die Singdrossel dazu, und aus dem Gebüsch dringt das Ticksen des Rotkehlchens.

Die Stare sind auch schon da, zwei Wochen zu früh: Der Klimawandel lässt grüßen.

Hunderte Krokusse strecken im Naturgarten ihre Blüten den bestäubenden Insekten entgegen. "Zuerst kommen die blauen, dann die gelben, weißen und zuletzt die orangefarbenen Zuchtsorten", sagt Metz. Traubenhyazinthen, Palmkätzchen und Schneeball ergänzen die frühe Blütenfülle.

Und die Schneerose, die sagenumwobene "Nieswurz" mit zartrosa überhauchten Blütenhüllblättern, die nach der Befruchtung vergrünen und ihr lange erhalten bleiben. Auch Christwurz heißt sie, denn in sehr milden Wintern blüht sie schon zu Weihnachten. Normaler Blühbeginn ist aber Anfang März.

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