Lade Inhalte...

Chronik

Festnahmen und Pfefferspray-Einsatz bei Corona-Demo in Wien

Von nachrichten.at/apa   10. April 2021 17:36 Uhr

CORONA: DEMONSTRATION VON CORONA-MASSNAHMENGEGNERN IN WIEN
Demonstranten bei dem Versuch eine Straßensperre zu durchbrechen.

WIEN. 15 Festnahmen und einige hundert Verwaltungsstrafanzeigen wegen Nicht-Einhaltung der Corona-Maßnahmen hat es am Samstag im Zuge einer Demonstration gegen die Corona-Politik der Regierung in Wien gegeben.

Im Verlauf des gesamten Einsatzes seien außerdem drei Polizisten verletzt und zwei Dienstkraftfahrzeuge beschädigt worden, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Insgesamt habe es 22 Versammlungen gegeben, wovon sieben im Vorfeld untersagt worden seien.

Begonnen hatte die von den Organisatoren als "Mutter aller Demos" angekündigte und von der Polizei im Vorfeld untersagte Kundgebung zunächst friedlich zu Mittag im Schweizergarten beim Wiener Hauptbahnhof. Die Organisatoren um den Anti-Corona-Aktivisten Martin Rutter hatten unter dem Motto "Der Park ruft" dazu aufgefordert, angesichts des sonnigen Wetters mit Kindern zu kommen und die frische Luft zu genießen.

Kinder waren unter den von der Polizei zunächst mit einigen Hundert, später dann mit rund 3.000 bezifferten Teilnehmern allerdings kaum - an Ort und Stelle befanden sich unter anderem die FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch und der Identitäre Martin Sellner. Neben österreichischen, Regenbogen- und Bundesländer-Fahnen waren auch Flaggen der Verschwörungstheoretiker-Gruppe QAnon zu sehen. Dazu kamen noch zahlreiche Personen in Thor-Steinar-Outfits, einem Erkennungsmerkmal der rechtsextremen Szene.

Video: Am Samstag fanden wieder Demonstrationen gegen die Coronavirus-Maßnahmen der Regierung statt.

Zum Teil trugen die Teilnehmer Transparente mit Aufschriften wie "Kurz ist der Weg in die Diktatur". Reden gab es keine, hauptsächlich wurde Bier getrunken und Musik gehört. Großteils habe die Veranstaltung "keinen Manifestationscharakter" gehabt, so ein Polizeisprecher zur APA. Die Polizei hatte die Straßen rund um den Schweizergarten bis zum Hauptbahnhof abgesperrt. Vereinzelt wurden schon im Park Anzeigen ausgesprochen, nachdem Teilnehmer Beamte angepöbelt hatten.

Ein Teil der Demo-Teilnehmer zog später zum Landstraßer Gürtel, wo es beim Versuch des Durchbrechens einer Sperre zum Zusammenstoß mit der Polizei kam. Diese wollte ein Aufeinandertreffen mit einer rund 1.000 Teilnehmer umfassenden Gegendemonstration von antifaschistischen Gruppen verhindern. Nachdem die Demonstranten die Beamten mit Bierdosen beworfen hatten und die Sperre durchbrechen wollten, wurde auch Pfefferspray eingesetzt und die Demo für aufgelöst erklärt.

Video: Christoph Bendas (ORF) mit einem Lokalaugenschein von der Corona-Demo in Wien.

Das hinderte die Demonstranten aber nicht, bei einer weiteren Straßensperre beim Belvedere durchbrechen zu wollen. Dazu wurden Seile mit Karabinern verwendet, mit denen die Sperren aus der Verankerung gehoben wurden. Es wurden auch wieder Bierdosen geworfen. Die Polizei setzte daraufhin erneut Pfefferspray ein. Gegen 16.00 Uhr hatte sich die Lage dann vorerst beruhigt - viele Teilnehmer verließen die Kundgebung.

Am späten Nachmittag löste sich die Demo nach und nach auf. Allerdings fanden vereinzelt Gruppen wieder zusammen, die die Exekutive aber erfolgreich auflösen konnte. Gegen 18.00 Uhr sei es dann aber im Bereich der Babenbergerstraße zu einem Raufhandel und zu einer schweren Körperverletzung mutmaßlich zwischen einem Demonstranten der Coronamaßnahmen-Gegner und den Gegendemonstranten gekommen, so die Polizei. Hierbei sei eine Person im Gesichtsbereich verletzt worden. Daraufhin sei der Demonstrationszug der Gegendemonstranten im Bereich der Bellariastraße angehalten und 118 Identitäten festgestellt worden, teilte die Polizei mit.

CORONA: DEMONSTRATION VON CORONA-MASSNAHMENGEGNERN IN WIEN
Corona-Demo in Wien

Kurz-Appell in Richtung Demonstranten

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Vormittag in Richtung der Demonstranten erneut die Notwendigkeit der aktuellen Corona-Maßnahmen unterstrichen. "Dass die Maßnahmen unpopulär sind, ist vollkommen klar. Da geht es uns so wie Ihnen und der restlichen Bevölkerung." Jeder wolle sein altes Leben zurückhaben. "Gleichzeitig wollen wir alle, wenn wir krank sind und einen Platz auf einer Intensivstation brauchen, diesen auch erhalten." Er sei aber überzeugt, dass man mit steigendem Impffortschritt alles tun müsse, um rasche Öffnungsschritte zu setzen.

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr zum Thema

mehr aus Chronik

358  Kommentare expand_more 358  Kommentare expand_less