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Chronik

Zahl der Corona-Kranken in Österreich auf unter 1000 gesunken

Von nachrichten.at/apa   14. Mai 2020 16:42 Uhr

Derzeit steht die "Corona-Ampel" in den meisten Bezirken auf Grün, wie Anschober am Donnerstag demonstrierte.

WIEN. 949 Menschen sind in Österreich mit Stand Donnerstagfrüh (8.00 Uhr) aktuell mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Geht es nach den offiziellen Tests, ist ein Drittel Österreichs "coronafrei". Anschober hält eine beschleunigte Öffnung ab Juni für denkbar.

Gemäß den vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Daten wurde nämlich in 33 von 94 Bezirken seit 14 Tagen keine Neuinfektion registriert. Ein "Ampelsystem" wie in Deutschland lehnt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zwar ab. Sollte alles gut gehen, könnte die Öffnung ab Juni aber beschleunigt werden.

Anschober kündigte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag an, die Situation in der ersten Juni-Hälfte vertiefend prüfen zu wollen. "Wenn es ein gutes Ergebnis ist, könnte es durchaus auch zu einer Beschleunigung von Öffnungsmaßnahmen führen", sagte der Minister.

>> Die Pressekonferenz in voller Länge:

Kein "Ampelsystem"

Ein regionales "Ampelsystem" wie in Deutschland lehnte der Minister auf Nachfrage allerdings ab. Vorgeschlagen hat ein solches Ampelsystem für Deutschland das Robert Koch Institut. Demnach soll es regionale Einschränkungen geben, wenn die wöchentlichen Neuinfektionen in einem Bezirk 50 Fälle pro 100.000 Einwohner überschreiten. Für Österreich hat der Complexity Science Hub ein solches System online gestellt (http://go.apa.at/2F4zS9Dm). Hier liegt der Grenzwert bei zehn Fällen je 10.000 Einwohner binnen 14 Tagen.

Derzeit stünde eine solche Ampel in den allermeisten österreichischen Bezirken auf Grün. Denn nur in zwölf von 94 Bezirken liegt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen pro 10.000 Einwohner über eins. Am meisten sind es demnach - wegen zahlreicher Infektionen in einem Pflegeheim - im steirischen Bezirk Weiz (29 Neuinfektionen bzw. 3,2 pro 10.000 Einwohner), in Horn (8 Fälle bzw. 2,6 pro 10.000 Einwohner) und in Wien (368 bzw. 1,9 pro 10.000 Einwohner).

In den allermeisten Bezirken liegt die Infektionsquote dagegen unter 1 und damit im grünen Bereich, in 33 Bezirken wurde in den vergangenen 14 Tagen sogar überhaupt keine Neuinfektion mehr registriert.

>> Video: Anschober kündigte an, dass die bisherigen Maßnahmen durch Antikörpertests ergänzt werden.

Während in Deutschland auf Basis solcher Kategorien über regionale Einschränkungen entschieden werden soll, lehnt Gesundheitsminister Anschober ein Ampelsystem für Österreich ab. Es handle sich nämlich um einen politisch definierten Grenzwert. Außerdem suggeriere das System, dass alles unter dem Grenzwert kein Problem sei.

Österreich werde daher weiterhin alle 14 Tage Öffnungsschritte setzen. Bei regionalen Infektionsherden müsse man zwar regional eingreifen. Dies allerdings auf Basis von Clusteranalysen, Evaluierungen und Kontrollmaßnahmen und nicht auf Basis eines Ampelsystems: "Ich glaube nicht, dass das ein gutes Vorbild für Österreich ist."

Weniger als 1000 aktiv Erkrankte

Am Donnerstag wurde erstmals seit 16. März die Zahl von 1.000 derzeit an SARS-CoV-2 erkrankten Menschen im Land unterschritten. Bisher gab es bundesweit in Summe 15.980 positive Testergebnisse.

234 Menschen befanden sich aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung, davon lagen 54 auf Intensivstationen. In Vorarlberg musste wie am Vortag kein einziger Erkrankter im Krankenhaus behandelt werden, auch in Kärnten (zwei) und im Burgenland (drei) blieb die Zahl der Hospitalisierten gering.

Ein neuer Fall in Oberösterreich

51 neue Fälle wurden von Mittwoch auf Donnerstag aus Wien vermeldet. Diesen im Vergleich der vergangenen Tage doch höheren Anstieg erklärte ein Sprecher des Krisenstabs der Stadt damit, dass davon überwiegend Personen aus Familienbänden schon infizierter Menschen betroffen seien.

Außer in der Bundeshauptstadt ergab sich ein Zuwachs an aktiv Erkrankten nur in Oberösterreich, wo es genau einen neuen Fall gab. Nur noch 27 Personen sind aktuell erkrankt, von ihnen befinden sich 13 auf einer Normalstation im Spital und drei auf einer Intensivstation. 255 Menschen befanden sich Donnerstagmittag noch in Quarantäne.

81-jähriger Linzer gestorben

Die Zahl der an oder mit Coronavirus Verstorbenen stieg am Donnerstag auf 60. Ein 81-jähriger Mann aus Linz mit Vorerkrankungen ist im Kepler Uniklinikum gestorben. 

Seit der weitgehenden Zurücknahme der Ausgangsbeschränkungen mit 1. Mai haben sich die Zahlen bei den Neuinfektionen insgesamt nur geringfügig verändert. Aus der einstigen "Corona-Hochburg" Tirol werden täglich nur noch wenige neue Fälle gemeldet. Einzig in der Millionenstadt Wien und in Niederösterreich sind die täglichen Zuwächse - wie auch die Zahl der Genesenen - mitunter zweistellig.

626 Menschen sind in Österreich bisher an einer Erkrankung an oder mit Covid-19 verstorben. Von Mittwoch auf Donnerstag erhöhte sich die Opferzahl um zwei, nachdem aus Niederösterreich zwei Todesfälle gemeldet worden waren.

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