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Chronik

Zahl aktiver Covid-Fälle in Österreich weiter rückläufig

Von nachrichten.at/apa   05. April 2020 13:08 Uhr

Die Zahl der Testungen ist auf mehr als 108.000 gestiegen. 

WIEN. Erneut lassen die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Österreich einen positiven Trend erkennen: Die Gesamtzahl der aktiven Covid-19-Fälle ging laut Zahlen des Innenministeriums um drei Prozent zurück.

Die Zahl der positiv Getesteten stieg auf 11.767 Fälle an, womit der Zuwachs im 24-Stunden-Vergleich 2,1 Prozent ausmacht. Die Verdopplungszeit würde derzeit rund 19 Tage ausmachen. Die kritische Zahl der Covid-19-Erkrankten auf Intensivstationen blieb mit 244 am Sonntag zum dritten Mal infolge fast unverändert und sank im Vergleich zu Samstag sogar um eine Person. 

Laut Ministerium befanden sich am Sonntagvormittag 1.056 Personen aufgrund des Coronavirus im Krankenhaus, davon 244 der Erkrankten auf Intensivstationen, so die Zahlen des Innenministeriums. Somit reduzierte sich die Gesamtbelegung um 15 Personen, jene auf den Intensivstationen blieb zumindest drei Tage lang nahezu unverändert, was insofern von Bedeutung ist, da die Behandlungsdauer bei SARS-CoV-2-Positiven nach bisherigen Erfahrungen besonders lange andauert.

Zwar sind mit heutigem Stand österreichweit 204 Personen mit oder an den Folgen von Corona verstorben, 2.998 sind aber wieder genesen. Damit macht die Gesamtzahl der aktiven Covid-19-Fälle 8.565 aus - das ist die Anzahl der bis Sonntag 11.767 positiv Getesteten abzüglich Verstorbener und abzüglich der bereits wieder genesenen Personen. Nachdem am Samstag (8.00 Uhr) noch 8.832 aktive Fälle registriert wurden, beträgt der Rückgang im 24-Stundenvergleich minus drei Prozent. Somit gibt es in Österreich zum zweiten Mal hintereinander weniger Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 als von der Krankheit bereits wieder Genesene.

108.000 Testungen

Die bisher durchgeführten Testungen stiegen in Österreich nach Angaben des Gesundheitsministeriums um rund 4.000 auf 108.416 (mit Stand 9.30 Uhr). Bestätigte 11.767 Fälle verteilen sich nach Bundesländern folgendermaßen: Burgenland (224), Kärnten (310), Niederösterreich (1.863), Oberösterreich (1.916), Salzburg (1.068), Steiermark (1.285), Tirol (2.690), Vorarlberg (722), Wien (1.689).

Von 204 Todesfällen - einer Zunahme von 18 gegenüber dem Samstag - waren nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums mit 53 die meisten in der Steiermark zu verzeichnen. Es folgten Wien mit 40, Tirol mit 35 und Niederösterreich mit 31. Die weiteren Bundesländer: Burgenland: drei, Vorarlberg, Kärnten und Burgenland jeweils vier, Salzburg 14 und Oberösterreich mit 20 mit oder an Corona verstorbenen Personen.

Ein positives Bild der Entwicklung rund um den Covid-19-Ausbruch in Österreich gibt auch eine neue Studie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der TU-Graz: Demnach ist die effektive Reproduktionsrate des Coronavirus seit 12. März kontinuierlich gesunken. Aktuell liegt die Steigerungsrate der Fallzahlen bei Null.

"Diese Analyse basiert auf den Daten der in das österreichische Epidemiologische Meldesystem (EMS) eingepflegten, neu aufgetretenen (inzidenten) Covid-19-Fälle. Relevante Falldaten wurden von der Abteilung Infektionsepidemiologie und Surveillance der AGES bei den zuständigen Behörden erhoben und im EMS komplettiert. Die Auswertung wurde mit Daten zum Stand 3. April 2020 (15.20 Uhr) durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt waren 11.419 Covid-19-Fälle gemeldet", schreiben die Experten um Lukas Richter und Daniela Schmid in der Arbeit zu "Epidemiologischen Parametern" von Covid-19.

"Rückläufiger Trend"

Die Hauptaussagen: "Das hier angewendete Modell liefert eine geschätzte tägliche Steigerungsrate von Null Prozent für den Zeitraum von 20. März bis 1. April. Aufgrund der Schwankungen der inzidenten (auftretenden; Anm.) Fälle innerhalb dieser Periode mit Fallzahlgipfel am 26. und 30. März gilt es abzuwarten, ob in den weiteren Tagen das tägliche Auftreten neuer Fälle ein Plateau einnimmt oder rückläufig ist. Die geschätzte tägliche effektive Reproduktionszahl und Steigerungsrate über die Zeit zeigen seit 12. März jedenfalls einen rückläufigen Trend."

Aus der grafischen Darstellung geht hervor, dass am 12. März in Österreich die effektive Reproduktionsrate des Virus noch ziemlich exakt zwischen 3,5 und 4,0 lag, dann aber ständig abnahm. Um den 23. März betrug sie nur noch 2. Das bedeutet, dass zur stärksten Zeit der Virusverbreitung eine angesteckte Person statistisch mehr als 3,5 weitere Menschen infizierte, dann entsprechend weniger. Die effektive Reproduktionszahl des Virus betrug laut den Berechnungen am 1. April nur noch 1,14. Für die Überwindung der Covid-19-Pandemie wäre eine Verringerung der Reproduktionszahl auf unter 1 notwendig. Das gilt für Österreich auch für die national effektive Reproduktionszahl.

"Jetzt müssen wir unbedingt durchhalten"

Die Kurve der geschätzten täglichen Steigerungsrate der positiven SARS-CoV-2-Befunde zeigte in Österreich eine ähnliche Entwicklung wie jene der Reproduktionszahl. Sie fiel ebenso seit 12. März ständig: von knapp 40 Prozent an diesem Tag auf rund 20 Prozent am 22. März und Null Prozent am 1. April.

Die Entwicklung könnte sich auch bereits in der Zahl der hospitalisierten Covid-19-Patienten darstellen: Laut Angaben der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) hat sich bei ihrer Zahl möglicherweise bereits erstmals ein Plateau ergeben. Laut den Experten, zum Beispiel dem Past President der Fachgesellschaft, Rudolf Likar, müssten die Österreicher trotzdem bei der Einschränkung der Sozialkontakte bleiben: "Auch wenn es jetzt schön ist, und die Verlockung groß, über Ostern rauszugehen und Freunde zu treffen: Jetzt müssen wir unbedingt noch durchhalten mit den Eindämmungsmaßnahmen."

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