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Chronik

Fehler mit Folgen: EuGH beschäftigte sich mit "Krone"-Kräuterpfarrer

Von nachrichten.at/apa   10. Juni 2021 13:06 Uhr

 Je frischer, desto wirksamer: Kren stärkt die Abwehrkräfte
Frisch geriebener Kren gilt als sehr gesund.

LUXEMBURG/WIEN. Eine Leserin hatte wegen eines Fehlers in der bekannten Kolumne stundenlang geriebenen Kren aufgetragen und laut eigenen Angaben eine "toxische Kontaktreaktion" erlitten.

Gegen einen fehlerhaften Gesundheitstipp des "Krone"-Kräuterpfarrers kann laut einem am Donnerstag veröffentlichten Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht erfolgreich nach der Produkthaftungsrichtlinie geklagt werden. Hintergrund ist die Beschwerde einer Leserin des Kleinformats: Sie hatte wegen eines Fehlers in der bekannten Kolumne stundenlang geriebenen Kren aufgetragen.

Die Klägerin hatte rheumatische Schmerzen im Sprunggelenk und hielt sich an den Rat von Kräuterpfarrer Benedikt aus dem Jahr 2016, diese mit geriebenem Kren zu bekämpfen. Allerdings war dem Kräuterpfarrer ein Tippfehler unterlaufen - in dem der Redaktion übermittelten Originalmanuskript, wie "Krone"-Anwalt Gottfried Korn gegenüber der APA sagte -, und die Einwirkzeit war nicht in Minuten, sondern in Stunden angegeben. Und daher habe sie eine "toxische Kontaktreaktion" erlitten, erklärte die Klägerin. Sie vertrat die Ansicht, dass der Verlag der "Kronen Zeitung" dafür hafte, und zwar gemäß der Produkthaftungsrichtlinie. Sie klagte unter anderem auf Schmerzensgeld.

Der Oberste Gerichtshof hatte daraufhin den EuGH um Klarstellung gebeten: Zu klären war, ob auch ein Druckexemplar einer Tageszeitung als fehlerhaftes Produkt nach der Richtlinie anzusehen ist.

Der EuGH kam nun zu dem Schluss, dass ein Exemplar einer gedruckten Zeitung mit einem unrichtigen Gesundheitstipp kein 'fehlerhaftes Produkt' im Sinne Produkthaftungslinie sei. Die gedruckte Zeitung sei nur der Träger dieser Dienstleistung. Allerdings, so der EuGH weiter, könnten "andere Regelungen der vertraglichen oder außervertraglichen Haftung anwendbar sein", die "wie die Haftung für verdeckte Mängel oder für Verschulden auf anderen Grundlagen beruhen".

Über den Schadenersatzanspruch selbst muss jetzt noch der OGH entscheiden.

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