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Chronik

Stronach als Präsident? Wie eine Satire-Meldung die Runde machte

Von nachrichten.at   14. September 2021 21:30 Uhr

Mit einer täuschend echten Website untermauerte das Thema der Tagespresse die am Vormittag an die Redaktionen versendete Einladung zur Pressekonferenz.

Die Satireseite "Die Tagespresse" führte am Dienstag alle großen Medienhäuser Österreichs mit einer gefälschten Polit-Kampagne hinters Licht.

Groß war die Aufregung am Dienstagvormittag in Österreichs Online-Redaktionen, als folgende Meldung aufpoppte: "Stronach will bei der Präsidentschaftswahl 2022 antreten" – so oder so ähnlich titelten nahezu alle relevanten Medien des Landes. Push-Mitteilungen wurden verschickt, Facebook- und Twitter-Beiträge im Eiltempo abgesetzt.

Der 89-Jährige, der 2012 mit dem "Team Stronach " in die heimische Politik eingestiegen war und dieses Projekt nur wenige Jahre später wieder beendet hatte, werde am Mittwoch seine Absicht zur Kandidatur auf einer Pressekonferenz verkünden, wurde vermeldet. "Frank Stronach ist zurückgekehrt, um das Land zu erneuern", hieß es in der vermeintlichen Einladung zur Vorstellung des "Zukunfsteams", dem angeblich auch ein Ex-Politiker und ein Ex-Fußballer angehören sollten. 

Völlig frei erfunden

Die Nachricht über die Rückkehr des skurrile Austro-Kanadiers, der bei den Nationalratswahlen 2013 immerhin auf fast sechs Prozent kam und in legendären Fernsehinterviews ein Millionenpublikum mit teils absurden Wortmeldungen unterhielt, verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet – obwohl sie völlig frei erfunden war. 

Das Team des österreichischen Satire-Magazins "Die Tagespresse" hatte die Ente in die Welt gesetzt und sie mit einer täuschend echten Website untermauert. Nur zwei Stunden und 500 Euro hätte es gebraucht, um die professionell wirkende Fake-Seite, die weiterhin online ist, zu erstellen. Nur in der Adresse im Impressum fand sich ein gut versteckter Hinweis auf das Satire-Blatt. 

"Hohle Phrasen und billige Homepage"

Nachdem die Nachricht die Runde gemacht hatte, stellten die Tagespresse-Redakteure die Falschmeldung richtig. Nicht mehr als zwei Arbeitsstunden habe man benötigt, um eine komplette politische Kampagne für einen Präsidentschaftswahlkampf aus dem Boden zu stampfen, heißt es in einem am Dienstag erschienen Artikel auf www.dietagespresse.com.

"Einige hohle Phrasen und eine billige Homepage reichen heutzutage aus, um eine glaubwürdige politische Bewegung entstehen zu lassen. Kostenpunkt: 500 Euro. Ist unsere Politik wirklich nur mehr so wenig wert?", so die Conclusio der Satiriker, die mit ihrer Aktion das Netz in Aufruhr versetzten. Auf Facebook und Twitter war die vermeintliche Stronach-Rückkehr und der Coup des Satiremagazins am Dienstag eines der Top-Themen. Wie Frank Stronach selbst auf die Aufregung um seine Person reagierte, ist nicht bekannt. Nur Kabarettist Alex Kristan hatte am Dienstagabend eine Idee:

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