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Chronik

Statistik Austria: Sterberate bei Geimpften deutlich niedriger

Von nachrichten.at/apa   25. Januar 2022 10:50 Uhr

Immunschwäche: Impfung schützt nicht alle
Corona-Impfung (Symbolbild)

WIEN. Die Statistik Austria hat die Daten des Nationalen Impfregisters sowie die Daten über Verstorbene im vierten Quartal 2021 analysiert. Das Ergebnis: "Ungeimpfte haben ein signifikant höheres Sterberisiko."

Bei der Auswertung der Todesfälle in Österreich im vierten Quartal 2021 hat sich gezeigt, dass Personen, die mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft wurden, unabhängig von Alter und Geschlecht ein deutlich niedrigeres Sterberisiko als ungeimpfte Personen haben. Die deutlichsten Unterschiede gab es laut Statistik Austria bei Personen höheren Alters.

"Ungeimpfte haben ein signifikant höheres Sterberisiko als jene, die zumindest eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten haben - das ist in beinahe allen Altersgruppen und unabhängig vom Geschlecht der Fall. Die deutlichsten Unterschiede sehen wir allerdings bei Personen höheren Alters: Im Zeitraum September bis Dezember 2021 starben rund 2.884 von 100.000 zumindest einmal Geimpften über 80 Jahre. Bei den Ungeimpften in der gleichen Altersgruppe war die Sterberate mit 6.676 je 100.000 mehr als doppelt so hoch", berichtete Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Dienstag in einer Aussendung.

Für die Analyse wurden die Daten des Nationalen Impfregisters sowie die Daten über Verstorbene im Zeitraum September bis Dezember 2021 verwendet. In der Auswertung wurden alle Sterbefälle unabhängig von der Todesursache berücksichtigt, wobei zwischen geimpften Personen (all jene, die zumindest eine Dosis eines in Österreich anerkannten Impfstoffs gegen Covid-19 erhalten haben) und ungeimpften Personen unterschieden wurde.

Die Statistik Austria wies in ihrer Aussendung abschließend darauf hin, dass bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen sei, dass mit den vorliegenden Daten keine gesicherten Aussagen über kausale Zusammenhänge getroffen werden können. So würden sich die Unterschiede zumindest teilweise dadurch, dass es in der Gruppe der Ungeimpften auch Personen gebe, die aufgrund schwerer Vorerkrankungen nicht gegen Covid-19 geimpft werden könnten. Darüber hinaus würden sich Geimpfte und Ungeimpfte in soziodemografischer Hinsicht und damit auch bezüglich Sterberisiko und Lebenserwartung unterscheiden.

Blickt man auf die altersstandardisierte Sterberate - bei dieser wird die Zahl der Sterbefälle anhand einer Standardbevölkerung um die Altersstruktur der Bevölkerung bereinigt - so zeigte sich folgendes Bild: Würde die Altersstruktur Österreichs der Standardbevölkerung von Eurostat entsprechen, wären in den vier Monaten von September bis Dezember 2021 rund 584 von 100.000 ungeimpften Menschen, jedoch nur 286 von 100.000 Geimpften verstorben.

Im September wären es 118 Tote von 100.000 ungeimpften Menschen, aber nur 65 Tote von 100.000 Geimpften gewesen. In den beiden darauffolgenden Monaten erhöhte sich die altersstandardisierte Sterberate zwar für beide Gruppen, aber in unterschiedlich hohem Ausmaß. Im November 2021 lag die altersstandardisierte Sterberate bei den Ungeimpften um 51 Prozent über dem September-Wert, bei mindestens einmal Geimpften jedoch nur um 24 Prozent. Im Dezember ging die altersstandardisierte Sterberate wieder zurück und lag bei den Geimpften nur noch vier Prozent, bei den Ungeimpften aber noch immer 41 Prozent über dem jeweiligen September-Wert. Bezogen auf jeweils 100.000 Personen gab es im Dezember 2021 rund 68 Todesfälle bei zumindest einmal gegen Covid-19-Geimpften und 166 Todesfälle bei Ungeimpften.

Sterberate bei Älteren mehr als doppelt so hoch

Wenn man anstelle der altersstandardisierten Sterberaten der Gesamtbevölkerung die Sterberaten einzelner Altersgruppen miteinander vergleicht, ergibt sich laut Statistik Austria ein ähnliches Bild - wobei es die deutlichsten Unterschiede eben bei den höchsten Altersgruppen gab: So starben im gesamten Zeitraum von September bis Dezember 2021 rund 2.884 von 100.000 zumindest einmal geimpften Personen im Alter ab 80 Jahren. Bei den Ungeimpften gleichen Alters war die Sterberate mit 6.676 je 100.000 mehr als doppelt so hoch. Auch bei den 60- bis 79-Jährigen fiel die Sterberate der Ungeimpften (947 je 100.000) annähernd doppelt so hoch wie bei jenen mit zumindest einer Impfdosis (483 je 100.000) aus.

Bei jüngeren Altersgruppen zeigten sich ähnliche Unterschiede, wenngleich auf generell deutlich niedrigerem Niveau: Bezogen auf je 100.000 Personen von 40 bis 59 Jahren gab es 75 Sterbefälle bei mindestens einmal Geimpften und 137 bei Ungeimpften; bei den 20- bis 39-Jährigen waren es 13 Todesfälle bei Personen mit zumindest einer Impfung gegen Covid-19 und rund 22 bei Ungeimpften.

Lebenserwartung sieben Jahre höher

Unter der Annahme, die beobachteten Sterbewahrscheinlichkeiten des Untersuchungszeitraums bleiben nicht nur kurzfristig, sondern ein ganzes Menschenleben lang unverändert auf diesem Niveau, ergäben sich auch deutliche Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen mindestens einmal Geimpften und Ungeimpften: Bei Männern würde die durchschnittliche Lebenserwartung von Geimpften bei 80,8 Jahren und bei Ungeimpften bei 73,6 Jahren liegen. Geimpfte Frauen hätten eine Lebenserwartung von 85,6 Jahren, ungeimpfte Frauen hingegen nur eine von 78,5 Jahren. Der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen mindestens einmal gegen Covid-19 Geimpften und Ungeimpften bewegte sich demnach bei rund sieben Jahren.

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