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Chronik

Schnee - 4.500 Haushalte in Osttirol ohne Strom

Von nachrichten.at/apa   15. November 2019 17:22 Uhr

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Bild 1/79 Bildergalerie: Kampf gegen die Schneemassen in den Alpen

LIENZ/KLAGENFURT. Aufgrund der am Freitagnachmittag wieder stärker werdenden Schneefälle sind am frühen Abend erneut 4.500 Haushalte in Osttirol ohne Stromversorgung gewesen.

Der weitere Verlauf sei wetterbedingt kritisch, teilte Stromversorger Tinetz mit. An diversen Störstellen könne wegen Lawinengefahr bzw. wegen zu hoher Personengefährdung nicht gearbeitet werden, hieß es.

Die 110kV-Versorgung im Umspannwerk Sillian fiel aus. Außerdem war auch die 25kV-Leitung bei Anras unterbrochen. Unversorgt waren Gruben-Tauerntal, Sillian bis Anras, Villgratental und das Gailtal bis zur Landesgrenze. Die Tinetz rechnete in den Abendstunden mit weiteren Störungen, wegen des mit dem Temperaturanstieg entstehenden Nassschnees.

Video: Wetterchaos hält an

Rote Warnung für Teile Osttirols und Oberkärntens

Eine "Rote Wetterwarnung" hat am Freitag die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) besonders für Teile Osttirols und Oberkärntens ausgegeben.

Die vor allem für die Südhälfte Österreichs sehr feuchte Wetterlage hält demnach bis Dienstag an. Regen und Schneefall können hier weiterhin für umstürzende Bäume, Überschwemmungen und Hangrutschungen sorgen.

Die Großwetterlage ändert sich den Meteorologen zufolge bis Anfang nächster Woche nur wenig. Über den Alpen mischen sich kalte Luft von Norden und feuchte Luft aus dem Mittelmeer-Raum. Mit der derzeit vorherrschende Südströmung stauen sich die Niederschlagswolken an der Südseite der Alpen und hier regnet und schneit es über Stunden stark, vor allem heute Freitag, in der Nacht auf Sonntag und wahrscheinlich am Dienstag.

Am Freitag kommen in Oberkärnten, in Osttirol und am Tiroler Alpenhauptkamm Niederschlagsmengen zwischen 50 und 90 Liter pro Quadratmeter zusammen, vereinzelt auch um die 120. Die Schneefallgrenze ist dabei sehr unterschiedlich. Anfangs schneit es noch bis in die Täler, später nur noch oberhalb von 1.000 Metern bis 1.700 Metern Seehöhe. In höheren Lagen kommen am Freitag 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee zusammen.

Regen und Schnee können weiterhin Probleme verursachen. Der Boden ist durch den Niederschlag der vergangenen Tage schon stark durchnässt und es sind Muren und Überschwemmungen möglich. Außerdem können Bäume unter der Last des Schnees Straßen, Schienen und Stromleitungen stürzen.

Am Samstag werden Regen und Schneefall in ganz Österreich seltener. Am Abend ziehen allerdings von Süden her die nächsten Regen- und Schneewolken auf. Am Sonntag am Vormittag regnet und schneit es im Westen und Süden Österreichs verbreitet, stark vor allem wieder in vielen Regionen von Oberkärnten über Osttirol bis zum Tiroler Alpenhauptkamm. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 50 und 90 Liter pro Quadratmeter, so die ZAMG.

Die Schneefallgrenze ist am Sonntag sehr unterschiedlich sein: In Vorarlberg und im Tiroler Oberland kann es bis in die meisten Täler schneien. In Osttirol und Kärnten liegt die Schneefallgrenze hingegen am Sonntag meist zwischen 1.000 und 1.800 Meter.

Nach dem derzeitigen Stand der Prognosen regnet und schneit es am Montag im Süden Österreichs wenig bis gar nicht. Am Dienstag muss man aber wieder verbreitet mit Regen und Schneefall rechnen, mit dem Schwerpunkt erneut im Gebiet von Oberkärnten über Osttirol bis zum Tiroler Alpenhauptkamm. Die Schneefallgrenze liegt dabei aus heutiger Sicht zwischen 800 und 1.500 Meter Seehöhe. Die weitere Entwicklung ist noch sehr unsicher, betonten die ZAMG-Meteorologen. Derzeit zeichne sich für die zweite Wochenhälfte eine Ende der für den Süden Österreichs sehr feuchten Wetterlage ab.

 

 

Pegel in Kärntner Drau-Stauseen abgesenkt

Wegen der am Wochenende erwarteten Regenmengen sind die Pegel der großen Stauseen an der Drau in Kärnten abgesenkt worden. Wie der Kraftwerksbetreiber Verbund am Freitag mitteilte, waren die Seen bei Rosegg, Feistritz im Rosental und Völkermarkt betroffen: Der Pegel dort liegt nun 1,5 bis 2,5 Meter unter dem Normalniveau.

Schienenersatzverkehr im Drautal unterbrochen

Wegen anhaltender Schneefälle musste am Freitagnachmittag im Osttiroler Drautal bis auf weiteres auch der Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Lienz und Innichen eingestellt werden. Die Straßenverhältnisse seien zu unsicher, teilten die ÖBB mit. Zuvor hatte bereits der Zugverkehr eingestellt werden müssen, da mehrere umgestürzte Bäume die Oberleitung beschädigt hatten.

Kärnten erwartet drei Niederschlagswellen

In Kärnten hat am Freitag angesichts der Wetterlage der Landeskrisenstab getagt. Wie Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ) nach der Sitzung vor Journalisten sagte, erwarte man für (heute) Freitag sowie für Sonntag und kommenden Dienstag drei Niederschlagswellen. Dazu komme auch noch Sturm. Kopfzerbrechen bereiten den Einsatzkräften schwankende Schneefallgrenzen.

An der Sitzung nahmen Behördenvertreter, Lawinenwarndienst sowie Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Bundesheer und Meteorologen teil. In der Karnischen Region, also an der Südgrenze Kärnten, erwartet man am Freitag in der Zeit von 15.00 bis 22.00 Uhr Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. "Der Wind an sich wäre kein Problem, er könnte aber in Kombination mit den schwer mit Schnee beladenen Bäumen eines werden", sagte Fellner. Insgesamt werde das Wetter aber nicht "so dramatisch wie vergangenes Jahr" ausfallen, meinte Fellner mit Hinweis auf das Sturmtief Vaia im Oktober 2018: Damals hatte der Sturm ganze Wälder in Kärnten verwüstet, mehrere Flüsse traten über die Ufer.

Was Überschwemmungen angeht, so erwartet man dieser Tage, dass vor allem kleinere Flüsse über die Ufer treten könnten, worauf sich die örtlichen Feuerwehren vorbereiten würden. Die Niederschlagsmenge vorherzusagen sei allerdings schwierig, so Fellner, da die Schneefallgrenze ständig schwanke. Bereits aufgeweichte Böden könnten mit noch mehr Regen zum Problem werden. Und nicht zuletzt hatte das Sturmtief Vaia mancherorts Schutzwälder vernichtet, weshalb Lawinengefahr droht, wie etwa im Lesachtal.

Wie der Katastrophenschutzbeauftragte Markus Hudobnik sagte, seien die Katastrophenschutzzüge der Feuerwehren schon in Alarmbereitschaft. In den Gebieten, in denen es bereits viel geschneit hat, steht ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres im Einsatz. Er befreit im sogenannten "Downwash-Flug", also mit dem Abwind des Rotors, Bäume vom Schnee. Laut Fellner sei man auch darauf vorbereitet, kurzfristig Lawinen gezielt absprengen zu können. Und besonderes Augenmerk werde auf Flüsse gelegt, an denen derzeit an Hochwasserschutzbauten gearbeitet wird.

Osttiroler Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen

Aufgrund der anhaltenden intensiven Schneefälle hat das Land am Freitag die Osttiroler Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen. Neben der Lawinengefahr müsse auch die Schneebruchgefahr beachtet werden, da Bäume und Äste aufgrund der Schneelast brechen könnten. Zudem sollten auch Vorkehrungen für mögliche Stromausfälle getroffen werden.

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Noch bis Mitternacht wurden in Osttirol und am Alpenhauptkamm intensive Niederschläge erwartet. Im Lienzer Becken und im Iseltal war mit Starkregen zu rechnen. "Die Bezirkseinsatzleitung beobachtet aktuelle Entwicklungen und reagiert umgehend, sobald entsprechende Maßnahmen benötigt werden", erklärte Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Die Hubschrauber des Bundesheeres sollen aus Sicherheitsgründen noch bis Montag in Lienz stationiert bleiben und auch der Landeshubschrauber stehe für Einsätze und Erkundungsflüge zur Verfügung.

Die Bildungsdirektion Tirol hatte am Freitag allen Schulen in Osttirol empfohlen, geschlossen zu halten. Für Osttirol und den Alpenhauptkamm wurde am Freitag Lawinenwarnstufe 4 der fünfteiligen Skala, also "große Gefahr", ausgerufen. Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, riet vor jeder Skitour oder Variantenfahrt abseits der gesicherten Pisten dringend ab.

Zudem waren im Tiroler Außerfern und im Osttiroler Drautal die Bahnstrecken unterbrochen. Bäume, die infolge der Schneelast umgestürzt waren hatten Oberleitungen und Oberleitungsmasten beschädigt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Die Stromversorgung in Osttirol konnte indes noch am Donnerstagabend weitgehend wieder hergestellt werden. Am Freitagnachmittag waren in sieben Gemeinden 33 Trafostationen unversorgt.

Auch in Südtirol kam es aufgrund der anhaltenden Schneefälle zu Störungen bei der Stromversorgung. Freitagnachmittag waren rund 1.220 Haushalte ohne Strom. Eine Reparatur der unterbrochenen Leitungen sei aufgrund des Wetters extrem schwierig, teilte der Stromverteiler Edyna mit. Zudem waren einige Straßen gesperrt. Im Schnalstal wurde eine Straße durch eine Lawine verlegt. Es sei mit Lawinen und Gleitschneelawinen, Baumstürzen, Steinschlägen und Rutschungen, kleinräumigen Überflutungen, Stromausfällen und Kommunikationsausfällen sowie mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, teilte das Land Südtirol mit.

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