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Chronik

Regenbogenparade: Halbe Million Menschen feierten bunte Party in Wien

Von nachrichten.at/apa   15. Juni 2019 16:49 Uhr

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Bild 1/86 Bildergalerie: Regenbogenparade: Bunte Party am Wiener Ring

WIEN. Sommerhitze, Menschenmassen und viel Party: Bei der 24. Wiener Regenbogenparade zogen am Samstag rund 460.000 bis 500.000 Teilnehmer durch die Wiener Innenstadt. Das ist ein neuer Rekord.

Die Veranstalter, die Homosexuellen Initiative Wien (HOSI), rechneten mit bis zu 500.000 Besuchern. Der Teilnehmerrekord wurde am Samstagnachmittag von einer Sprecherin bestätigt. 

Die Parade ist heuer Teil der EuroPride. Dabei handelt es sich um das größte europäischen Event der LGBTIQ-Community - also der homo-, bi-, trans- und intersexuellen Personen.

Kurz vor dem Start hielt Ex-Bundespräsident Heinz Fischer unter viel Gejohle und Applaus eine kurze Ansprache. Dabei mahnte er Zusammenhalt ein: "Gemeinsam können wir sehr, sehr, sehr viel erreichen." Ebenfalls kurze Reden hielten u.a. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, der grüne Bundessprecher Werner Kogler, SPÖ-Stadtrat Jürgen Czernohorszky und NEOS-Klubobmann Christoph Wiederkehr. Sie alle unterstrichen, sich für die Rechte von LGBTIQ-Menschen - also der homo-, bi-, trans- und intersexuellen Personen - einzusetzen.

Video: Fast 500.000 Menschen haben am Ring gefeiert und für Gleichberechtigung und mehr Toleranz demonstriert.

Conchita im knallengen Latexoutfit

Zu den promindesten Paradenteilnehmern zählte wohl Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst im knallengen, weißen Latexoutfit. Ihr Ziel bei der Outfitwahl war: "Dass ich gut ausschauen will", sagte sie. Auch vor der Hitze fürchtete sie sich nicht: "Da muss man durch."

Conchita war mit einem eigenen Truck unterwegs. Regenbogenparaden-Stammgast Hermes Phettberg ließ sich mit einem Mercedes-Oldtimer chauffieren.

Zu den promindesten Paradenteilnehmern zählte Conchita Wurst.

Demonstration für Gleichberechtigung

Dass es sich bei der Parade eigentlich nicht um eine Party, sondern vielmehr um eine Demonstration für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Menschen handelt, darauf machten zahlreiche Schilder und Plakate aufmerksam. "Gewalt ist die Waffe der Schwachen" oder "Kämpfe mit uns für eine transfreundliche Welt" war zu lesen.

Die Route der Parade führt entgegen der Fahrtrichtung um den Ring, zunächst vorbei an Parlament, Heldenplatz und Staatsoper. Anschließend führt die Strecke über den Stubenring zum Schwedenplatz und auf den Franz-Josefs-Kai. Schließlich geht es vorbei an der Börse und der Universität zurück zum Rathausplatz.

Erstmals Bundespräsident dabei

Mit der Abschlusskundgebung auf dem Rathausplatz ist am Samstagabend zumindest der offizielle Teil der Wiener Regenbogenparade beendet worden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Parade sprach dabei ein Bundespräsident. Alexander Van der Bellen kam mit seiner Frau Doris Schmidauer und richtete unter viel Applaus und Gejohle seine Worte an das Publikum. Das Staatsoberhaupt unterstrich dabei: "Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Intersex und queere Personen leben inmitten unserer Gesellschaft und werden auch weiterhin ein sichtbarer, respektierter und integraler Teil unserer Gesellschaft sein."

Nach den politischen Reden wurde als "Überraschungsgast" Melanie Geymonat auf die Bühne gebeten. Sie und ihre Freundin waren Opfer jener Prügelattacke in einem Bus in London, der vor einer Woche für große Empörung in Großbritannien sorgte - die OÖN haben berichtet. Sie wurde vom Publikum mit Standing Ovations begrüßt und Katharina Kacerovsky, Organisatorin der EuroPride, deren Teil die Regenbogenparade heuer ist, versicherte ihr volle Unterstützung: "Du bist nicht alleine."

Unschuldige Engel bis Dragqueens

Die Wiener Regenbogenparade ist auch bekannt für das bunt-schrille Styling zahlreicher Teilnehmer: Der Bogen spannte sich am Samstag vom "unschuldigen" Engel über Teufel bis hin zu Dragqueens, Bräuten und lustig-bunten Verkleideten. Die Regenbogenfarben waren natürlich omnipräsent. Auch von fast-nackt bis züchtig gekleidet war alles dabei.

Der US-Amerikaner Nick aus Seattle in Washington trug ein S/M-Outfit, mit Lederpeitsche in der Hand. Bei ihm war nur das Wichtigste verdeckt, seine Kehrseite hingegen komplett nackt.

 

200 Teilnehmer bei "Marsch der Familie" 

Fast schon traditionell findet am Tag der Regenbogenparade auch der "Marsch für die Familie" in Wien statt. Während es bei der Parade um die Gleichberechtigung der homo-, bi-, trans- und intersexuellen Personen ging, wurde beim Familien-Marsch am Samstag u.a. das traditionelle Bild von Ehe nur zwischen Mann und Frau hochgehalten. Laut Polizei nahmen rund 200 Personen teil.

Bei den Teilnehmern der Demonstration, zu der die "Plattform Familie" aufgerufen hatte, handelte es sich tendenziell um Strenggläubige. Darauf wiesen auch Schilder mit Botschaften wie "Familie = Vater, Mutter, Kinder" oder "Abtreibung ist Mord" hin. Einer der Mit-Organisatoren ist der ehemalige PEGIDA-Sprecher Georg Immanuel Nagel. Am Rednerpult stand neben anderen auch die nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel. Sie sicherte den Teilnehmern ihre politische Unterstützung zu.

Der "Marsch für die Familie" verlief friedlich, wohl auch ob der hohen, sichtbaren Polizeipräsenz. Die Beamten begleiteten den Zug vom Treffpunkt beim Ballhausplatz, durch die Innenstadt bis zum Stephansplatz, wo die Schlusskundgebung abgehalten wurde.

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