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Chronik

Massentests: Bisher wenige Infektionen registriert

Von nachrichten.at/apa   04. Dezember 2020 19:47 Uhr

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WIEN/INNSBRUCK. In Wien, Tirol und Vorarlberg haben am Freitag begleitet von IT-Pannen die ersten Corona-Massentestungen stattgefunden.

In Wien starteten die Massentests unter reger Beteiligung der Bevölkerung. Bisher sind 112 Infektionen mit dem Coronavirus diagnostiziert worden, teilte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Abend mit. Rund 24.000 Menschen haben sich am ersten Tag dafür angemeldet, wie in der ORF-Sendung "Wien heute" berichtet wurde. 112 ist die Zahl jener Personen, die nach einem positivem Ergebnis beim Schnelltest anschließend noch in den Testcentern einen von den Wiener Gesundheitsbehörden durchgeführten PCR-Test gemacht haben. Laut Stadt dürften bisher somit nicht ganz 0,5 Prozent der Untersuchungen ein positives Testergebnis gebracht haben. Exakte Zahlen zu den Teilnehmern lagen noch nicht vor, hieß es im Fernsehbericht.

Der erste Tag der Corona-Massentests in Vorarlberg ist mit einer Rate von 0,37 Prozent an positiven Testergebnissen zu Ende gegangen. Von 52.142 Tests fielen 192 positiv aus. Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Christian Gantner (beide ÖVP) bilanzierten zufrieden und appellierten an Unentschlossene, an den nächsten beiden Tagen an den Tests teilzunehmen. Innert Minuten könne man einen großen Beitrag zur Gesundheit der Allgemeinheit leisten, sagte Wallner.

In Tirol haben sich 76.197 Personen testen lassen - das sind 11,1 Prozent aller Testberechtigten. Insgesamt gab es dabei 202 positive Antigen-Testungen. Dies entspricht rund 0,3 Prozent aller durchgeführten Tests, teilte das Land Freitagabend mit. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zeigte sich über die Teilnehmerzahl erfreut. "Wir haben bereits sehr gute Rückmeldungen erhalten, dass die Abläufe vor Ort bestens funktionieren und man vielerorts den gemeinsamen, entschlossenen Kampf gegen das Coronavirus regelrecht spüre. Ich bedanke mich bei allen, die ihren Covid-Status bereits heute überprüfen haben lassen - Sie alle helfen dadurch mit, die Zahl der Corona-Infektionen in Tirol nachhaltig zu senken", meinte der Landeschef. Platter sprach von einem "reibungslosen Ablauf".

Start mit Pannen

Begleitetet wurde der Start der Massentestes von IT-Problemen. Trotz der Systemausfälle konnten die Tests ohne Auswirkungen auf die getesteten Personen abgewickelt werden. So war das Bundesheer in Wien, das die Tests organisiert, aber mit dem IT-System nichts zu tun hat, von Beginn für Notfälle gerüstet und stellte teilweise auf einen analogen Betrieb um.

"Für die zu testenden Personen hat das keine Auswirkungen, wir halten die geplanten Zeiten ein", sagte der Wiener Militärkommandant Kurt Wagner. Man nehme alle Daten auf Papier auf und würde diese anschließend elektronisch erfassen. Besonders die Teststation Stadthalle erfreue sich großer Beliebtheit, "dort ist der Zulauf enorm". Die Wiener Bevölkerung werde daher ersucht, sich an den Standorten Messe Wien und Marxhalle anzumelden und dort die freien Kapazitäten zu nutzen.

Großer Andrang in Tirol

Auch Tirol meldete zum Start der Corona-Massentestung einen großen Andrang. Die IT-Probleme führten dort dazu, dass alle negativ getesteten Personen vorerst nur verspätet oder keine Benachrichtigung erhielten. Die vom Gesundheitsministerium mit dem IT-System beauftragte A1-Tochter World Direct sprach am Freitag von "Kapazitätsengpässen", die bereits "erkannt und an deren Erweiterung gearbeitet" werde. In Vorarlberg, das ein eigenes IT-System betreibt, verlief der erste Testtag reibungslos.

Video: Pannenserie in Wien und Tirol

IT-Chaos bei Massentests

Probleme meldeten dagegen auch Bundesländer, in denen noch gar getestet wird. So haben in Salzburg und der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz Lehrer, deren Tests erst am Samstag beginnen, schon heute einen Termin bekommen. Das Bundesheer in Salzburg war schon startklar und führte am Vormittag kurzerhand vorzeitig Tests durch. Die Stadt Linz kündigte den Ausstieg aus dem System an.

Probleme auch in Niederösterreich

Mit der vom zuständigen Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellten Software gebe es auch in Niederösterreich "massive Anmelde-Probleme", sagte Stefan Spielbichler von Notruf NÖ am Freitag auf APA-Anfrage. Das Land setze deshalb auf das eigene System www.testung.at. "Es ist seit Donnerstagfrüh online", so der Sprecher. Auf der Plattform habe es seither schon mehr als 50.000 Anmeldungen gegeben.

Aus Kärnten und der Steiermark kamen keine Fehlermeldungen. Die Steiermark hält am Bundestool fest, hieß es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). "Die IT funktioniert im Großen und Ganzen vielleicht nicht so, wie es versprochen wurde, aber wir stellen uns der Situation", sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Er sei auf die Massentests im pädagogischen Bereich gespannt." Es sei ein wenig "Learning by doing", sagte Kaiser.

Opposition mit Kritik

Massive Kritik an den IT-Problemen, die vor zwei Tagen mit einem Datenleck begonnen hatten, übte die Opposition auf Bundesebene. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sprach von einem "chronischen Missmanagement". "Die Regierung ist nach dem Gemurkse bei der Corona-Ampel am besten Weg dazu, auch die so wichtigen Massentests zu vergeigen", so Deutsch.

Die Bundesregierung sorge jeden Tag "für eine veritable Panne im Kampf gegen das Coronavirus", attestierte FPÖ-Chef Norbert Hofer. "Der Bundeskanzler trägt in diesem Fall die Verantwortung für diese Pannen. Er hat die Massentests im Alleingang durchgesetzt und damit die Expertenmeinung des Gesundheitsministeriums konterkariert. Die Experten haben davon abgeraten, Massentests durchzuführen, weil sie eine Vielzahl an falschen Testergebnissen befürchtet hatten", so Hofer.

Für NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker "wird es immer offensichtlicher, dass diese Bundesregierung bei ihrem Krisenmanagement nichts mehr im Griff hat". "Die überstürzten Massentests, auf die Türkis-Grün ihren einzigen Fokus in der Bekämpfung der Pandemie legt, entpuppen sich als Flop und zeigen das Totalversagen dieser Bundesregierung."

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