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Chronik

Simon-Wiesenthal-Preis erstmals ausgeschrieben

Von nachrichten.at/apa   16. August 2021 13:33 Uhr

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka

WIEN. Der im Vorjahr vom Nationalrat beschlossene Simon-Wiesenthal-Preis (www.wiesenthalpreis.at) wird erstmals ausgeschrieben.

Prämiert wird zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust. Er ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Bewerbungsfrist läuft bis 30. September, die Verleihung ist für 9. Dezember 2021 angesetzt. Angesiedelt ist der Preise beim Nationalfonds der Republik für Opfer des Nationalsozialismus.

In einer Pressekonferenz am Montag würdigte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) Wiesenthal als "eine der außergewöhnlichsten Personen der Zweiten Republik". Er verwies auf dessen Motto "Recht, nicht Rache", unter dem es sich Wiesenthal nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen zur Aufgabe gemacht habe, jene den Gerichten zu übergeben, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu Schulden kommen ließen.

  • Video: Wolfgang Sobotka (ÖVP) auf der Pressekonferenz

Man stehe ihm gegenüber in großer Schuld. Es gehe um Aufarbeitung, denn "wenn man sich nicht der Geschichte stellt, dann stellt einen die Geschichte", aber auch um den Kampf gegen Antisemitismus. Sobotka sprach von einem Wandel zum Besseren und erinnerte daran, dass der 2005 verstorbene Wiesenthal unter SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky großen Anfeindungen ausgesetzt war, weil er die Wiederaufnahme einstiger Nationalsozialisten in öffentliche Ämter anprangerte.

Nationalfonds-Generalsekretärin Hannah Lessing unterstrich die internationale Ausschreibung des Preises. Bewerben können sich Gruppen oder Einzelpersonen, auch ein Akt der Zivilcourage oder ein Lebenswerk fällt unter die möglichen Voraussetzungen. Möglich ist zudem, andere für den Preis vorzuschlagen.

  • Video: Hannah Lessing (Generalsekretärin des Nationalfonds)

In der Jury befinden sich unter anderen die Historikerin Brigitte Bailer, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien und Österreich, Oskar Deutsch, sowie - als Vertreter der Familie Wiesenthal - der frühere IKG-Präsident Ariel Muzicant. Deutsch bedankte sich für die "wunderbare Idee", diesen Preis zu initiieren. "Er war der Stachel im Fleisch im Vergessen der Republik", sagte er über Wiesenthal. Deutsch äußerte die Hoffnung, dass der Preis die Erinnerung an dessen Wirken wachhalte und die Demokratie stärke.

  • Video: Oskar Deutsch (IKG)

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