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Chronik

Österreich oder Schweden: Welche Corona-Strategie ist besser?

Von nachrichten.at/apa   23. April 2020 09:51 Uhr

Volle Parks in Stockholm am 22. April 2020

WIEN. Mittlerweile halten immer mehr Österreicher die Corona-Maßnahmen der Regierung für übertrieben, aber auch von der lockeren Strategie der Schweden sind sie wenig überzeugt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Online-Befragung.

Die einschneidenden Maßnahmen der österreichischen Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben vor etwa vier Wochen noch eine Zustimmung von 90 Prozent der Bevölkerung erhalten.

Immer mehr Menschen in Österreich halten die Maßnahmen der Regierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus für übertrieben, wie Ergebnisse einer aktuellen Market-Umfrage zeigen. Nur mehr 79 Prozent der 1.000 Teilnehmer einer Online-Befragung finden, dass die Maßnahmen gerechtfertigt sind. 21 Prozent sind der Ansicht, dass übertrieben wird. Während vor vier Wochen noch 50 Prozent begeistert vom Vorgehen der Regierung waren, liegt der aktuelle Vergleichswert nur mehr bei 41 Prozent.

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Schweden von seinem Kurs überzeugt

Die Strategie Schwedens war es von Beginn an, möglichst wenige gesetzliche Verbote zu erlassen und keine Maßnahmen einzuführen, die länger als ein paar Wochen durchzuhalten sind. Unterstufen, Kindergärten, die Gastronomie, Hotellerie und anfangs sogar die Skigebiete blieben offen. Sowohl die Gesundheitsbehörden als auch Ministerpräsident Stefan Löfven operierten mit Empfehlungen wie beispielsweise, nach Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten oder ältere Verwandte einstweilen nicht zu besuchen.

Mehr als 2000 Tote

In Schweden sind mit Stand Donnerstag mehr als 2.000 Menschen mit Covid-19-Erkrankung gestorben. Landesweit ist bisher bei 16 755 Menschen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Verglichen mit Deutschland hat Schweden mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern auf die Bevölkerungszahl gerechnet etwas weniger registrierte Infektionsfälle, dafür aber pro Einwohner mehr als dreimal so viele Todesfälle.

Der freizügige Weg Schwedens rief vor allem im Ausland, wo im Gegensatz dazu mit gesetzlichen Mitteln teils drastische Einschnitte in den Alltag der Bevölkerung gemacht wurden, einiges an Skepsis hervor. Die vergleichsweise hohe Todesrate in Schweden schien die Bedenken auch zu bestätigen.

"Fehler gemacht"

Tegnell räumte unverblümt ein, dass bei der Arbeit in den Altersheimen "Fehler gemacht" worden seien. Tatsächlich sind rund ein Drittel aller Corona-Toten in Schweden Bewohner solcher Institutionen. Der Epidemiologe betonte aber, dass in Schweden fast nur Menschen ins Altersheim kommen, die eine verbleibende Lebenserwartung von wenigen Monaten haben.

Daher ist man in Schweden davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Bevölkerung halte sich zu 98 Prozent an die Ratschläge der Behörden, sagte Tegnell vergangene Woche in einem Journalistengespräch via Internet. Nun sollen zur Sicherheit bestimmte Berufsgruppen, die viel Kontakt mit Menschen haben, verstärkt auf das Virus getestet werden. 

Andere skandinavische Länder ziehen nach

Auch andere Länder - insbesondere in der skandinavischen Nachbarschaft - beginnen nun teilweise auf die schwedische Linie einzuschwenken und bestimmte Vorschriften zu lockern. Den Anfang machte Dänemark mit der Öffnung von Kindergärten und Schulen bis zur fünften Schulstufe unmittelbar nach Ostern. Das stieß bei vielen Eltern zunächst auf heftige Ablehnung. Die Regierung in Kopenhagen zeigte sich von den Protesten unbeeindruckt und verfügte, dass ab Montag auch einige persönliche Dienstleister wie Friseure oder Fahrschulen wieder aufsperren dürfen. Ab Montag sollen auch in Norwegen die Kindergärten wieder aufsperren, eine Woche später die Klassen der ersten vier Schulstufen.

Ausweg oder Irrweg? Österreichs Corona-Strategie im Vergleich zu anderen Ländern war kürzlich auch Thema bei der ORF-Diskussionssendung "Im Zentrum". Die ganze Folge zum Nachsehen: 

 

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