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Freier mit K.O.-Tropfen betäubt und beraubt: Hohe Haftstrafen in Wien

Von nachrichten.at/apa, 24. Juni 2024, 13:11 Uhr
Justizia Gericht
(Symbolbild)

WIEN. Mit hohen Haftstrafen ist am Montag am Wiener Landesgericht der Prozess gegen zwei Prostituierte und ihrem Hintermann zu Ende gegangen, die von Ende September bis Ende November 2023 zehn ältere und allein stehende Männer über Dating-Plattformen angeschrieben, Treffen ausgemacht und bei so genannten Hausbesuchen ausgeraubt hatten.

Eine 43-jährige Frau erhielt acht Jahre, eine 28-Jährige neun Jahre Haft. Ein 53-Jähriger, der im Hintergrund die Strippen zog, bekam 13 Jahre.

"Es gibt keine Zweifel, dass die Taten so begangen worden sind, wie es in der Anklage steht. Die Taten waren von langer Hand geplant", fasste der vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung zusammen. Bei der Strafbemessung erschwerend waren für den Schöffensenat die heimtückische Tatbegehungsweise, das vorgerückte Alter der Opfer sowie eine bzw. sieben Vorstrafen der 28-Jährigen bzw. des 53-Jährigen. Die Urteile sind bereits rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwältin als auch die Verteidigerinnen akzeptierten die für mehrfachen schweren Raub und kriminelle Vereinigung verhängten Strafen.

Mit Fake-Profilen gearbeitet

Die aus Ungarn stammenden Frauen hatten auf Dating-Plattform mit Fake-Profilen gearbeitet, auf denen wesentlich jüngere, attraktive Frauen zu sehen waren. Zu ihren Opfern zählte auch der legendäre Wiener Einbrecherkönig Ernst Walter Stummer, der am 4. Oktober 2023 von den beiden in seiner Wohnung aufgesucht, betäubt und ausgeraubt wurde. "Viel g'funden haben's net", hatte Stummer beim ersten Verhandlungstermin Ende Mai im Grauen Haus gewitzelt. Der mittlerweile 85-Jährige, der rund 30 Jahre seines Lebens inhaftiert war und die Republik Österreich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) auf die Anrechnung seiner Versicherungsmonate aus seiner Gefängnisarbeit auf seine Pensionszeiten verklagt hatte, hatte den Frauen eine Flasche Sekt serviert. Dass ihm dabei eine der beiden Frauen etwas ins Getränk mischte, bekam er nicht mit. Als er aus dem Dämmerschlaf aufwachte, waren neben den Frauen 50 Euro aus seiner Brieftasche verschwunden. Eine Armbanduhr hatten sie auch noch mitgehen lassen.

In sechs Fällen waren die zwei Frauen zu zweit, in vier Fällen die 43-Jährige allein vorgegangen. Nachdem die Opfer außer Gefecht gesetzt waren, kam laut Anklage der 53-Jährige in die Wohnung, durchsuchte die Räume und nahm die Wertsachen - darunter sogar einen 60 Kilo schweren Standtresor - an sich. Laut Anklage belief sich die Beute auf Bargeld und Schmuck im Wert von insgesamt 70.000 Euro, wobei zwei Betroffenen mit einem Schaden von 33.500 bzw. 23.200 Euro besonders übel mitgespielt wurde. Tatorte waren neben Wien die oberösterreichischen Metropolen Linz und Wels sowie Ortschaften am Dachstein und im Burgenland.

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