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Einschränkungen im Wahlarztsystem oder Attraktivierung des Kassensystems?

Von nachrichten.at/apa, 19. Juni 2024, 11:56 Uhr
Kassen- oder Wahlarzt? Warum sich viele gegen einen Vertrag entscheiden
(Symbolbild) Bild: Symbolfoto: colourbox

WIEN. Die Ärztekammer stemmt sich gegen mögliche Einschränkungen im Wahlarztsystem.

"Hier sind wir in einer Diskussion, die vollkommen sinnlos ist", sagte Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Stattdessen fordert die Ärztevertretung einmal mehr eine dringende Attraktivierung des Kassenbereichs. Mehr als 250 Kassenstellen - 166 davon Hausarztstellen - seien aktuell unbesetzt, die Besetzung werde immer schwieriger, so Steinhart.

Am Wochenende hatte der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ein Wahlarztverbot für Wiener Spitalsärzte angekündigt. Begrüßt wurde der Vorstoß von der österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Auch der Wiener Patientenanwalt Gerhard Jelinek sprach sich am Dienstag im "Ö1"- Morgenjournal für "gewisse Einschränkungen im Wahlarztsystem" aus, um die Versorgung der Spitäler mit Ärzten sowie der Kassenordinationen sicherzustellen.

"Zwangsmethoden"

Betroffen von dem in Wien geplanten Verbot sind laut Ärztekammer nur 44 Ärztinnen und Ärzte. Nur ein Prozent der beim Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) angestellten Ärzte würden weniger als zehn Stunden arbeiten, betonte die Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer Wien, Naghme Kamaleyan-Schmied. Fünf Prozent arbeiten zwischen zehn und zwanzig Stunden, viele davon seien Frauen mit Betreuungspflichten.

"Mit solchen Zwangsmethoden kann man vielleicht im Sozialismus was erreichen, aber nicht in einer offenen Gesellschaft, wie wird sie haben", meinte Dietmar Bayer, Vize-Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte. Er warnte davor, dass die betroffenen Ärzte im Falle eines Verbots die Spitäler verlassen würden. Statt Zwängen braucht es nach Ansicht der Ärztekammer ein Bündel an Maßnahmen zur Attraktivierung des Kassensystems.

"Kardinalfehler" der Gesundheitspolitik

Als "Kardinalfehler" der Gesundheitspolitik, der für das Aushungern des niedergelassenen Bereichs verantwortlich sei, bezeichnete Steinhart die sogenannte Kostendämpfung, um die Kostensteigerung des Gesundheitssystems zu begrenzen. Kritik übte der Ärztekammer-Präsident zudem daran, dass die Ärzte in der sogenannten Bundeszielsteuerungskommission zur Umsetzung der Gesundheitsreform nicht eingebunden sind.

Schrecklich sei auch, dass es zu dem vor drei Jahren von der Kammer vorgelegten einheitlichen Leistungskatalogs "nicht einmal Gespräche" gebe, kritisierte ÖAK-Vizepräsident Edgar Wutscher. Ein modernen einheitlicher Leistungskatalog dürfe keine Degressionen oder Limitierungen wie bisher enthalten, sagte er. Außerdem fordert die Ärztekammer zur Förderung der Kassenmedizin einen Starbonus von 100.000 Euro für alle offenen Kassenstellen und alle medizinischen Fächer, das Recht auf Medikamentenabgabe, eine "e-Health-Milliarde", die Verbesserung bei der elektronischen Gesundheitsakte ELGA sowie einen Ausbau des Impfprogramms.

Konkrete Zahlen, wie viele der im vergangenen Jahr von der Bundesregierung angekündigten zusätzlichen Kassenstellen mit dem Start-Bonus bisher besetzt wurde, konnte die ÖAK nicht nennen.

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5  Kommentare
5  Kommentare
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Utopia (2.871 Kommentare)
am 20.06.2024 15:36

Es gibt keinen Grund, das Wahlarztsystem einzuschränken oder gar zu verbieten. Allerdings sollten die Kosten transparenter gestaltet sein.
Ich suchte einmal einen Wahlarzt in unserem Ort wegen einem Rat auf. Es war dazu nur ein kurzer Blick notwendig und ein einziger Satz gab mir die gewünschte Info. Der Arzt verrechnete für einen Zeitaufwand von weniger als 2 Minuten € 75,-.
Beim nächsten Mal suchte ich einen Arzt vom gleichen Fach in 20km Entfernung auf. Ich bekam eine Behandlung mit einem Gerät, Zeitaufwand etwa 5 Minuten und dazu einen Rat. Die Rechnung machte €35,-.

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (27.571 Kommentare)
am 19.06.2024 15:42

Ohne Ausbau des Kassensystems würde ein Degradieren der Wahl- zu Privatärzten bewirken, dass die arme, kranke Kasse nicht mal mehr 80% sondern 0% des Mickrig-Tarifs refundieren muss.

Darf ich mich dann auch von der Kasse abmelden, wenn ich dann überhaupt nichts mehr bekomme?

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HJO (1.219 Kommentare)
am 19.06.2024 12:52

Ein Wahlarzt sagte einmal zu mir, mit Kassenvetrag würde er nicht soviel Zeit für mich aufwenden können.

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Gugelbua (32.288 Kommentare)
am 19.06.2024 12:15

die Politik reguliert seit Jahren unser Gesundheitssystem kaputt❗❗❗

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Utopia (2.871 Kommentare)
am 20.06.2024 15:37

Nicht nur das Gesundheitssystem!

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