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Chronik

Die Natur des Jahres 2022

03. Januar 2022 00:04 Uhr

4-blättrige Einbeere
4-blättrige Einbeere

Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt stellen Naturschutz-organisationen und wissenschaftliche Gesellschaften alljährlich ins Rampenlicht, indem sie ausgewählte Vertreter zur „Natur des Jahres“ küren.

4-blättrige Einbeere

Pflanze des Jahres ist die "Vierblättrige Einbeere". Sie wächst in feuchten Laub- und Mischwäldern. Ihr kahler Stängel ist mit vier gleich hoch stehenden Blättern und einer blauschwarzen Beere (für Menschen giftig) an der Spitze gekrönt.

Spodumen

Spodumen ist ein natürlich vorkommendes Kettensilikat. Chemisch rein ist es farblos. Durch Verunreinigungen ergeben sich jedoch viele Farben, teilweise auch intensive rosarote, violette, grüne und gelbe Varietäten, die gern als Schmucksteine verwendet werden.

Spodumen
Spodumen

Der Luchs

Der Eurasische Luchs mit seinen Pinselohren und dem kurzen Schwanz gehört mit Braunbär, Wolf und Vielfraß zu den großen Beutegreifern Europas. Lange Zeit war er in Österreich und ganz Mitteleuropa wegen direkter Verfolgung und Lebensraumverlust ausgestorben.

Der Luchs
Der Eurasische Luchs

Dank verschiedener Wiederansiedlungsprojekte seit den 1970er Jahren ist er in manchen Regionen Österreichs wieder heimisch. Im Mühl- und Waldviertel, in der Region Nationalpark Kalkalpen sowie in Vorarlberg und vereinzelt in Tirol leben Luchse.

Die Posthornschnecke 

Die Posthornschnecke gehört zu Österreichs größten Wasserschnecken. Sie wurde von der Malakologischen Arbeitsgemeinschaft am Haus der Natur in Salzburg zum Weichtier des Jahres 2022 gekürt. Ihr Gehäuse ist flach, linksgewunden und misst bis vier Zentimeter im Durchmesser.

Die Posthornschnecke
Posthornschnecke

Diese Schnecke besitzt als einzige europäische Wasserschnecke den Blutfarbstoff Hämoglobin, um in sauerstoffarmen Gewässern ohne Luftatmung zu überleben. Und zwar so viel, dass dessen rote Farbe durch ihre schwarzbraune Haut durchscheint. Das Tier ist Zwitter und kann Artgenossen oder sich selber befruchten. Man findet es in stehenden oder langsam fließenden Naturgewässern und Gartenteichen.

Die Barbe

„Ein rüsselartiges, unterständiges Maul, fleischige Lippen und vier dicke Barteln kennzeichnen den Fisch des Jahres“, so der Österreichische Fischereiverband. Die Barbe (Barbus barbus) war hierzulande einst eine „Massenfischart der Tieflandflüsse“.

Die Barbe

Weil ihr Lebensraum durch intensive Gewässerbewirtschaftung stark zerschnitten wurde und es ihr an Laichplätzen fehlt, steht sie aber mittlerweile auf der „Vorwarnliste“ der gefährdeten Arten. Die bis zu einem Meter langen Fische lieben Gesellschaft und Wasserströmung. Sie ernähren sich von Insektenlarven, Muscheln, Schnecken, Würmern und Wasserpflanzen.

Die Mehlschwalbe

Der Vogel des Jahres ist derzeit auf Winterurlaub in Afrika und wird erst Ende März wieder zurückkommen. Die Mehlschwalbe bezieht dann wieder Lehmnester an Häusern und Ställen, um zweimal hintereinander je drei bis fünf Eier auszubrüten. Der schlanke, blauschwarz-braun-mehlweiße Vogel misst vom Schnabel bis zur Schwanzspitze 13 Zentimeter. Er frisst Fluginsekten und bewohnt vor allem besiedelte Gebiete.

Die Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe wurde von BirdLife Österreich gekürt, um auf ihren Bestandsrückgang um die Hälfte innerhalb von 20 Jahren auf 17.500 Brutpaare aufmerksam zu machen.

Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege

Ein auffallend langer Hals, glasklare Flügel und eine Größe von sechs bis 15 Millimetern kennzeichnen alle Kamelhalsfliegen. Weltweit sind nur etwa 250 Kamelhalsfliegen-Arten bekannt. In Mitteleuropa sind bisher 16 Arten beschrieben – eine davon ist die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege.

Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege

Lange Zeit galt diese Art als einer der seltensten Vertreter ihrer Spezies – bis man erkannte, dass sich die erwachsenen Tiere überwiegend in der Kronenschicht von Bäumen aufhalten, wo sie lange Zeit nicht wahrgenommen wurden. Die geschlechtsreifen Insekten sind tagaktiv und ernähren sich von Blatt- und Schildläusen.

Die Wechselkröte

„Ihr beige-grün geflecktes Tarnmuster mit rötlichen Knubbeln und grünlichen Augen macht die Wechselkröte einzigartig unter den einheimischen Amphibien“, meinen die Fachleute der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH).

Die Wechselkröte

Sie ist eine „echte Kröte“, bis zu zehn Zentimeter lang und lebt auf 200 bis 400 Metern Seehöhe in offenen Kulturlandschaften. So wie die Schwalbe wird sie im März ihr Winterquartier verlassen. Später wird sie aber deutlich mehr Eier legen, nämlich bis zu 15.000.
Erwachsene Tiere sind vor allem bei Dunkelheit unterwegs, am Tag verkriechen sie sich in selbst gegrabenen Erdröhren.

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