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Chronik

Corona-Chaos auf dem Everest: Österreicher reisen ab

Von Gabriel Egger   16. Mai 2021 16:38 Uhr

Das Everest-Problem
Lukas Furtenbach brach die heurige Expedition ab.

INNSBRUCK/KATHMANDU. Tiroler Expeditionsleiter Lukas Furtenbach zieht die Reißleine: „Elementare Regeln wurden nicht eingehalten“

Er sei am Boden zerstört, aber dennoch erleichtert, sagt Lukas Furtenbach. Kein Kunde des erfolgreichen Expeditionsleiters aus Tirol wird heuer den Gipfel des Mount Everest betreten. Das österreichische Team, bestehend aus 20 Bergsteigern, vier Bergführern und 27 Sherpas, hat seine Zelte im 5.380 Meter hoch gelegenen Basislager am Samstag abgebrochen. Weil „einige Teams elementare Vorsorgemaßnahmen und Regeln einfach nicht eingehalten haben“, sagt Furtenbach.


„Gefahr ist viel zu groß“

In den vergangenen Tagen hat sich die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Alpinisten drastisch erhöht. Grund sind laut Furtenbach „Treffen zwischen den Teams, Feierlichkeiten und richtige Partys“.
Die Regierung Nepals, die auf das Geld der Everest-Touristen angewiesen ist, hat den Corona-Ausbruch im Basislager bislang immer verharmlost. Ein Abbruch der Expeditionen stand zu keinem Zeitpunkt im Raum.

„Ich habe einen Massentest gefordert, doch mein Anruf wurde ignoriert“, sagt Furtenbach. Es sei besonders schmerzvoll, weil man sich selbst immer an „alle Regeln gehalten“ hatte– sein Team sei isoliert unterwegs gewesen, hat sich regelmäßig getestet, während andere Teams „gar nicht damit angefangen haben oder aufgehört haben, nachdem zu viele Mitglieder positiv waren“.
Bevor die Lage nun „endgültig eskaliere“ habe man sich für den Abbruch der Expedition entschieden. Die Entscheidung fiel in Absprache mit der Salzburger Expeditionsärztin Anita Maruna, deren Familie in Bad Ischl zu Hause ist.

„Wer sich in so großer Höhe mit Corona infiziert, dann auch Symptome entwickelt und erkrankt, dem kann man nur noch schwer oder gar nicht mehr helfen. Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen“, sagt Furtenbach. Zusätzlich würde es in den höher gelegenen, kleineren Lagern „noch dicht gedrängter zugehen“. Nun warte man auf die Rückflüge von Nepal nach Österreich. 

Insgesamt stellte die Regierung Nepals heuer knapp 400 Bergsteigern Bewilligungen für den Aufstieg über die Südseite des Berges aus. 

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