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Chronik

430 Neuinfektionen, aber Ausgangsbeschränkung zeigt Wirkung

Von nachrichten.at/apa   22. März 2020 08:19 Uhr

Polizisten kontrollieren, ob sich Österreicher an die Ausgangsbeschränkungen halten.

WIEN. Der Verlauf der ersten Woche mit "Ausgangsbeschränkung" hat in Österreich offenbar zunächst zum Ende der rasanten Zuwachsraten geführt.

Am Sonntag stieg die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages von 2.814 auf 3.244 (Stand: 15.00 Uhr). Das ist mit 430 Neuinfektionen zwar der bisher größte Anstieg in Zahlen, gleichzeitig ist das Plus von 15 Prozent der geringste tägliche prozentuelle Zuwachs.

Dieser Anstieg auf Basis der Zahlen des Gesundheitsministeriums bedeutet für die 15.00 Uhr-Zahlen zum zweiten Mal infolge die niedrigste prozentuelle Rate innerhalb von 24 Stunden seit Ausbruch, der Durchschnitt der vergangenen sieben Tage ist mit 20,9 Prozent ebenfalls eher gering. Dasselbe gilt auch für die Sonntag früh (Stand 8.00 Uhr) bekannt gegebenen Zahlen. Im 24-Stunden-Vergleich mit Samstag (2.664 Personen) betrug hier die Steigerung 13,6 Prozent.

Über 21.000 Personen wurden bisher in Österreich getestet. 16 Todesfälle sind mit Stand 15.00 vom Gesundheitsministerium bisher offiziell bestätigt.

"Die gesetzten Maßnahmen beginnen also zu wirken", stellte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) fest.

"Das ist eine deutliche Verringerung im Vergleich zur Situation vor einer und vor zwei Wochen, als die Tageszuwächse teilweise sogar bei 40 Prozent lagen", hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Die täglichen Zuwächse müssen nun durch konsequente Umsetzung der Maßnahmen auf den einstelligen Bereich gedrückt werden, definierte Anschober das Ziel für die kommenden Tage. Um diese Aufgabe zu bewältigen müsse jeder Einzelne ein Teil der Lösung sein.

  • In Oberösterreich wurden 628 Personen positiv getestet, mittlerweile gibt es im Bundesland ein zweites Todesopfer. Mehr dazu hier.
  • Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich knapp hinter Tirol (644 Fälle). Gemessen nach den Einwohnerzahlen, liegt Oberösterreich nach Tirol und Vorarlberg an dritter Stelle. 

Forscher: Kurve flacht ab

Die Kurve der Neuansteckungen beginnt abzuflachen, die von der Regierung verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Verbreitung zeigen - mit entsprechender Zeitverzögerung - Wirkung. Das zeigen Forscher des Complexity Science Hub (CSH) Vienna in einer neuen Analyse auf der CSH-Homepage.

Die Fallzahlen würden seit 12. März vom exponentiellen Wachstum abweichen. Wie rasch die Maßnahmen wirken, sieht man auch in einer anderen Auswertung des CSH und der Technischen Universität (TU) Wien. So ist der mittlere Bewegungsradius der Österreicher stark gesunken, wie die Forscher in Grafiken auf der CSH-Homepage zeigen. Sie haben für ihre Auswertung Daten aus verschiedenen Quellen sowie anonymisierte Datensätze herangezogen.

Damit haben sie etwa das Passagieraufkommen in Wiener U-Bahn-Stationen analysiert. Bereits in den ersten Tagen nach der Pressekonferenz der Bundesregierung am 10. März, bei der unter anderem größere Veranstaltungen verboten wurden, kam es zu einem leichten Rückgang der Aktivität in den Stationen. Die Ankündigung von Ausgangsbeschränkungen am 15. März hatte dann einen massiven Rückgang des Passagieraufkommens zufolge. In den Tagen danach lag die Frequenz an den Wiener U-Bahn-Stationen bei etwa einem Fünftel des Passagieraufkommens eines normalen Wochentags und deutlich niedriger als an üblichen Wochenenden.

Einen ähnlichen Trend beobachteten die Wissenschafter bei der Analyse des Bewegungsradius und der täglichen Pendeldistanzen im ganzen Bundesgebiet. Lag der tägliche mittlere Bewegungsradius zwischen zwölf und 15 Kilometer an Wochentagen und bei zehn bis elf Kilometer an Sonntagen, lag die Distanz am 15. März bei nicht einmal acht Kilometer und stieg seither (bis 19.3.) nicht über zehn Kilometer.

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