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Chronik

AK: 23.000 Jugendliche suchen Lehrstelle, Regierung muss handeln

Von nachrichten.at/apa   22. Mai 2020 12:41 Uhr

Industrie enttäuscht: Lehrstellen für junge Asylberechtigte bleiben unbesetzt
Die Lücke zwischen gesuchten und gebrauchten Lehrstellen ist groß

WIEN. Auch die Arbeiterkammer (AK) fordert die Regierung dringend dazu auf, ein Maßnahmenpaket für die Lehre umzusetzen.

Derzeit suchten nämlich insgesamt 22.768 junge Menschen eine Lehrstelle: Zu den offiziell suchend gemeldeten kämen nämlich 4.339 in Schulungen und 10.063 in überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Offene Stellen gemeldet sind aber nur 4.561. Die Lücke sei zuletzt 2010 so groß gewesen.

"Der Bund muss ein Maßnahmenpaket schnüren, damit die Jungen trotz Coronakrise einen Lehrplatz bekommen", forderte AK-Präsidentin Renate Anderl in einer Aussendung am Freitag. "Der Bund muss ausreichend Budget für genügend überbetriebliche Ausbildungsplätze garantieren. Und alle von der Krise betroffenen Firmen sollen auch für ihre Lehrlinge Kurzarbeit beantragen."

"Besonders dramatisch" sei, dass der Bund erst unlängst die Träger der überbetrieblichen Ausbildung verpflichtet habe, ihre Lehrlinge schnellstens in einen Betrieb zu vermitteln. "Aber wie soll das gehen?", fragt Anderl. "Die Pflicht, überbetriebliche Lehrlinge unbedingt in einen Betrieb zu vermitteln, muss zumindest während der Coronakrise und der danach drohenden Wirtschaftskrise gelockert werden."

Zusätzlich müsse ausreichend Budget für genügend überbetriebliche Ausbildungsplätze garantiert werden, stieß Anderl ins selbe Horn wie kürzlich die Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) und die GPA-djp. "Und bei staatlichen Hilfspaketen für Unternehmen soll berücksichtigt werden, ob betroffene Firmen Lehrlinge ausbilden", so Anderl.

Appell: Lehrlinge in Kurzarbeit mitnehmen

Gleichzeitig appelliert sie an alle von der Krise betroffenen Firmen: Statt Lehrverhältnisse zu lösen, sollen sie ihre Lehrlinge in die Kurzarbeit mitnehmen. Dass das geht, haben Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund mit der Wirtschaftskammer ausverhandelt, und der Nationalrat hat es beschlossen. Denn in der AK hätten sich in den vergangenen Wochen immer wieder verzweifelte Familien gemeldet, deren Kind die Lehrstelle verloren habe, bzw. es zur einvernehmlichen Lösung des Lehrvertrags gedrängt worden sei.

"Jetzt dürfen Bund und Unternehmer keine Jugendliche und keinen Jugendlichen auf der Straße stehen lassen, auch im eigenen Interesse", so Anderl. "Nach der Krise muss unsere Wirtschaft mit gut ausgebildeten Fachkräften durchstarten können."

Drohender Fachkräftemangel

Vor einem drohenden Fachkräftemangel warnte am Freitag auch die Wirtschaftskammer. "Der Schulabschlussjahrgang 2020 darf nicht jener werden, der als Ausbildungslücke in die Geschichte eingeht", so Mariana Kühnel, WKÖ-Vizegeneralsekretärin. In drei, vier Jahren würde der Fachkräftemangel verschärft, war die Arbeitgebervertreterin demnach mit kürzlichen Ausführungen der ÖGJ und der GPA-djp eins. Kühnel fordert "in dieser Ausnahmesituation am Lehrlingsmarkt" eine Sonderprämie für Betriebe, die Lehrlinge einstellen.

"Wir fordern ein Paket von 150 Millionen Euro an Unterstützung für Lehrbetriebe, die zwischen Juli und Dezember einstellen", sagte Kühnel im "Kurier". ÖGJ und GPA-djp sprachen sich zuletzt für einen 140 Mio. Euro schweren Not-Ausbildungsfonds aus.

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