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Chronik

Wieder Zivilschutzwarnung in Kärnten

Von nachrichten.at/apa   01. November 2018

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Bild 1/15 Bildergalerie: Kärnten: Aufräumen nach den Unwettern

SPITTAL AN DER DRAU. Keine Entspannung der Situation ist am Donnerstagnachmittag aus den von neuerlich starken Regenfällen betroffenen Kärntner Bezirken Hermagor und Spittal gemeldet worden.

Neue Murenabgänge hab es zwar vorerst nicht, wegen der anhaltenden Niederschläge gingen die Behörden aber von einer akuten Gefahr aus. Für die Mölltaler Gemeinde Mörtschach gab es eine Zivilschutzwarnung.

Die Menschen sollten zur Sicherheit in ihren Häusern bleiben, sagte der Spittaler Bezirkshauptmann Klaus Brandner. Ein Abschnitt der Mölltal Straße (B106) bei Lainach wurde wegen eines Hangs, der abzurutschen drohte, für den gesamten Verkehr gesperrt.

Auch im Bezirk Hermagor war die Situation weiter angespannt. Trotz Starkregens waren zunächst keine neuen Probleme dazugekommen, sagte Bezirkshauptmann Heinz Pansi. Er erklärte, dass man Vorbereitungen für weitere Sicherungsmaßnahmen an den Dämmen im Gailtal treffe, die ab Freitag umgesetzt werden sollen. Am Donnerstag wurde an der Freigabe letzter Verbindungsstraßen gearbeitet.

Video: So sieht es derzeit in den betroffenen Gebieten aus

Straße ins Lesachtal weiterhin gesperrt

Die Straße ins Lesachtal ist weiterhin für den allgemeinen Verkehr gesperrt, lediglich Einsatzfahrzeuge dürfen passieren. Für den normalen Verkehr wäre die nur einspurig befahrbare Strecke zu gefährlich, erklärte Pansi. Im Lesachtal ging es mit der Wiederherstellung der Stromversorgung nur schleppend voran. Die Arbeiten mussten teilweise eingestellt werden, weil sie bei den starken Regenfällen zu gefährlich für die Mitarbeiter gewesen wären.

Auch die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) verzeichnete vorerst keine neuen Murenabgänge. Die Feuerwehren machten aber Kontrollfahrten, hieß es. Die Aufräumarbeiten nach den schweren Unwettern der vergangenen Tage dürften laut Einschätzung der LAWZ noch lange dauern. Laut Prognosen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dürften die Regenfälle in der Nacht abklingen. Heftige Niederschläge waren für die kommenden Tage keine mehr angesagt.

Seriöse Schadensschätzungen gab es zunächst keine. Auch vonseiten der Behörden heiß es, dass man sich etwa die Forstschäden durch den Sturm erst in einem zweiten Schritt anschauen werde. Vonseiten der Politik hatte es am Mittwoch Bekundungen gegeben, man werde den betroffenen Menschen schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe zukommen lassen. Aus den Mitteln des Katastrophenfonds stünden derzeit insgesamt noch bis zu 102 Millionen Euro für Schäden und Katastrophenfälle zur Verfügung, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

Noch am Mittwoch hatte in Kärnten alles nach  Besserung ausgesehen, die Aufräumarbeiten waren in vollem Gange. Das Bundesheer war ebenso weiter im Einsatz wie Feuerwehren und freiwillige Helfer. Am Nachmittag wurde der Zivilschutzalarm aufgehoben. Einzelne Ortschaften und vor allem das Lesachtal waren weiterhin über Straßen nicht allgemein erreichbar.

Pegelstände gingen zurück

Die Pegelstände der Flüsse gingen am Mittwoch deutlich zurück und befanden sich mehr oder weniger im Normalbereich bzw. im Bereich leichten Hochwassers. Das Wetter war zunächst trocken, allerdings sagte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für den Donnerstag erneut Regenfälle vorher, die vor allem im Bereich der Karnischen Alpen wieder für Probleme sorgen könnten. Vor allem Murenabgänge durch das aufgeweichte Erdreich wurden befürchtet.

Bei der Stromversorgung hoffte der Energieversorger Kelag, die meisten Schäden bis zum Abend beheben zu können. Zu Mittag waren noch rund 1.500 Haushalte ohne Strom, sagte ein Sprecher zur APA. Die Leitung ins Lesachtal wurde durch die Unwetter gravierend beschädigt. Aktuell wird dort eine provisorische Stromversorgung mit Notstromaggregaten aufgebaut. Über diese sollten auch hier die meisten Kunden bis zum Abend wieder Elektrizität in ihren Häusern haben, hieß es.

Politik versprach rasche Hilfe

Die Politik versprach der Bevölkerung rasche Hilfe - etwa durch den Katastrophenfonds. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) traten am Vormittag nach einer Sitzung des Krisenstabs vor die Presse:

Das Gesamtausmaß der Schäden sei enorm, die Höhe derzeit aber noch nicht absehbar. Nun gelte es, so schnell wie möglich wieder Normalität herzustellen. Straßenbaulandesrat Martin Gruber (ÖVP) versprach, man werde alles Mögliche tun, um das derzeit abgeschnittene Lesachtal wieder am Straßenweg erreichbar zu machen.

Kurioses Artefakt

Das Absenken der Kärntner Stauseen vor den heftigen Regenfällen diese Woche hat ein kurioses Artefakt zutage gefördert. Wie die Polizei am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte, kam ein über und über mit Muscheln bedecktes Autowrack zum Vorschein: Es war vor 49 Jahren gestohlen und danach im Völkermarkter Stausee versenkt worden.

Um mehr als vier Meter war der Wasserspiegel des Völkermarkter Stausees am Wochenende abgesenkt worden - eine Vorsichtsmaßnahme, damit der See als "Ausgleichsbecken" die Wassermassen in den folgenden Tage aufnehmen konnte. Das funktionierte auch und hatte außerdem noch einen spannenden Zusatzeffekt: Am Montag entdeckte nämlich ein Aufsichtsfischer das Heck eines Autos, das am Seegrund im Schlamm steckte und durch das Absenken des Wassers zum Vorschein gekommen war.

Es war vor 49 Jahren gestohlen und danach im Völkermarkter Stausee versenkt worden.

Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen Puch 500 mit schwarzen, österreichischen Kennzeichentafeln, der von der Feuerwehr geborgen und an Land gebracht wurde. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass das Auto vor 49 Jahren einer heute 69-jährigen Frau aus Diex gestohlen wurde. Der Dieb war damals zwar aufgeforscht worden - was er mit dem Auto gemacht hatte, war aber bis zu seinem Tod sein Geheimnis geblieben.

Video: In Kärnten haben zwei Tage nach den schweren Unwettern die Aufräumarbeiten begonnen. Auch die Pioniere des Bundesheeres leisten Unterstützung.

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