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Chronik

Unerfüllter Kinderwunsch: Tirolerin entführte Baby

10. Juni 2010 00:04 Uhr

Baby in Salzburger Einkaufszentrum entführt

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SALZBURG. Glückliches Ende einer fünf Stunden dauernden Entführung eines drei Monate alten Mädchens aus dem Einkaufszentrum Europark in der Stadt Salzburg: Die Verdächtige wurde gestern gegen 15 Uhr in Reit im Winkl, im Chiemgau in Bayern, gestellt.

Das Baby war zuvor alleine auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Unterwössen in Bayern gefunden worden. Die Entführerin hatte das Kind dort abgelegt und blieb in einiger Entfernung. Das Baby ist aber wohlauf.

Die Frau wurde im Zuge der Fahndung von der bayerischen Polizei angehalten und anhand der übermittelten Fotos als mutmaßliche Täterin identifiziert. Die 32-Jährige stammt aus Tirol. „Die Eltern von Nora sind überglücklich, dass ihr Kind wieder da ist“, sagte Josef Holzberger vom Landeskriminalamt Salzburg. .

Die 34-jährige Nina aus Salzburg war gestern mit ihrem zweijährigen Kind und mit Nora im Europark shoppen. In einem Bekleidungsgeschäft wurde sie gegen 9.45 Uhr von der 32-Jährigen angesprochen, die ihr erzählte, vor vier Wochen in Tirol selbst ein Baby entbunden zu haben. Das Kind sei erst drei Wochen nach dem errechneten Termin gekommen und die Geburt sei sehr schwierig verlaufen.

Ein Märchen, wie die Polizei schnell herausfand, die Frau war nie schwanger. „Das dürfte auch der Grund der Entführung gewesen sein und brachte uns schließlich auf die Spur der Verdächtigen.“

Nach der ersten Begegnung mit der Frau fuhr Nina in den ersten Stock und stieß dort erneut auf die Tirolerin. Während sie dann mehrere Kleidungsstücke anprobierte, verschwand Baby Nora plötzlich.

Kurz nach der Entführung wurden die Ausgänge und Ausfahrten des Einkaufszentrums geschlossen, alle Kunden von der Polizei kontrolliert. Die Verdächtige hatte das Einkaufszentrum aber bereits verlassen können.

Gegen Mittag erhielt die Polizei Fotos von Überwachungskameras des Einkaufszentrums aus dem Shopping- und Garagenbereich. „Sie waren ausgezeichnet und haben uns sehr geholfen“, sagte Oberst Josef Holzberger.

Durch die in Online-Medien veröffentlichten Fahndungsbilder der Verdächtigen erhielt die Polizei bereits zwischen 12 und 13 Uhr konkrete Hinweise auf die Tirolerin. Diese soll in ihrer Umgebung die Geburt eines Kindes angekündigt haben, dann aber nie mit einem Baby gesehen worden sein. Die Polizei fahndete daher gezielt nach dem Auto der Frau. (luke)

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