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Chronik

"Oida" zu Polizisten gesagt: 100 Euro Strafe

Von nachrichten.at   18. Oktober 2018 15:57 Uhr

Polizei
(symbolbild)

WIEN. Weil er einen Polizisten mit "Oida" angesprochen hat, bekam ein junger Fotograf aus Wien eine saftige Strafe ausgebrummt.

Medienberichten zufolge wollte der 22-Jährige einen Einsatz der Wiener Polizei aus einigen Metern Entfernung fotografieren, was den Beamten weniger gut gefiel. Ein Polizist forderte einen Ausweis von dem freien Fotografen und soll ihn außerdem gefragt haben, ob er Deutsch spreche und wisse, wie "die Dinge in Österreich laufen". 

Die Gegenfrage des junge Mannes, nämlich "Was willst du, Oida?" wertete die Exekutive als Anstandsverletzung. Strafe: 100 Euro.

Die zugehörige Strafverfügung postete der 22-Jährige öffentlich auf seiner Facebookseite. "Sie haben durch die Verwendung von Worten "Was willst du, Alter" etc. gegenüber dem intervenierenden Beamten den öffentlichen Anstand verletzt" heißt es darin wortwörtlich. 

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"Entspricht auch in Wien nicht dem guten Ton"

Auf Twitter hat die Strafe Diskussionen ausgelöst. Die Wiener Polizei erklärte auf Anfrage: "Menschen mit 'Oida' anzureden entspricht (auch in Wien) nicht dem guten Ton. Das sollte hinlänglich bekannt sein. Grundsätze des üblichen Sprachgebrauchs werden unter anderem in der Volksschule vermittelt. Somit sollte klar sein, dass man auch Polizisten nicht mit 'Oida' anspricht."

 

Video: 100-Euro-Strafe für "Oida"-Sager

 

Ein ähnlicher Fall hat im Frühjahr 2017 das Landesverwaltungsgericht in Oberösterreich beschäftigt. Mit den Ausruf: "Lassen S'los, Oida!" hatte sich ein Linzer Fußballfan im Paschinger Stadion gegen einen Ordnungshüter gewehrt, der ein Transparent entfernen wollte. Es folgten Anzeige und 100 Euro Geldstrafe, weil er durch die abschätzige Bemerkung den öffentlichen Anstand verletzt habe.

 

Der Mann erhob gegen die Entscheidung der BH Linz-Land Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht: "Oida" sei in der Jugendsprache ein gängiger Ausdruck. Doch damit ist er jetzt abgeblitzt. Denn die Wortwahl sei im vorliegenden Fall nicht tolerabel, befand das Verwaltungsgericht - die OÖN berichteten. Immerhin: Die Pönale wurde in eine Verwarnung umgewandelt.

 

Randnotiz: Im Zuge der aktuellen Diskussion in sozialen Netzwerken haben Nutzer nun ein, wie es manche nennen, "Kleinod" wieder ausgegraben. Die österreichisch-polnische Schauspielerin Ewa Placzynska erklärte in einem amüsanten Video, das im Mai 2017 viral ging, wie man sich in Österreich mit nur einem einzigen Wort in so gut wie allen Lebenslangen verständlich machen kann:

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