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Chronik

Luchs im Nationalpark mit Schrotgewehr erschossen

Von nachrichten.at   23. Mai 2013 15:42 Uhr

PASSAU. Ein tschechisch-bayerisches Forschungsprojekt über das Leben der Luchse im Nationalpark endet heute mit dem Schlussbericht und einem bitteren Beigeschmack.

Anfang Mai haben Unbekannte eine trächtige Luchsin mit einem Schrotgewehr erschossen, im März des Vorjahres eine Artgenossin mit einem Köder vergiftet. Die beiden Tatorte, im Vorjahr ein Waldstück bei Rinchnach, jetzt am Silberberg von Bodenmais, liegen Luftlinie etwa zehn Kilometer entfernt.

Luchskavaver am Wanderweg

Der aktuelle Fall liegt zwei Wochen zurück: Urlaubsgäste, ein Ehepaar mit Sohn, hatten den Tierkadaver am 8. Mai bei einer Wanderung um den Silberberg entdeckt. Sie alarmierten das Tourismusbüro. Ihre Kontaktdaten wurden nicht notiert. Sie werden jetzt von der Polizei als wichtige Zeugen gesucht.

Erst acht Tage später, am 16. Mai, wurde die Polizeiinspektion Regen durch ein Fax des Forstamtes vom Verbrechen informiert. Es hatte zunächst keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen gegeben, die tote Wildkatze wies keine äußerlich sichtbaren Verletzungen auf. Der Kadaver wurde zum Fall für die bayerische Umweltbehörde, eingefroren und zur Untersuchung an die Tierpathologie geschickt. Dass das Tier durch einen Schuss in die Brust innerlich verblutet ist, stellten die Wissenschaftler erst bei der Autopsie fest. Die zwei bis zweieinhalb Millimeter kleinen Schrotkugeln dringen tief in den Körper ein.

Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Deggendorf wegen der im Vorjahr vergifteten Luchsin namens Tessa - sie trug einen Peilsender der Nationalparkforscher- waren nach sechs Monaten ohne Ergebnis eingestellt worden. Im Fokus der Verdächtigungen stand damals wie heute die Jägerschaft. Der ermittelnde Beamte des Polizeiinspektion Regen, zugleich Funktionär des örtlichen Jagdverbandes war, wurde wegen möglicher Befangenheit öffentlich angegriffen. Als Zeichen seiner Integrität gab der Polizist den Fall und seine Ämter beim Jagdverband ab.

Die meisten Jäger nennen die Tat selbst eine „Riesenschweinerei“ und haben Verständnis für die polizeilichen Befragungen. Sie würden es als Bereicherung empfinden, wenn sie in ihrem Revier einen Luchs vorfinden, erzählten sie den Ermittlern.

 

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