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Chronik

Junger Bär machte Ausflug nach Villach-Warmbad

15. Mai 2016 11:42 Uhr

VILLACH. Mit seinem nächtlichen Ausflug hat ein Bär am Sonntag die Polizei in Villach auf Trab gehalten. Nachdem ein Anrainer das Tier im Siedlungsgebiet gesehen hatte, gelang es den Beamten, den Abenteurer wieder in den Wald zurückzutreiben.

"Das war der Rekord von einer blöden Idee des Bären", sagte der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb im Gespräch mit der APA. Der Bär wurde gegen 1.30 Uhr im Bereich des ÖBB-Geländes Heizhausstraße von einem Anrainer gesichtet, der sofort die Polizei verständigte. Fünf Streifenwagen waren im Einsatz, um das Tier mit Hilfe der Scheinwerfer wieder aus dem Siedlungsgebiet zu verdrängen. Nach einer Dreiviertelstunde trollte sich der Bär und ging in Richtung Wald zurück, ohne irgendwelchen Schaden verursacht zu haben.

"Es ist nicht typisch, dass ein Bär durch so ein besiedeltes Gebiet geht. Es gab zwar schon die eine oder andere blöde Aktion, aber das waren eher kleine Ortschaften", meinte Bärenexperte Gutleb. Er war überzeugt davon, dass es sich um jenen jungen Bären handle, der in letzter Zeit öfters gesehen wurde, wenn auch zuletzt in einer anderen Gegend, da das Tier vermutlich auf Reviersuche sei. "Die Bären kommen auf einer Route über Norditalien, Friaul, von dort können sie über das Gailtal bis Villach kommen. Es gibt oft Bären, die bis Villach-Warmbad gehen, dort kapieren aber die meisten, dass sie umdrehen sollten. Der hat aber vielleicht gedacht, 'ich schau', ob es nicht doch weiter geht'", versuchte der Bärenanwalt die Motive des Abenteuerers zu ergründen.

Gutleb wurde von der Polizei sofort verständigt und blieb mit den Beamten der fünf Streifen während der gesamten Aktion in Kontakt. "Der Bär hatte irrsinnigen Stress durch die Scheinwerfer und den Lärm, da ist zu hoffen, dass sich das Erlebte negativ einprägt und er nicht so schnell wieder eine Siedlung aufsucht", erläuterte der Bärenanwalt. Für Menschen bestehe im Wald nicht wirklich eine Gefahr durch Bären, da diese eher weglaufen würden, in einem Wohngebiet sei das allerdings anders: "Da würde ich schon schauen, dass ich in einem Haus oder im Auto bin. Allein beim Wegrennen kann einen so ein Bär verletzten", warnte der Experte. Dass der freche Jungbär in nächster Zeit wiederkommt, glaubt er nicht. "Der liegt jetzt irgendwo, verschnauft und denkt sich, dass das ziemlich knapp war", war der Bärenanwalt nach der turbulenten Nacht überzeugt.

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