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Chronik

Arnold Schwarzenegger und die Güssinger Öko-Flunkerer

24. Januar 2012 00:04 Uhr

Arnold Schwarzenegger und die Güssinger Öko-Flunkerer
„Arnie“ wurde ein „Öko-Propagandamarsch“ gespielt.

Seit Jahren hält sich die Mär, das südburgenländische Güssing sei eine Öko-Musterstadt. Selbst der Ex-Gouverneur aus dem grün angehauchten Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, ist vergangenes Wochenende diesem Ruf gefolgt und, umschwärmt von politischer Prominenz, ins Südburgenland geeilt. „Die Welt muss Güssing werden“, zitierten österreichische Medien den Film-Terminator.

Die Wahrheit ist: Die Öko-Bewertung fällt nicht einmal unter die Kategorie „True Lies“ – analog zu einem Film Schwarzeneggers –, ist also keine wahre, sondern eine faustdicke Lüge. Autor Markus Groll hat die Geschichte vom energieautarken Städtchen in sein kürzlich erschienenes Buch „Die 50 größten Energeisparlügen“ aufgenommen (Verlag Krenn).

Sein Urteil: Die glanzvolle Öko-Metropole in Österreichs Südost-Ecke sei kaum weniger von Fremdenergie abhängig wie die meisten anderen Gemeinden. Ihr Selbstversorgungsgrad betrage nur noch 51 Prozent, seit die Biodiesel-Erzeugung 2006 wegen Unfinanzierbarkeit in Konkurs gegangen ist. Wenn man bedenke, dass der Großteil der Energie nicht auf örtlichen Rohstoffen fuße, sondern der Großteil mit Holz aus dem ganzen Bezirk erzeugt werde, schrumpfe die Eigenversorgung auf 31 Prozent.

Mit EU-Spitzenförderung

Das Biomassekraftwerk, die Stromfirma und die Fernwärmegesellschaft seien schwer überschuldet, obwohl die Region von der EU als Ziel-1-Gebiet mit Spitzenförderung bedacht worden sei. Weil wegen des hohen Energieangebots Firmen angesiedelt wurden – auch mit Ziel-1-Förderung – , sei die Energielücke sogar gewachsen. Im Sommer 2011 ist obendrein der Solarpaneel-Erzeuger Blue Chip in Konkurs gegangen. Das schadet dem Öko-Image wie der Nachfrage nach Güssinger Energie.

„Die Güssinger haben viel teure Forschungs- und Pionierarbeit geleistet. Aber sie haben damit bisher eher bewiesen, dass Energieautarkie zur Zeit wirtschaftlich gesehen nicht möglich ist“, schreibt Groll. (le)

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