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Chronik

Akademikerball: Waffenverbot gegen Identitären-Chef

Von nachrichten.at/apa   04. Februar 2017 11:33 Uhr

Die Proteste starteten friedlich. 

WIEN. Die Polizei hat am Samstag Bilanz gezogen über den Einsatz beim von der FPÖ ausgerichteten Akademikerball. Festnahme gab es keine. Gegen den Chef der "Identitären Bewegung" wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.

Es kam zu 97 Identitätsfeststellungen und 35 Verwaltungsanzeigen. Festnahme gab es keine. Anders als angekündigt, fehlte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache krankheitsbedingt beim Ball.

Die Demo gegen den Akademikerball am Freitagabend mit rund 2.800 Teilnehmern verlief ruhig, es kam laut Polizei zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Nach Ende der Kundgebungen gab es noch vereinzelt etwa Sitzblockaden von Demonstranten. Im Laufe des Abends wurden dann insgesamt 97 Personendaten ermittelt und 35 Verwaltungsanzeigen erstattet. Nach einem tätlichen Angriff auf einen Polizisten beim Stephansplatz wurde eine Person strafrechtlich angezeigt.

Zwei Schüsse als "Schutz" abgefeuert

Kurz vor 22.30 Uhr feuerte dann ein Mann bei der U-Bahnstation Schottentor zwei Schüsse aus einer Pfefferspraypistole ab. Wie sich herausstellte, handelte es dabei um den Chef der rechtsextremen "Identitären Bewegung Österreich", Martin Sellner. Laut seinen Angaben habe er sich gegen einen Angriff mehrerer unbekannter Täter "aus der linken Szene" schützen wollen. Verletzt wurde er nicht, hieß es in der Aussendung der Polizei. Gegen ihn wurde jedenfalls ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Es wurden auch Ermittlungen wegen Verdachts der gegenseitigen Körperverletzung eingeleitet.

Wien-Obmann der Identitären Bewegung Österreich, Martin Sellner

Martin Sellner (Foto: APA)

In Zusammenhang mit der Gegendemonstration zum Akademikerball stand laut Wiener Linien offenbar ein Zwischenfall, über den die Polizei am Samstag berichtete. Unbekannte hatten in einer Straßenbahngarnitur in der Wiener Innenstadt eine Rauchbombe gezündet. Die Verdächtigen sind geflüchtet.

Der Zwischenfall spielte sich ab, als die Garnitur der Linie 46 Freitagabend in den Kreuzungsbereich Auerspergstraße-Lerchenfelder Straße kam. Beteiligt waren laut Polizei offenbar zwei Frauen und ein Mann, die sich maskiert hatten. Einer von ihnen zog im hinteren Bereich der Straßenbahn die Notbremse. Der Straßenbahnfahrer ging nach hinten, um Nachschau zu halten. Währenddessen wurde in die leere Fahrerkabine die Rauchbombe geworfen. Offenbar hätte die Straßenbahn mitten auf der Kreuzung blockiert werden sollen, sagte die Sprecherin der Wiener Linien. Der Straßenbahnfahrer konnte die Garnitur aber behelfsmäßig vom rückwärtigen Teil aus wegfahren. Verletzt wurde niemand.

Norbert Hofer: Ballkarte über Parlament abgerechnet

Das Nachrichtenmagazin "profil" (Montag-Ausgabe) berichtet unterdessen, dass der Dritte Nationalratspräsident und gescheiterte FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer seine Ballkarte für den Ball über das Parlament abgerechnet habe. Hofer buchte eine Goldloge mit fünf Plätzen um insgesamt 1.000 Euro, das gehe aus einer Spesenabrechnung Hofers hervor. Seitens der FPÖ war am Samstagvormittag für die APA vorerst niemand erreichbar. Gegenüber dem Magazin erklärte ein Sprecher Hofers, die Verrechnung von Repräsentationsausgaben erfolge "nach strikten Richtlinien des Parlaments".

Doch nicht am Ball war übrigens entgegen einer Ankündigung FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er musste krankheitsbedingt absagen, ließ er auf seiner Facebook-Seite wissen.

 

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