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85-Jährige erschlagen: Verdächtiger auf der Flucht von Lkw überfahren

Von Manuela Kaltenreiner   18.September 2019

Denn innerhalb weniger Stunden haben sich nach und nach die Puzzleteile zusammengefügt, die Stoff für einen Kriminalfilm liefern könnten.

Es ist Montagabend, als ein Nachbar Hilfeschreie aus dem Haus der betagten Frau hört. Als er nachschaut, beobachtet er einen Mann, der aus dem Fenster flüchtet. Der Nachbar läuft ihm nach, verliert aber die Spur und geht zu der Villa zurück. Beim Blick durch ein geöffnetes Fenster sieht er Emma S., die auf dem Boden liegt, und alarmiert die Polizei. Die eingetroffenen Beamten versuchen noch, die 85-Jährige zu reanimieren, doch ohne Erfolg.

Obduktionsergebnis noch offen

Die Pensionistin dürfte mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden sein. "Näheres wird erst die Obduktion ergeben", sagte Erich Habitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Da Einbruchsspuren gefunden wurden, gingen die Beamten in der Nacht von einer so genannten Home Invasion aus, also einem geplanten Raubüberfall, bei dem die Opfer zu Hause sind.

Ein erstes Puzzleteil zur Klärung des Falls ergab sich knapp drei Stunden nach der Bluttat, als auf der Südautobahn (A2) ein Mann über die Fahrbahn lief und von einem Lkw erfasst wurde. Schnell war ein Zusammenhang zwischen der Tat und dem Verunglückten hergestellt, der in ein Spital gebracht und in künstlichen Tiefschlaf versetzt wurde.

Gestern Vormittag klärte sich das Bild ein Stück weiter: Der 61-jährige Verdächtige soll der Bankberater der 85-Jährigen gewesen sein. "Die beiden kannten sich schon länger, und es gab eine geschäftliche Beziehung", sagte Habitz.

Über das Motiv und darüber, ob Emma S., eine im Ort bekannte ehemalige Baumeisterin, mit dem Verdächtigen um Geld gestritten hatte, könne derzeit nur spekuliert werden. "Wir müssen abwarten, bis der Mann vernehmungsfähig ist", sagte der Staatsanwalt. Der 61-Jährige wird am Krankenbett bewacht, noch gestern wurde seine Festnahme angeordnet.

Der Verdacht der "Home Invasion" kam den Beamten wohl deshalb so rasch in den Sinn, weil bereits im Februar 2016 und nur 300 Meter vom Tatort entfernt ein älteres Ehepaar auf diese Weise überfallen worden war. Die Opfer waren die Schwester und der Schwager der jetzt getöteten Pensionistin. Vier Rumänen wurden dafür zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Bereits der zwölfte Frauenmord in Niederösterreich

Der mutmaßliche Mord an der 85-jährigen Pensionistin in Edlitz im Bezirk Neunkirchen ist bereits das zwölfte vorsätzliche Tötungsdelikt an einer Frau in Niederösterreich im heurigen Jahr, wie eine Sprecherin der Landespolizeidirektion auf Anfrage bekanntgab.

Rechnet man den Mord und Selbstmord im Mostviertel – dort hatte im Mai ein 85-Jähriger seine Frau erschossen und sich danach selbst getötet – hinzu, sind es sogar 13 Bluttaten.

Auch eine Frau aus Oberösterreich befindet sich unter den Opfern. Wie berichtet, war Ende Mai eine 52-jährige Angestellte aus dem Bezirk Perg im Amstettner Ortsteil Greinsfurth erwürgt worden. Das Opfer war an diesem Abend nicht wie gewohnt von der Arbeit nach Hause gekommen, weshalb sich ihre Angehörigen auf die Suche machten. Die Tochter fand ihre tote Mutter in einem Gebüsch nahe ihres Arbeitsplatzes. Zwei Monate später wurde ein obdachloser Deutscher (39) als mutmaßlicher Täter ausgeforscht.

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