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Chronik

3727 Corona-Neuinfektionen, mehr als 1100 in Oberösterreich

Von nachrichten.at   20. Oktober 2021 11:45 Uhr

Coronavirus Test Labor
(Symbolbild)

Die Corona-Zahlen steigen weiterhin sehr stark an. Alleine aus Oberösterreich wurden am Mittwoch 1177 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in den vergangenen 24 Stunden deutlich in die Höhe geschnellt: Laut Daten des Innen- und Gesundheitsministeriums wurden am Mittwoch 3.727 Neuerkrankungen gemeldet, 13 Menschen sind gestorben. Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte damit auch deutlich nach oben. Derzeit liegt der Wert österreichweit bei 195,4 nach 182,9 am Dienstag.

Der Mittwochs-Wert liegt weit über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage mit 2.493 Fällen. Zuletzt wurde ein höherer Wert am 26. März 2021 dokumentiert, mit 3.825 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz ist derzeit Oberösterreich mit 299,3, gefolgt von Salzburg, Niederösterreich und Steiermark (258,1, 210,4 bzw. 184). Weiters folgen Tirol (167,5), Wien (151,1), Kärnten (147,7), Vorarlberg (101,4) und das Burgenland (90,2).

In absoluten Zahlen wurden mit Abstand die meisten neuen Fälle in den vergangenen 24 Stunden in Oberösterreich (1.177) entdeckt, gefolgt von Wien (714). In der Steiermark waren es 516 Neuerkrankte, in der Niederösterreich 508 und in Salzburg 296. In Tirol kamen 239 Neuinfektionen dazu, in Kärnten 113, im Vorarlberg 110 und im Burgenland 54.

Auf APA-Nachfrage im Gesundheitsministerium hieß es zu dem heutigen deutlich höheren Wert, dass die Zahlen prinzipiell steigen. Am Mittwoch sei die Zahl der Neuinfektionen außerdem in der Regel grundsätzlich höher, da am Montag in Schulen und vielen Betrieben PCR-Testungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse am Dienstag bekannt werden und in die Mittwochs-Zahlen einfließen.

In Österreichs Krankenhäusern liegen derzeit 962 Menschen aufgrund einer Coronavirus-Infektion. Das sind um 28 mehr als gestern, Dienstag, gemeldet waren. 218 Menschen benötigen intensivmedizinischen Betreuung - um eine Person weniger als gestern und um fünf mehr als noch vor einer Woche.

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie im Februar 2020 in Österreich 783.996 bestätigte Corona-Fälle dokumentiert. Genesen sind 748.250 Personen, verstorben an oder infolge von Covid-19 11.209 Menschen. Aktiv an der Erkrankung laborieren im Moment 24.537 Menschen, um 1.363 mehr als am gestrigen Dienstag.

Was den Impffortschritt anbelangt, so gestaltet sich dieser weiterhin als sehr schleppend. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses 5.823.532 Menschen in Österreich bereits zumindest eine Teilimpfung erhalten (65,2 Prozent der Bevölkerung). 5.532.169 Menschen (61,9 Prozent) sind bereits voll immunisiert. Am gestrigen Dienstag wurden 9.187 Corona-Schutzimpfungen durchgeführt worden.

Ein näherer Blick auf die Vollimmunisierungsraten nach Altersgruppen zeigt: Bei den Zwölf- bis 24-Jährigen sind 51,4 Prozent vollimmunisiert, in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre beträgt die Rate 60,3 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen 65,8 Prozent. 70 Prozent der Personen zwischen 45 und 54 Jahren sind komplett gegen Covid-19 geschützt, 78,6 Prozent in der Gruppe 55 bis 64. Die 65- bis 74-Jährigen weisen eine Vollimmunisierungsquote von 83,8 Prozent auf, die 75- bis 84-Jährigen 88,7 Prozent und die Gruppe 85plus 88,8 Prozent.

Am höchsten ist die Durchimpfungsrate (Vollimmunisierte) im Burgenland mit 69,4 Prozent. In Niederösterreich sind 64,7 Prozent der Bevölkerung geimpft, in der Steiermark 62,7 Prozent. Nach Wien (61,1), Vorarlberg (60,9), Tirol (60,1), Kärnten (58,5) und Salzburg (58,2) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 56,9 Prozent.

"Wenn die Impfrate höher ist, nimmt das Risiko ab" 

Komplexitätsforscher Peter Klimek analysierte die Lage im Ö1-Morgenjournal. In Bezug auf das hohe Infektionsgeschehen bei gleichzeitig relativ stabil bleibender Lage in den Krankenhäusern sagte er: "Ja, da kann das Bild natürlich auch ein bisschen täuschen, weil wir wissen ja, dass sich die Infektionszahlen immer mit einem bestimmten Zeitverzug erst auf den Intensivstationen, widerspiegeln. Wir beobachten aber auch, dass hier jetzt anscheinend die Dynamik doch ein bisschen anders ist." Es würden sich auch große Unterschiede zwischen den Bundesländern auftun. Über die vergangenen Wochen hinweg habe es teilweise schon in Bundesländern insbesondere unter älteren Bevölkerungsgruppen Anstiege gegeben, parallel zu tendenziellen Rückgängen unter den jüngeren Bevölkerungsgruppen.

Dies habe sich aber dann nicht in dem Maß in einem Anstieg der Intensivpatienten widergespiegelt: "Das macht die Einschätzung momentan natürlich ein bisschen schwierig, aber prinzipiell gilt immer noch: Steigen die Infektionszahlen unter den Älteren, dann steigen mit entsprechendem Zeitverzug auch die Intensivbeläge in den Spitälern."

Im Zuge dessen verwies Klimek auch auf eine Risikoeinschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, die für Staaten mit einer Durchimpfungsrate wie Österreich ein erhöhtes Risiko sieht, dass man im Spitalsbelag im Oktober und vor allem in November in Bereiche wie im Vorjahr kommt. "Wir können es rein rechnerisch nicht ausschließen, dass es noch mal enger wird in den Spitälern." Wie wahrscheinlich das ist, ist schwieriger einzuschätzen. "Wenn Impfrate auch nur ein paar Prozentpunkte höher ist, dann nimmt das Risiko gleich stärker ab", unterstrich der Forscher.

Zusätzlich merkte er mit Blick auf diesbezügliche Aussagen aus der Politik auch an: "Allerdings: Bevor wir jetzt diese Welle für beendet erklären, die Pandemie für beendet erklären, sollten wir jetzt wirklich einmal schauen, wie stark schlägt der saisonale Effekt durch, den wir jetzt beginnen zu beobachten, um dann wirklich zu sehen, wie sich die Immunisierung der Bevölkerung darstellt in unterschiedlichen Regionen, ob das ausreicht oder nicht."

Für Klimek ist außerdem klar, dass das Virus "nicht mehr auf Null runtergehen" und verschwinden wird. Es sei wahrscheinlich, dass man von einer Pandemie in eine Endemie übergehen wird. "Die großen Fragen, die uns momentan beschäftigen sind natürlich: Wie wird diese Endemie ausschauen, wie wir hier langfristig mit diesem Virus umgehen können?" Dazu gehören Fragen wie lange die Wirkung der Schutzimpfung anhält, ob es sich um einen Schutz vor schweren Verlauf handelt oder was für eine Zirkulation in den saisonalen Wellen zu erwarten sind. "Das sind so viele offene Fragen." Eine seriöse Einschätzung ist noch nicht möglich.

 

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