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Oberösterreich

"Zusperren ist Schadensbegrenzung": Wirte fordern Planungssicherheit

Von Karoline Ploberger und Christian Kitzmüller  18. Januar 2022 06:57 Uhr

"Zusperren ist Schadensbegrenzung": Wirte fordern Planungssicherheit
Bis 14. Februar bleiben die Tische bei Klosterhof-Betriebsleiter Raimund Niedermair leer.

LINZ. Aufgrund der Corona-Lage bleiben Gäste aus, laufende Kosten sind nicht gedeckt. Für einzelne Betriebe wie den Linzer Klosterhof ist eine kurzfristige Schließung die Lösung

"Wir machen Pause – aufgrund der allgemeinen Gesamt-, aber auch Mitarbeitersituation", heißt es seit gestern, Montag, beim Klosterhof auf der Linzer Landstraße. "Denn die Situation ist derzeit sehr problematisch", erklärt Josef Gassner.

Der Salzburger hat im Dezember 2019 den Linzer Klosterhof übernommen, hat kräftig investiert und umgebaut – und durfte seither coronabedingt erst rund elf Monate (und das mit Einschränkungen) aufsperren. Nun sperrt der Betreiber das Traditionsgasthaus freiwillig bis zum Valentinstag am 14. Februar zu. "Derzeit ist es wirtschaftlicher, geschlossen zu halten", so Gassner.

Der Grund für die vorübergehende Schließung ist laut Gassner das ausbleibende Geschäft. In diesem Punkt bekommt er auch Unterstützung von Gastro-Experten, die wissen, dass nicht nur die klassisch-bürgerliche Gastronomie, sondern sogar Pizzerien mit Umsatzeinbußen von bis zu 55 Prozent zu kämpfen haben. "Ich kann jeden Wirt verstehen, der jetzt die Gaststätte schließt, bis es wieder mehr Planungssicherheit gibt", sagt Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger. "Seit zwei Jahren ist die Gastronomie jene Branche, die am längsten unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie leidet."

Einkäufe, aber wenige Gäste

Vor allem die laufenden Kosten können derzeit nicht gedeckt werden. "Das Personal muss trotzdem weiterbeschäftigt werden, die Einkäufe müssen bezahlt werden. Mit fixen Gästezahlen können die Wirte aber nicht rechnen. Da muss man schon abwägen, ob sich das Öffnen überhaupt lohnt", sagt Mayr-Stockinger.

Auch die ausbleibenden Veranstaltungen und die vorgezogene Sperrstunde um 22 Uhr treffen die Branche hart. "Aufgrund der 2G-Regelungen finden viele Feierlichkeiten – zugunsten der Ungeimpften – im Privaten statt", sagt der Wirtesprecher. Eine Lockerung für die Zugangsbeschränkungen und die Sperrstunde erwartet sich Mayr-Stockinger mit dem Anlaufen der Impfpflicht. "Wir wollen für unsere Gäste da sein, aber das Öffnen muss sich auch rentieren. Und wenn die Gasthäuser schon um 22 Uhr zusperren müssen, dann zahlt sich oft nicht einmal ein Essen aus."

Für den Betreiber des Linzer Klosterhofs ist zudem die aktuelle Mitarbeitersituation ein Grund für die Schließung. Nicht nur, weil gutes Personal schwer zu finden ist. Von den 48 Mitarbeitern – derzeit in Kurzarbeit – sind phasenweise bis zu zwölf in Corona-Quarantäne. "Das ist nicht mehr verkraftbar. Man darf nicht vergessen, dass wir die Corona-Kontrollen selber managen müssen, das ist zeit- und personalintensiv", sagt Gassner. Für ihn ist das Zusperren jetzt eine Schadensbegrenzung: "Ich hoffe, die Gäste sind nicht böse. Im Frühjahr wird die Lage hoffentlich wieder besser sein."

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