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Oberösterreich

Wie "explosiv" sind Österreichs Bäume? Das große Rätseln über Trumps Sager

Von OÖN   17. September 2020 06:35 Uhr

Wie "explosiv" sind Österreichs Bäume? Das große Rätseln über Trumps Sager
Wald in der Stadt: zumindest als Kunstinstallation im Wörthersee-Stadion (APA)

LINZ / WASHINGTON. Hat der US-Präsident Österreich mit Australien verwechselt? Auf den höheren Harzgehalt unserer Bäume verwiesen? Oder – Stichwort "Waldstädte" – schlicht Unsinn geredet?

Es war die Lachnummer des gestrigen Tages: Zuerst stellte US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox fest, dass es in Ländern wie Österreich "Waldstädte" gebe und die Menschen in Wäldern leben würden (die OÖN berichteten). Um dann mit einem Kompliment fortzusetzen: Anders als Kalifornien wisse man in Österreich deutlich besser mit Waldbränden umzugehen – dies obwohl es hierzulande "explosivere Bäume" als in den USA gebe, sagte Trump.

Dass Österreichs Städte nicht im dichten Forst liegen, ist bekannt. Doch was könnte Trump mit den explosiveren Bäumen gemeint haben?

Die OÖN haben bei Experten der Bundesforste und der Landwirtschaftskammer nachgefragt. Hat Trump mit "more explosive" "leichter brennbare" Bäume gemeint, wie ein OÖN-Leser mutmaßt? "Unsere Bäume – zum Beispiel Fichten und Föhren – enthalten mehr Harz als die in Kalifornien vorkommenden Baumarten", so der Erklärungsversuch. Harz sei grundsätzlich "leichter brennbar", bestätigt Bundesforste-Sprecherin Pia Bucher. Und tatsächlich hat die in Kalifornien am häufigsten vorkommende Baumart – die Douglasie – einen im Vergleich geringeren Harzgehalt. Für die Waldbrandgefahr mache das aber keinen signifikanten Unterschied, sagt Bucher. Hauptauslöser für Waldbrände seien hohe Temperaturen und lange Trockenphasen. "Da reicht oft ein einziger Funke".

Trump: "Österreicher leben im Wald"

Und US-Präsident Donald Trump ist heute der Satire-Star in Österreich - und zwar wegen seiner eigenwilligen Vorstellungen über unser Land.

Auch in der Landwirtschaftskammer OÖ kann man Trumps Sager nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Auch wenn der Nadelwaldanteil in Österreich "relativ hoch" und somit die Wälder "harzreich" seien, wie Forstreferent Christian Rottensteiner sagt, sei "das Waldbrandrisiko bei uns nicht höher als in Kalifornien", wo die Trockenheit größer sei.

Möglicherweise aber, so ein anderer Erklärungsversuch, ist Trump der klassischen Austria-Australia-Verwechslung aufgesessen. Denn in Australien kann es passieren, dass der Stamm der ölreichen Eukalyptusbäume bei Waldbränden tatsächlich explodiert. Was gegen die Australien-These spricht: Dass man in "Down Under" besser mit der Gefahr von Waldbränden umgehen kann, lässt sich nach den verheerenden Buschfeuern im Jänner dieses Jahres auch nicht sagen.

Im Netz erntet Trump jedenfalls jede Menge Spott und Häme. "Nach Trump-Sager: Kurz zitiert amerikanischen Botschafter in sein Baumhaus", titelte etwa die Satireseite "Die Tagespresse". Und der Slogan: "America First! Austria Förster!" machte auch die Runde. Die besten Reaktionen sehen Sie hier.

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