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Welser Straßen

Für den Bau der Rainerstraße wurde Wirtshaus abgetragen

Von Friedrich M. Müller, Erik Famler, Michaela Krenn- Aichinger   07. April 2015 15:46 Uhr

Rainerstraße

WELS. Die Rainerstraße verbindet in der Welser Innenstadt das geschäftige Treiben auf dem K.J. mit dem ruhigen Villenviertel nördlich der Eisenhowerstraße.

  • Gasthaus zur Sonne: Die Gaststätte im Haus K.J. 49 stand dem Bau der Rainerstraße im Weg – sie wurde 1902 geschleift
  • Rainerschule: Im Jahr 1927 begann die Stadt mit dem Bau der Knabenhauptschule in der Rainerstraße 5

Rainerstraße

Die Rainerstraße verbindet in der Welser Innenstadt das geschäftige Treiben auf dem K.J. mit dem ruhigen Villenviertel nördlich der Eisenhowerstraße. Kurios ist in diesem Zusammenhang, dass südlich auf zwei Drittel der Straße eine 30-km/h-Zone gilt. Bei den Wohnhäusern dürfen Autos mit 50 km/h fahren. „Ein ökologischer Anachronismus, der auch aus Sicherheitsgründen zu hinterfragen ist“, sagt ein Bewohner.

Vor mehr als 110 Jahren war Verkehrstempo kein Thema. 1902 kam die Spitzhacke zum Einsatz. Für die Anbindung der Rainerstraße an den K.J. stand das „Gasthaus zur Sonne“ im Weg. Im Dezember wurde das Gebäude zwischen dem heutigen Hotel Greif und der Hypo Vorarlberg abgerissen.

Namenspate ist Erzherzog Rainer von Österreich (1827–1913), der ein Verwandter von Kaiser Franz Joseph I. und 1868 bis 1906 Oberkommandierender der Landwehr war. Er gilt als Förderer der Wissenschaft.

25 Jahre nachdem die Rainerstraße angelegt worden war, fiel der Startschuss zum Bau der Knabenhauptschule: Seit September 1930 wird unterrichtet. Im gleichen Jahr wurde im Südtrakt (Rablstraße 22) ein Volksbrausebad eingerichtet. Die Schule entstand unter den gestalterischen Einflüssen der Architekten Leo Keller und Hans Stein-eder. „Sie ist ein gutes Beispiel für einen künstlerisch hochwertigen Kommunalbau jener Zeit“, sagt Historiker Walter Aspernig.

Das seit 1904 in der Rainerstraße 2 etablierte Stadttheater wurde am 17. Dezember 1944 von Bomben zerstört und vier Jahre später wieder eröffnet: Mit Franz Lehárs Operette „Paganini“. Seit 1984 gehört das Stadttheater der Familie Doppler.

City Campus

Paul Malina-Altzinger, der Eigentümer des Welser "City-Campus"  

Ein Gebäude im Zeichen des Quadrats

So vielfältig wie das Leben sind auch die Mieter im Haus Rainerstraße 15: Privatpersonen, die Garconnieren nutzen, ein Personalleasing-Unternehmen, der Verein „Jugend- und Familienzentrum Wels“, die Hospizbewegung oder der Tankstellen-Betreiber Eco-Drom aus dem Portfolio des Hauseigentümers Paul Malina-Altzinger.

Er hatte das Gebäude im Herbst 2003 von der Kongregation der Missionare von Mariannhill erworben und zwei Millionen Euro investiert. Zuvor war das Haus Internat des Ordens, dann Übergangsquartier für die Welser Volksbank, die durch den Großbrand in der Silvesternacht 1997 ihre Zentrale in der Pfarrgasse verloren hatte.

Bei der Sanierung ließ Malina-Altzinger besondere Sorgfalt walten, was die Architektur des in den Jahren 1974/75 errichteten Gebäudes betrifft: Die Pläne stammen von Architekt Fritz Mayr, der ein Büro in der Wiener Innenstadt hatte. Sein roter Faden in dem Haus ist das Quadrat. Die geometrische Form zieht sich bei Türen, Fenstern, am Boden, bei den Elementen der Dachkonstruktion perfekt durch – und ist durch die behutsame Sanierung noch heute sichtbar.

Der knapp 1400 Quadratmeter große „City Campus“ besticht auch durch die großzügigen Glasflächen: Fast alle Räume in dem dreigeschoßigen Haus sind lichtdurchflutet. „Und jedes Büro hat einen Balkon – das wissen auch die Raucher zu schätzen“, sagt der Hausherr.

Viel Grün, viel Platz

Dazu kommen die großzügigen Basketball-, Fußball- und Spielflächen, Parkplätze vor dem Haus, eine – nun vollautomatische – Kegelbahn im Keller und natürlich die Lage in unmittelbarer Nähe zu den Verkehrsknotenpunkten Hauptbahnhof und Kaiser-Josef-Platz.

Der Name „City Campus“ geht auf Paul Malina-Altzinger zurück. „Wo er mir eingefallen ist, weiß ich allerdings nicht mehr“, sagt er.
 

Interview

Lubi Stajkevic ist Hausmeister im Raab-Hof  

Interview

Lubi Stajkevic vertritt als Hausmeister einen immer seltener werdenden Beruf: Vor zehn Jahren kaufte sich der gelernte Kfz-Mechaniker im Raab-Hof eine Wohnung. Seit einem Jahr ist er dort hauptberuflicher Hausmeister.

  1. Was ist Ihre Aufgabe?


    Die Reinigung der Stiegenhäuser und Gehsteige, kleinere Reparaturen und dass die Heizung funktioniert. Ich mach auch den Garten und den Winterdienst. An manchen Tagen endet die Arbeit erst spät am Abend.
  2. Wie reagieren die Bewohner auf Ihre Tätigkeit?

    Der Raab-Hof besteht aus 104 Wohnungen. 80 Prozent der Bewohner kenne ich persönlich. Die meisten sind sehr nett und anständig. Noch vor kurzem gab’s Probleme mit Jugendlichen. Seit die nicht mehr im Haus sind, gibt’s auch keinen Vandalismus mehr. Das registrieren die Bewohner und sind froh darüber.
  3. Worauf muss ein Hausmeister speziell Rücksicht nehmen?


    Im Raab-Hof leben auch viele ältere Herrschaften, die sich oft nicht zu helfen wissen. Ich komme, wenn der Abfluss verstopft ist oder wenn es ein Problem mit dem Strom gibt. Mein Arbeitstag hat theoretisch 24 Stunden.
  4. Ihre bisher schwierigste Aufgabe?


    In einer der Wohnungen war die Heizung leck. Irgendwo sind jeden Tag 200 Liter Wasser versickert. Bis ich den Schaden lokalisieren konnte, hat es drei Tage gedauert. Das hat mir viel Zeit und Nerven gekostet.
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