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Stadt Wels reagiert auf Online-Handel: Rote Tonnen sollen Müllinseln ersetzen

WELS. In der Pernau startet Pilotversuch mit Altpapier: Eigene Behälter für Einfamilienhäuser.

Stadt Wels reagiert auf Online-Handel: Rote Tonnen sollen Müllinseln ersetzen

So sehen vielerorts die Müllinseln aus. Der Kartonagenanteil nimmt zu. Mit der Überfüllung steigen auch die Entsorgungskosten. Bild: Privat

Der Online-Handel lässt allerorts die Kartonagen-Mengen in die Höhe schnellen. Die Folge sind überquellende Müllinseln und höhere Entsorgungskosten für jeden einzelnen Bürger. Mit einem Pilotprojekt versucht die Stadt dieses Problem in den Griff bekommen.

Mittlerweile sind die Altpapiertonnen zu 64 bis 71 Prozent mit Kartons gefüllt, ergab eine Untersuchung in Deutschland. Betrachtet man nicht das Volumen, sondern das Gewicht, liegt der Kartonagenanteil im Altpapier aber nur zwischen 29 und 34 Prozent. Denn nur wenige machen sich inzwischen die Mühe, die Kartonagen zu falten.

Pilotprojekt in der Pernau

Die Bewohner von Einfamilienhaushalten sollen wie jene in Mehrparteienhäusern ihr Altpapier künftig nicht mehr auf Müllinseln entsorgen, sondern in roten Tonnen. Was in Umlandgemeinden seit Jahren geübte Praxis ist, wird in Wels nun erstmals getestet. Seit November 2018 läuft ein erster Versuch in der Pernau. Im Gegenzug wurden drei öffentliche Stellen aufgelassen: "Wir sind die erste Statutarstadt mit roten Tonnen für Einfamilienhäuser", betonen Bürgermeister Andreas Rabl (FP) und Umweltreferentin Silvia Huber (SP). Rabl spricht von einer Win-Win-Situation, "weil uns keine Mehrkosten entstehen. Der zusätzliche Aufwand wird durch die Erlöse der Altpapiersammlung aufgefangen." Alle vier Wochen werden die roten Tonnen von der Energie AG entleert.

Nach dem erfolgreichen Start des ersten Pilotprojekts im Bereich Schießstättenstraße/Ghegastraße soll der Versuch um zwei weitere Gebiete erweitert werden: "Unser Ziel ist, ganz Wels in mehreren Schritten mit der roten Tonne zu versorgen. Das sind rund 7000 Liegenschaften", skizziert Vizebürgermeisterin Huber.

Der Bereichsleiter der Abfallwirtschaft, Dietmar Kapsamer, spricht von stark ansteigenden Altpapiermengen durch den Online-Handel. Die Müllinseln sind schnell überfüllt: "Wir stoßen mit diesem Problem an unsere Grenzen. Die Idee ist, den Wertstoff dort abzuholen, wo er anfällt." Mit Einführung der roten Tonne in Einfamilienhaushalten sei auch weniger Restmüll zu erwarten. "Die Stadt zahlt für jede verbrannte Tonne Müll 154 Euro. In Wels fallen pro Einwohner 145 Kilo Restmüll an", erläutert Huber. Macht zusammen 1,34 Millionen Euro, die den Welsern über die Müllgebühr verrechnet werden. 

Infos von den Welser Umweltprofis am "Misttelefon" unter 07242/54060

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Artikel (fam) 12. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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