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Maximilian I.: Der "letzte Ritter" wollte Grabstätte in Mondsee

Von Norbert Blaichinger   05.April 2019

Maximilian I.: Der "letzte Ritter" wollte Grabstätte in Mondsee
Der Mondseer Lokalhistoriker Herbert Riesner

Österreich feiert 500 Jahre Kaiser Maximilian I., den "letzten Ritter". "Die heutige Basilika Mondsee wäre beinahe seine letzte Ruhestätte geworden", sagt der Mondseer Lokalhistoriker Herbert Riesner. Und: "Es ging um ein paar Tage."

Die Vorgeschichte ist kurz erzählt, wenn auch nicht ganz unkompliziert. Im Landshuter Erbfolgekrieg hatte Maximilian 1505 Frieden gestiftet und als Dank dafür u. a. das Mondseeland und das dazugehörige Wolfgangseeland erhalten. Seit dieser Zeit, genauer seit 1506, ist deshalb das Mondseeland bei Österreich.

Der Abt war ein Freund

Offensichtlich gefiel es Maximilian hier, denn er wollte sich in St. Wolfgang eine Grabstätte errichten lassen oder – sollte diese bis zu seinem Ableben nicht fertig sein – in der späteren Basilika Mondsee bestattet sein. Zudem pflegte Maximilian freundschaftliche Beziehungen in der Region, unter anderem zum Abt des Klosters Mondsee, Wolfgang Haberl, den er einen persönlichen Freund nannte.

Erzbischof Leonhard von Keutschach nahm das Mondseeland zum Pfand, es blieb bis 1560 an Salzburg verpfändet.

Ende 1518 ging die Kunde durch die Lande, dass Kaiser Maximilian I. sterbenskrank sei. Das wiederum rief Leonhard von Keutschach und seinen designierten Nachfolger Matthäus Lang auf den Plan. Beide wussten, dass das Mondseeland umgehend wieder an das "Land ob der Enns" gehen würde, wenn Maximilian tatsächlich in Mondsee bestattet werden sollte. Die Arbeiten an der vorgesehenen Grabkapelle in St. Wolfgang waren noch gar nicht begonnen worden. Außer ein paar Freskenentwürfen gab es nichts.

Riesner: "Ein paar Tage vor Maximilians Tod in der Burg Wels gelang es, den Sterbenden zu überreden, sich an seinem Geburtsort Wiener Neustadt bestatten zu lassen.

Quellen belegen, dass in diesem Zusammenhang viel Bestechungsgeld im Spiel gewesen sein dürfte." Wer die Protagonisten waren, darüber lässt sich nur mutmaßen. Matthäus Lang dürfte jedenfalls im Hintergrund die Fäden gezogen haben.

Lokalhistoriker Riesner resümiert: "Die Einschätzung von Leonhard von Keutschach war falsch, was die Zukunft des Mondseelandes betraf. Geblieben ist den Salzburgern bekanntlich ja nur ein klitzekleines Stück am Mondsee, das nicht einmal den Namen Enklave verdienen würde."

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23. Oktober 2019