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Wels

Keine Ausnahme: Appelle des Welser Handels blieben ungehört

Von Erik Famler  09. Dezember 2021 00:04 Uhr

Ungehörter Appell zur raschen Öffnung des Handels: Franz Edlbauer (v. l.), Martin Oberndorfer, Thomas Brindl.

WELS. Kammerobmann und Wirtschaftsreferent wollten Stelzer einen Kompromiss abringen.

Die Ankündigung von Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP), den Lockdown erst voraussichtlich am 17. Dezember zu beenden, stößt bei der Welser Wirtschaft auf Unverständnis.

Besonders der Handel hatte sich erhofft, dass die Geschäfte schon am Montag aufsperren dürfen. Nach der gestrigen Regierungsankündigung herrscht Enttäuschung: „Wir hätten es uns anders gewünscht, haben es aber kommen gesehen. Die Entscheidung ist bitter und stößt bei den Händlern auf Unverständnis. Sie ist aber zu akzeptieren“, sagt Thomas Brindl, Geschäftsführer der Welser Wirtschaftskammer.

Obmann Franz Edlbauer hatte noch am Dienstag einen dringenden Appell an die Landesregierung gerichtet: „Die Inzidenzen sind massiv rückläufig. Oberösterreich liegt hinter den südlichen und westlichen Bundesländern an fünfter Stelle. Der Handel soll am Montag aufsperren.“ Es habe keinen Sinn, wenn in Oberösterreich der stationäre Handel weiterhin geschlossen sei, während in den benachbarten Bundesländern die Geschäfte wieder geöffnet seien.
Etwas vorsichtiger formulierte es Wirtschaftsstadtrat Martin Oberndorfer (VP), aber auch er trat für eine Öffnung der Geschäfte schon am Montag ein: „Der Handel ist nicht der Treiber der Infektion“, adressierte Oberndorfer seine Botschaft an den Landeshauptmann, mit dem er das Thema auch persönlich besprochen hatte. Es sei aber klar, dass eine Öffnung nur für Geimpfte infrage komme. „Als Welser Wirtschaftsreferent wünsche ich mir jedenfalls eine möglichst rasche und einheitliche Öffnung des Welser Handels“, betonte Oberndorfer noch vor der gestrigen Bekanntgabe der Regierung.

Politik bevorzuge Ketten

Kritik übte Oberndorfer an der Bevorzugung der Handelsketten gegenüber dem stationären Fachhandel: „Während große Betriebe alles verkaufen dürfen, erklärt man den Einzelhändlern, dass sie geschlossen bleiben, obwohl anderswo die Hölle los ist. Das ist nicht mehr nachvollziehbar.“

Sollten andere Bundesländer noch vor Oberösterreich aufsperren, sei mit einem massiven Kaufkraftverlust zu rechnen: „Da geht es in Wels um 20 Millionen Umsatz wöchentlich, denn das Kaufverhalten kennt keine Landesgrenzen“, warnte Geschäftsführer Thomas Brindl.
Das ärgert auch Michael Wipplinger von der Welser Kaufmannschaft: „Die unterschiedlichen Öffnungszeiten in den Bundesländern werden zum Konsumtourismus führen. Man schädigt hier den lokalen Fachhandel.“

Die Kammer als Interessenvertretung stand in den vergangenen Tagen stark unter Druck: „Wir bekommen täglich Mails vieler Mitglieder, die uns fragen, wie denn unsere Kampfmaßnahmen aussehen. Wir wollen aber mit sachlichen Argumenten überzeugen“, so Brindl.

Was die gestrige Ankündigung für die Weihnachtsmärkte bedeutet, ist noch ungeklärt. Peter Jungreithmair von der Christkindl GmbH bereitete zuletzt für die Zeit nach dem Lockdown am Welser Stadtplatz eine kleine Weihnachtsmarktvariante in Kombination mit dem Eistrapez vor.

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Erik Famler

Lokalredakteur Wels

Erik Famler

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