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Wels

FH-Professor will mit Sonnenuhren 2.0 die Erdrotation begreifbar machen

Von Michaela Krenn-Aichinger 19. Juni 2019 00:04 Uhr

FH-Professor will mit Sonnenuhren 2.0 die Erdrotation begreifbar machen
Kurt Niel vor seiner Kepleruhr am Schulzentrum Grieskirchen

GRIESKIRCHEN. Beim Projekt von Kurt Niel werden Live-Bilder von Zeitmessern weltweit übertragen.

Der Grieskirchner Kurt Niel ist Professor für Mess- und Regelungstechnik an der Fachhochschule in Wels. Neben seinem Fachgebiet faszinieren den 58-Jährigen ganz besonders Sonnenuhren und die Astronomie. Zum Jubiläum "400 Jahre Grieskirchen" schuf er vor sechs Jahren die Kepleruhr am Schulzentrum, eine 240 m² große vertikale Sonnenuhr, die über eine eingebaute Webkamera weltweit betrachtet werden kann. Nun geht der Forscher einen Schritt weiter. Er will weltweit 200 Sonnenuhren miteinander zu einem weltumspannenden Projekt vernetzen.

Seine Mission: "Ich möchte, dass der Betrachter ein Gefühl dafür bekommt, dass die Erde eine Kugelform hat und sich die Erde dreht. Ich möchte, dass sich der Spalt zwischen reinem Wissen und dem emotionellen Begreifen besser auffüllt", sagt Niel zu den OÖNachrichten. Durch die Vernetzung der Webkameras werden nacheinander automatisch Live-Bilder von Sonnenuhren geliefert, bei denen gerade Mittag angezeigt wird. Der Betrachter kann der Wanderung der Mittagslinie rund um den Globus zusehen. Niels Ziel ist weltweit 200 Partner für das Projekt zu finden. Bei einer Sonnenuhrtagung in Passau erhielt Niel bereits Zusagen aus Rumänien und Deutschland, im August ist er bei einer Partneruni in Bangkok zu Gast, die ebenfalls mit einer Sonnenuhr samt Webkamera beim Projekt mitmachen wird. "Auch durch unsere internationalen Studierenden soll die Idee hinausgetragen werden", sagt Niel, der an der Fachhochschule mit anderen Astronomiebegeisterten, den FH-Astros, regelmäßig öffentliche Vorträge mit internen und externen Experten organisiert.

Der Grieskirchner möchte die Kepleruhr auch als anschauliches Werkzeug für den Unterricht an Mittelschulen bereitstellen. Gefördert wird die Idee von LEADER als Kleinprojekt mit 5700 Euro. Unterstützung kam auch von zwei Schülern der HTL Grieskirchen, Michael Mayrhofer und Julian Zeilinger, die die Websites programmiert haben. Die Idee soll vor allem auch über Social Media weltweit verbreitet werden.

Mehr Infos auf kepleruhr.at und EarthLAT1200.org

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