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Wels

Erfindung aus Weißkirchen könnte drohendes Müll-Dilemma beenden

Von Erik Famler 16. Mai 2019

Erfindung aus Weißkirchen könnte drohendes Müll-Dilemma beenden
Europaweit landet Kunststoff trotz strenger werdender Gesetze noch immer auf Deponien, wo er die Umwelt belastet.

WEISSKIRCHEN/FELDKIRCHEN. Reaktor verwandelt schwer brennbare Verbundstoffe in Gas, Wertstoffe und Restmüll.

Materialien wie Carbon, Dämmwolle und Fiberglas machen Müllverbrennungen immer mehr zu schaffen. Eine Lösung des Problems verspricht nun die Firma NGE GmbH (Next Generation Elements) mit Hauptsitz in Feldkirchen an der Donau.

Die NGE-Tochter NGR (New Generation Recycling) in Weißkirchen hat mit Millionenaufwand einen Verbrennungsreaktor entwickelt, der Verbundstoffe unschädlich macht. Auf die Entwicklung setzen Fachleute große Hoffnungen: "Es gibt bis heute keine zufriedenstellende Entsorgungsmöglichkeit für bestimmte Fraktionen. Wenn sie in den Verbrennungskreislauf gelangen, beschädigen sie Elektrofilter und Roste. Die Versuchsanlage in Weißkirchen halte ich aus diesem Grund für eine vernünftige Lösung", sagt Günther Gruber, Betriebsleiter der Welser Abfallverwertung WAV.

"Wir forschen seit 2016 an diesem Projekt. Unsere T:Cracker ist ein Pyrolyse-Reaktor mit einer Stundenkapazität von 1000 Kilo Müll", erklärt Unternehmenssprecher Andreas Hackl. Beim Verbrennungsprozess unter Luftabschluss entstehen Gase, Wertstoffe und Restmüll: "Bei Verbundstoffen wie Tetrapacks schaffen wir es, das Aluminium zu recyceln", sagt Hackl. Mit Forschungsgeldern des Bundes und einem Versuchsreaktor an der JKU in Linz wurde der T:Cracker zur Serienreife entwickelt.

Wann und wo er erstmals zum Einsatz kommt, ist noch offen. Denn die Rechtslage ist nicht eindeutig. Unklar ist auch, ob es ein UVP-Verfahren braucht, um den T:Cracker ins Laufen zu bringen. Bis zur Premiere sind noch einige Fragen zu beantworten. Unternehmenssprecher Hackl versichert aber, dass das "Werkl" funktioniert und die Kreislaufwirtschaft um einen entscheidenden Schritt weiterbringen kann. Der T:Cracker läuft nach Auskunft des NGE-Sprechers nahezu emissionsfrei und wird mit einer Vielzahl von Problemstoffen fertig. Dazu gehört auch Klärschlamm, der in Österreich zu 75 Prozent auf den Feldern landet.

"Er ist ein Allesfresser"

"Er ist tatsächlich ein Allesfresser", sagt Hackl. Bisher wurden nicht recyclebare Fraktionen von Europa nach China verfrachtet, wo sie auf Deponien landeten und die Umwelt schädigten. "Vor kurzem machte China für diese Abfälle seine Grenzen dicht. Seither herrscht in Europa ein Müll-Dilemma." Als Vision nennt Hackl den Bau eines Kunststoff-Kraftwerks, das den Entsorgungsnotstand beendet. Ein T:Cracker in Big-Size-Version.

Artikel von

Erik Famler

Lokalredakteur Wels

Erik Famler
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