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Ein Jahr Direktor: "Müssen den richtigen Umgang mit KI vermitteln"

Von Valentin Bayer, 05. Juli 2024, 18:05 Uhr
Ein Jahr Direktor: "Muss den Ausgleich schaffen"
Torsten Welsch im OÖN-Gespräch

WELS. Torsten Welsch (37) ist der jüngste Leiter einer HTL in Österreich – mit den OÖN blickt er auf das Schuljahr zurück.

 Seit einem Jahr leitet Torsten Welsch die HTL Grieskirchen, im Juni wurde er offiziell als Direktor bestätigt – mit 37 Jahren der jüngste in dieser Schulform in ganz Österreich. Der gebürtige Deutsche war lange Zeit in der Wirtschaft tätig und beschäftigte sich mit künstlicher Intelligenz. Zum Schulschluss haben die OÖN mit ihm über die Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen im abgelaufenen Schuljahr gesprochen.

Heute endet für Sie das erste Jahr als Schulleiter. Was hat Sie an Ihrer neuen Position überrascht?

Torsten Welsch: Ich komme ja aus der Wirtschaft. Es ist klar, dass einiges anders ist, aber manchmal war es überraschend. Wir brauchen zum Beispiel für berufsspezifischen Unterricht Quereinsteiger als Lehrer. Die Stellen dafür wurden früher in der Wiener Zeitung ausgeschrieben, jetzt irgendwo im Internet für wenige Tage. Das sehen natürlich kaum Leute. Das ist anachronistisch, auf der anderen Seite haben wir Lehrermangel. Anders ist sicher auch, dass ich als Direktor für 50 Lehrer die Alleinverantwortung habe, in anderen Schulen sind es noch viel mehr. Jedes Problem geht direkt zu mir. Da fehlt eine Ebene mit Teams um die zehn Personen, für die einer Verantwortung hat – so, wie es das in vielen Unternehmen gibt.

Sie sind als gebürtiger Deutscher nicht im österreichischen Schulsystem "groß geworden". Wie erleben Sie die Unterschiede?

Gut finde ich das System HTL. Diese Möglichkeit einer Berufsausbildung mit der Reifeprüfung gibt es in Deutschland nicht – dort machen viele nach der Matura eine Lehre. Erstaunlich finde ich die vielen Möglichkeiten, sich ein "Nicht genügend" auszubessern – mit Klauseln, Nachprüfungen und so weiter. Ich bin nicht sicher, ob man den Schülern etwas Gutes tut, wenn sie immer wieder durch die Prüfungen fallen – das macht ja auch psychisch etwas mit ihnen.

Beherrschendes Thema war im vergangenen Jahr der Umgang mit KI und generierten Texten.

Ja, ich komme ja selbst aus dem Eck. Da haben wir einen guten Modus gefunden, mit vielen Präsenzübungen in der Schule. Es gibt insbesondere in Sprachfächern keine Möglichkeit, bei Hausübungen mit Sicherheit zu sagen: Das hast du generieren lassen. In Informatik behandeln wir verstärkt den Umgang mit KI im Berufsalltag. Darauf müssen wir Schüler vorbereiten – ich selbst nutze KI oft und bin dadurch schneller.

Sie sind schon seit einigen Jahren Lehrer, der Kontakt zu den Schülern ist als Direktor aber ein anderer – was haben Sie gelernt?

Als Lehrer bist du recht dicht an den Schülern, als Direktor ist meine Rolle eher, den Ausgleich zwischen Schülern und Lehrern zu schaffen. Wir haben einen Klassenrat eingeführt, bei dem ich mich regelmäßig mit den Klassensprechern treffe. Sie sprechen sehr offen über Probleme – viel mehr, als ich mich als Schüler getraut hätte.

Was sind die Ferienpläne?

Wir bauen jetzt den Stundenplan. Außerdem wollen wir eine Begabtenförderung aufbauen, bei der Schüler direkt in Unternehmen an Projekten mitarbeiten können. Oft liegt der Fokus zu sehr auf schwachen Schülern – die sind auch wichtig, aber motivierte Leute brauchen auch Förderung. Urlaub ist keiner geplant.

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Autor
Valentin Bayer
Redakteur Oberösterreich
Valentin Bayer
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1  Kommentar
1  Kommentar
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flicflac70 (34 Kommentare)
am 05.07.2024 20:53

Toller Artikel und offenbar auch eine sehr gute Schule!
Es ist wirklich wichtig, dass begabte Schüler mindestens genauso gefördert werden wie schwächere Schüler, damit sie ihr Potenzial ausschöpfen können. Leider wird meist nur auf der anderen Seite des Spektrums Hilfe geleistet und Begabte als Streber abgetan.
Wer soll in Zukunft dann einmal im Land besonderes leisten, z.B. in der Forschung führend sein oder als Unternehmer innovativ auftreten? Wenn wir das nicht schon in der Jugend unterstützen, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn uns andere den Rang ablaufen oder unsere Begabten sich an alternative Orte begeben, um dort eine angemessene Ausbildung zu bekommen.

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