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Wels

Bildungsdirektion prüft Vorwürfe gegen Welser HTL

Von nachrichten.at/apa   26. Juni 2019 14:30 Uhr

Rede eines Schülervertreters geriet bei Maturafeier zu beinharter Abrechnung
Die Welser HTL ist mit 1600 Schülern und 300 Lehrern eine der größten Schulen Oberösterreichs.

WELS. Die oberösterreichische Bildungsdirektion hat nach schwerwiegenden Vorwürfen eines Maturanten bei der Abschlussfeier an einer Höheren Schule in Wels Prüfungen eingeleitet.

Der Absolvent Thomas Neuner machte das Klima an der Schule für vier Suizide verantwortlich und kritisierte Unterrichtsmethoden, sowie dass 40 Schüler in einer Klasse eingepfercht wurden. Ergebnisse wird es wohl erst im Herbst geben.

Die Bildungsdirektion hatte am Mittwoch bereits einen ersten Prüfbericht der Schule vorliegen, dem man weiter nachgehen werde. Demnach habe es sich um zwei Suizide von Lehrern, die nicht in Zusammenhang mit der Schule stünden, und zwei versuchte Selbstmorde von Schülern gehandelt, sagte Sprecher Herwig Kerschbaumer der APA. Einer hatte private Gründe, der andere war eine Messer-Attacke in der Aula. Das sei unter den Tisch gekehrt worden, warf der auch in der Schülervertretung aktive Maturant der Schule vor - es habe umfangreiche Aufarbeitungsmaßnahmen auch mit Schulpsychologen gegeben, hieß es aus der Bildungsdirektion.

Der Schuldirektor habe bereits "ein positives und offenes Gespräch" mit Schulsprecher und Schülervertretern geführt. Er habe auch angeboten, für weitere Gespräche zur Verfügung zu stehen. Auf der Facebook-Seite der Schule reagierte der Direktor: "Ich verwahre mich gegen diese Art der pauschalen Verurteilung." Die Rede empfinde er als pietätlos und in ihren Formulierungen stark übertrieben. Sie sei eine von zwölf Maturareden an der großen Schule gewesen, alle anderen hätten das gute Schul- und Klassenklima gelobt.

Generell gebe es zwei Lehrer als Ansprechpersonen und das psychosoziale Projekt "mail & ask", an das sich Schüler bei Problemen wenden könnten. Derzeit laufe gerade eine anonyme Qualitäts-Evaluierung mittels Fragebögen an die Schüler. Diese würde über den Sommer ausgewertet und falls es Auffälligkeiten gebe, schaue man sich das an, so Kerschbaumer. Seien die Bewertungen gut, fehle der Grund für Konsequenzen, zumal es bisher nie Negatives über die Schule gab. Mit Schulbeginn werde man sich des Themas weiter annehmen.

Den Vorwürfen bezüglich Unterrichtsmethoden einzelner Lehrer gehe die Schule nach, der räumlichen Gegebenheiten werde sich die Bildungsdirektion annehmen. 

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