Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 19. August 2018, 11:58 Uhr

Linz: 28°C Ort wählen »
 
Sonntag, 19. August 2018, 11:58 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Wels

Welser protestieren gegen Abschiebung einer sehr gut integrierten Familie

WELS/THALHEIM. Breites Engagement soll verhindern, dass vierköpfige Familie nach Georgien zurück muss.

In diesem Amt entscheidet sich die Zukunft für die vier Welser. Bild: WEIHBOLD

Die Suche nach ihren familiären Wurzeln endete für die nun 30-jährige Anna K. aus Georgien 2014 beinahe tödlich. Sie kam in ihrer ehemaligen Heimat offensichtlich einem Baby-Händlerring auf die Spur, erhielt Morddrohungen und wurde von der Polizei negiert. Daher entschloss sie sich im Jänner 2015, mit ihrer Familie nach Österreich zu flüchten.

Fast drei Jahre später liegt ein negativer Asyl-Bescheid vor; ob ihm aufschiebende Wirkung zuerkannt wird, ist offen. Andersfalls muss die Familie in ständiger Angst leben, dass Polizisten vor der Tür stehen und sie nach Georgien verbringen.

Das passiert, obwohl die Familie bestens integriert ist: Beide Kinder sprechen sehr gut Deutsch, die Eltern meisterten Sprachprüfungen und verdienen den Lebensunterhalt selbst. Der 32-jährige Suliko engagierte sich anfangs freiwillig beim Sozialmarkt, ehe er in Klaus Fronius‘ Bauernhof angestellt wurde. „Er ist ein Firstclass-Mitarbeiter“, sagt der Seniorchef des Technologie-Konzerns. „Die Familie ist in unserer Gesellschaft angekommen, akzeptiert. Ich bürge für sie, es wäre ein Frevel, sie jetzt abzuschieben.“

Die Mutter hilft in Thalheim bei der Pfarre, Georgi (7) besucht dort die Schule und zeigt als Kicker Talent, Mariami (12) fühlt sich in der NMS Buchkirchen wohl.

„Sie sind jung, gescheit, arbeitswillig, diese Leute brauchen wir, das sind keine Wirtschaftsflüchtlinge: Wenn sie zurück müssen, droht ihnen Tod oder Haft: Denn Suliko war Sicherheitsbeamter, seine Flucht gilt als Desertation“, sagt Ulrike Nill, die pensionierte Welser Jugendrichterin.

Sebastian Siudak von der Linzer Anwaltskanzlei Helmut Blum vertritt die Familie. „Wir wollen, dass sich ein unabhängiger Richter bei einer mündlichen Verhandlung ein Bild macht.“ Nun hoffen alle, auf die aufschiebende Wirkung des negativen Asyl-Bescheides.

Schließlich gibt es im Bescheid eine weitere Diskrepanz: Ein vierjähriges Einreiseverbot nach Österreich. „Das gibt es nur, wenn Personen eine Gefährdung darstellen: Aber niemand ist verurteilt. Selbst Drogenhändler erhalten bloß ein oder zwei Jahre Rückkehrverbot“, sagt Jurist Siudak.

Kommentare anzeigen »
Artikel Von Friedrich M. Müller 06. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Wels

Unfallopfer mit angenähtem Arm hat die Intensivstation bereits verlassen

BUCHKIRCHEN. 56-Jährige aus Buchkirchen muss sich bis zu ihrer Genesung einiger Eingriffe unterziehen

Fronius will die beste Betriebsgastronomie Österreichs anbieten

Die Betriebsküche der Firma Fronius geht neue Wege. Ihr Leiter Thomas Weinberger will die im gesamten ...

Wenn ein Symphonieorchester zu jazzen beginnt

LAMBACH. Nach einer Probenwoche präsentieren sich internationale Musiker morgen und Sonntag im ...

Hartkirchner Jedermann-Triathlon: Jüngste Sportlerin war sieben Jahre alt

HARTKIRCHEN. Knapp 400 Sportler zwischen sieben und 69 Jahren starteten bei dem Traditionsbewerb.

Bei der Weltmeisterschaft wollen Welser Profis das beste heimische Team sein

WELS. Team Felbermayr startet in Innsbruck beim schwerem Mannschaftszeitfahren.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS