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Welser Bundesheer reaktiviert Panzer, anstatt sie als Ersatzteillager zu nützen

Von Eike-Clemens Kullmann   31.Juli 2017

Die „14er“ in Wels mit ihren Leopard 2A4 sind der einzige Panzerverband des Bundesheeres.

Sparen am falschen Platz. So haben viele Experten das Verringern der Panzerwaffe beim Heer beurteilt. Und so wurde und wird das Panzerbataillon 14 in Wels nun wieder kontinuierlich aufgewertet. Einerseits als nunmehr einziger Kampfpanzerverband, andererseits mit der Neuaufstellung einer Kaderpräsenzeinheit.

„Der ersten übrigens bei einem Panzerverband. Zugleich wird damit auch die 3. Kompanie wieder aufgestellt“, sagt Gregor Scheucher, Oberstleutnant des Generalstabsdienstes (dG) und seit Jahresbeginn Bataillonskommandant im Gespräch mit den OÖNachrichten. Diese Kompanie wurde übrigens Anfang der 1980er-Jahre vom heutigen Generalstabschef General Othmar Commenda geführt.

Das Ziel für die neue Kompanie in diesem Jahr: „Bis Jahresende sollen ein Zug und das Kompaniekommando stehen und damit die Führungsfähigkeit hergestellt sein. 2018 und 2019 folgen dann je ein weiterer Zug“, sagt der gebürtige Gaflenzer. Für diese Züge werden zeitlich befristete sogenannte Militärische Vertragsbedienstete (MVB) gesucht.

Das Angebot an Interessierte sei überaus attraktiv, ist der Bataillonskommandant überzeugt. „Unser Waffensystem, der Kampfpanzer Leopard, ist ein High-Tech-Gerät und findet sich weltweit im Spitzenfeld.“ Sind Gerät und Mannschaft im Einklang, seien besondere Erfolgserlebnisse möglich. Scheucher verweist in diesem Zusammenhang auf den erst vor wenigen Wochen erfolgreich absolvierten Wettkampf in Deutschland, wo sich die vier Panzerbesatzungen aus Wels den ersten Platz und damit den inoffiziellen Weltmeistertitel gesichert haben.

„Sommerferien“ vorbei

Noch 2014 schienen viele in Österreich davon überzeugt zu sein, dass Panzer als Dinosaurier nicht mehr benötigt würden. Dann kam die Ukraine-Krise als sogenannter „Gegenchanger“. „Die sicherheitspolitischen Sommerferien sind vorbei“, ist Scheucher überzeugt davon, dass man „sich breit aufstellen muss, um vorbereitet zu sein.“

Modernisierung nötig

Nicht zuletzt deshalb soll die Zahl der Kampfpanzer Leopard 2A4 in der nächsten Zeit von 40 auf 56 aufgestockt werden. Das bedeutet übrigens nicht, dass neue Stahlkolosse angekauft werden müssen. Die besagten 16 „neuen“ Panzer sind schon jetzt im Bestand der „14er“ – allerdings werden sie derzeit als eine Art „Ersatzteillager“ genutzt und sollen künftig wieder einsatzbereit gemacht werden.

Auch wenn das System „Leopard“ noch bis 2040 eingesetzt werden könnte („die Deutschen legen das so aus“), hält es Scheucher für unabdingbar, in den nächsten Jahren entsprechende Modernisierungen bei diesen 55 Tonnen schweren Geräten vorzunehmen. „Und dafür werde ich mich intensiv einsetzen“, versichert der Bataillonskommandant.

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