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Vom „Barackenlager 1001“ zur Zeltkirche: Pfarre Lichtenegg feiert den 50. Geburtstag

WELS. Ohne Stephan Macsady, einem 1952 aus Ungarn geflüchteten Priester, würde Lichtenegg heute anders aussehen. Sein unermüdlicher Einsatz prägte das Stadtbild und führte zur Gründung der eigenständigen Pfarre im Jänner 1961.

Vom „Barackenlager 1001“ zur Zeltkirche: Pfarre Lichtenegg feiert den 50. Geburtstag

„Lageridylle Lichtenegg“ nennt sich dieser Schnappschuss. Bild: Pfarre Lichtenegg

Die Notkaserne aus 1938 mutierte nach dem Weltkrieg zum riesigen Flüchtlingslager. In 22 Baracken hausten Tausende Menschen: Es gab nur ein Gemeinschaftsklo, keine eigenständigen, abgetrennten Wohnräume; in den Kellern hausten Schweine und Hühner.

So präsentierte sich das „Barackenlager 1001“ auch im Oktober 1952 als Flüchtling Stephan Macsady im Alter von 34 Jahren ankam. Ihm war bald klar: den Menschen fehlt eine Seelsorgestelle. Die Flüchtlinge errichteten binnen vier Wochen die Lagerkirche. Vertreter der Volksdeutschen zimmerten die Bänke, die Tschechen sorgten für den Tabernakel, das Ewige Licht kam von ungarischen Flüchtlingen. Viele Menschen unseres östlichen Nachbarn gaben sich damals in dem Gotteshaus das Ja-Wort. Fast täglich fanden Trauungen statt. Im Jänner 1957 gab es an einem Tag sogar fünf Hochzeiten.

Die später zum Kindergarten umfunktionierte Lagerkirche wurde erst zu Beginn der 70er-Jahre abgetragen.

Grundstein für Siedlung

Zurück zu Pfarrer Macsady: Die Gründung der Siedlergemeinschaft St. Stephan 1956 war eine weitere Idee des beliebten Gottesmannes: Gemeinsam wurden Grundstücke gekauft, Pläne entworfen, Finanzierungen ermöglicht und letztlich die Stephan-Siedlung realisiert. 1958 konnten die ersten Flüchtlingsfamilien in ihre Eigenheime umsiedeln. Die meisten Siedler stammten aus Jugoslawien, darunter waren auch Rumänen, Ungarn, Polen, Tschechen und Russen.

Durch die stete Aufwärtsentwicklung war nicht nur die Lagerkirche längst zu klein. Es wuchs auch der Wunsch nach einer eigenständigen Pfarre. Dem wurde 1961 Rechnung getragen.

Damals erhielt Karl Oddorizzi den Planungsauftrag für Kirche und Pfarrzentrum. Geweiht wurde die Zeltkirche mit ihrem freistehenden Glockenturm im November 1966. Das Geläute mit seinen fünf Glocken wurde erst 1974 vollendet. Die Segnung der Orgel erlebte „Gründervater“ Mascady nicht mehr. Er starb 1977.

Nach ihm leitete Eduard Röthlin die Pfarre, seit September 1999 Peter Neuhuber. Er lobt: „Trotz des Erosionsprozesses in der katholischen Kirche gibt es einen sehr starken Zusammenhalt der Menschen in der Pfarre Lichtenegg.“ (müf)

 

Jubiläum: Das Festprogramm

5. Februar: Pfarrball „Die wilden 60er“

16. Februar „N/Lachhilfe“, Kabarett mit Walter Martetschläger

23. März: „Glauben – dem Leben vertrauensvoll begegnen“, Referent Pater Maximilian aus Kremsmünster

6. April: „Beten – Menschwerden vor Gott“, Referentin Karin Rathmaier

14. Mai: Festakt: 50 Jahre kbw St. Stephan

3. Juli: Pfarrfest

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Artikel 27. Januar 2011 - 00:04 Uhr
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