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Stadt und eww wollen Wasserturm nach Renovierung in Museum verwandeln

WELS. Geschichte der Wasserversorgung als Thema. Arbeiten an Fassade beginnen im Frühjahr.

Im Wasserturm soll ein kleines Museum entstehen.

Im Wasserturm soll ein kleines Museum entstehen. Bild: OÖN

Der historische Wasserturm am Zwinger soll nach seiner Renovierung in ein kleines Museum umfunktioniert werden. Die Stadt verhandelt mit der eww über eine Partnerschaft. Vorstandsdirektor Wolfgang Nöstlinger kann sich eine audiovisuelle Präsentation zur Geschichte der Wasserversorgung vorstellen: „Details müssen noch besprochen werden. Die Ausstellungsfläche ist begrenzt. Das Objekt ist mit vier Mal vier Metern Grundriss sehr klein. Es fehlen außerdem Stiegen in die Obergeschoße“, bremst Nöstlinger hohe Erwartungen.

Das Innenleben des von 1577 bis 1579 erbauten Turms wurde schon vor Monaten von 26 Kubikmeter Taubenkot befreit. Schadhafte Teile der Holzdecken und Leitern wurden ersetzt. Sobald kein Frost mehr droht, wird mit der Fassade begonnen. Noch ausständig ist der Bescheid des Bundesdenkmalamtes. Die Stadt müsse erst ein Ansuchen abgeben, betont BDA-Mitarbeiterin Judith Gruber-Schober.

Malereien sind nicht original

Zuletzt gab es Diskussionen um die Bemalung. „Sein heutiges Aussehen ist nicht authentisch. Die Malereien sind historisierend und wurden im vorigen Jahrhundert hinzugefügt“, sagt Kulturamtsleiterin Renate Miglbauer. Das Denkmalamt tendiere dazu, das jetzige Erscheinungsbild zu erhalten. Diesen Standpunkt vertritt auch Planungsreferent Peter Lehner (VP): „Der Turm war früher weiß. Die ursprüngliche Bemalung kann ich mir nicht vorstellen.“ Der bosnische Kulturverein, dessen Mitglieder beim Ledererturm tatkräftig mitwirkten, hat der Stadt erneut Hilfe zugesagt. Ob man darauf zurückkommt, ist noch offen.

Schließlich muss die Restaurierung nach genauen Vorgaben des Denkmalamts erfolgen: „Zum Glück sind nach der letzten Renovierung in den 1980er-Jahren noch die alten Schablonen vorhanden. Wir können sie wieder verwenden“, sagt Lehner. Damals hat der Welser Malermeister Manfred Oberbauer die Arbeiten ausgeführt: „Drei Monate lang haben sie gedauert. Zwei Fachkräfte waren dafür eingesetzt. Oberbauer hat von den Tauben einiges abbekommen. Um sie zu vertreiben, musste er sich bewaffnen, was prompt einen Polizeieinsatz zur Folge hatte“, berichtet Lehner über ein Gespräch mit dem Malermeister. Die Schäden an der Fassade sind teilweise gravierend, eine Auffrischung tut not. Auch das Dach wird erneuert. Die Sanierung ist mit 365.000 Euro budgetiert.

Aus Mühlbach geschöpft

Entsprechend seinem Namen diente der Turm zur Schöpfung von Wasser aus dem nahen Mühlbach. Durch ein Hebewerk und einen Wasserbehälter im Turminneren gelangte das kühle Nass über Rohrleitungen zu Bürgerhäusern, dem Rathaus, der Burg und den beiden Brunnen auf dem Stadtplatz. Das Pumpwerk war bis ins 20. Jahrhundert in Betrieb und wurde 1927 elektrifiziert. Auffallend sind die Wappenmalereien an der Fassade. Sie symbolisieren die verschiedenen Besitzungen des Hauses Habsburg. Sie stammen kurioserweise aus den 1920er-Jahren, als die k.u.k-Monarchie bereits Geschichte war.

Renate Miglbauer, Kulturamtsleiterin der Stadt Wels

 

 

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Artikel Von Erik Famler 12. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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